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Der heilige Gelasius und die Guerilla-Kunst

Berchtesgaden (cfs) - Papst Gelasius, ein weitsichtiger Kirchenreformer des fünften Jahrhunderts, war weder blind noch trug er modische Sonnenbrillen. Und doch hat seine Statue in der Stiftskirche seit Kurzem einen schwarzen Balken vor den Augen und eine Blindenbinde am rechten Handgelenk. Ist doch klar, meinen jetzt einige, das gehört halt zum Kunstprojekt »Verhüllen - Enthüllen - Entdecken«. Das stimmt aber nicht ganz: Der Berchtesgadener Künstler Christoph Merker hat dem Heiligen lediglich den schwarzen Balken verpasst. »Der Balken, der in den modernen Medien zur Unkenntlichmachung von Personen benutzt wird, ist ein Verweis auf den schützenswerten Menschen hinter dem Heiligen«, verrät Merker. Wo die Binde herkommt, weiß er allerdings nicht. Somit demonstriert dieses Foto den ersten Fall von Guerilla-Kunst in Berchtesgaden. Foto: Anzeiger/Stanggassinger