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Im Landkreis Traunstein gibt es heuer nicht mehr Zecken wie 2016 – Nach einem Biss muss aber schnell gehandelt werden

»Keine gravierenden Veränderungen feststellbar«

Nur wenige Millimeter klein sind Zecken, die blutsaugenden Parasiten, wenn sie noch nicht mit Blut gefüllt sind.

Sie ist klein und gefährlich: die Zecke. Wer gebissen wird, kann sich leicht Erreger einfangen.

Ihr Biss ist normalerweise ungefährlich, doch er kann zur tödlichen Gefahr für Menschen werden, wenn die Zecke mit Krankheitserregern infiziert ist.

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In etlichen Gegenden Bayerns haben sich die kleinen Spinnentiere heuer stark vermehrt. Grund dafür dürfte das milde Frühjahr gewesen sein mit mittelwarmen Temperaturen, die den Tieren optimale Überlebenschancen gegeben haben. Der Landkreis Traunstein scheint davon jedoch nicht betroffen zu sein. »Wir beobachten im Vergleich zu den Vorjahren keine gravierenden Veränderungen«, teilt Michael Reithmeier vom Landratsamt auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Zecken warten vor allem in Wäldern, im Garten, auf Spielplätzen und Wiesen auf ihr nächstes Opfer. »Vorwiegend halten sie sich im hohen Gras auf«, so Reithmeier. Tut der Stich auch nicht weh, kann die Zecke über ihren Speichel gefährliche Erreger übertragen. »Sollte bereits ein Zeckenstich erfolgt sein, sollte diese umgehend entfernt werden, da jedes längere Verweilen der Zecke das Infektionsrisiko erhöht.« Dies kann man mit jeder Pinzette direkt an der Einstichstelle, also direkt auf der Hautoberfläche, erfolgen.

"Entsorgung" der Zecke: Wie?

Wie man die Zecke nach dem Entfernen am Besten »entsorgt«, darüber scheiden sich die Geister. Experten raten aber, die Tiere mit einem Insektizid zu besprühen oder mit dem Feuerzeug anzuzünden und zu verbrennen. »Keinesfalls sollte man den vollgesaugten Körper der Zecke aber zerdrücken oder anderweitig manipulieren«, erklärt Reithmeier. »Dadurch wird die Übertragung von Infektionskrankheiten aus dem Körper der Zecke erhöht.« Die Wunde des Zeckenbisses sollte man außerdem sorgfältig desinfizieren.

Wenn man die Zecke zu spät bemerkt, diese bereits zugebissen und schon Krankheiten übertragen hat, so ruft der Körper meist vielfältige Symptome hervor. Bei der Borreliose ist ein erstes Merkmal das sogenannte »Erythema migrans«, eine ringförmige, schmerzlose aber sich ausbreitende Hautrötung. »Gegen Borreliose selber gibt es noch keine Impfung, jedoch ist sie aber – früh genug erkannt – meist gut mit Antibiotika behandelbar.

Wichtig ist es, die Zecke schnell zu entfernen, denn diese Infektion erfolgt erst verzögert.« Gefürchtet ist auch die Neuroborreliose, die zu verschiedensten Störungen im Bereich des peripheren und zentralen Nervensystems führen kann. »Diese ist jedoch insgesamt eher selten.« Anders als bei der Borreliose-Krankheit werden FSME-Viren sofort übertragen. Sie sind Auslöser der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer Entzündung von Hirnhäuten, Gehirn und Rückenmark.

Es gibt zwei Impfungen

Doch man kann sich schützen. An erster Stelle steht die Impfung gegen FSME. So gibt es zwei Impfstoffe, die ab dem Alter von einem Jahr zugelassen sind und von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden. »Eine persönliche Impfberatung sollte grundsätzlich vor jeder Impfung vom Haus- oder Kinderarzt erfolgen«, empfiehlt Reithmeier. Daneben stellen vor allem lange Kleidung und Schutzmittel zum Auftagen auf die Haut einen wirksamen, jedoch zeitlich begrenzten Schutz vor Zeckenstichen dar. »Zecken brauchen außerdem eine gewisse Zeit, um sich auf eine Bissstelle am Körper festzulegen. Deshalb ist es sehr wichtig, den Körper abzusuchen.«

Wie Reithmeier außerdem erklärt, verläuft ein hoher Anteil der Infektionen nach einem Biss asymptomatisch. »Wenn es zu Symptomen kommt, sind grippeähnliche Beschwerden die Regel.« Aber um Besorgte zu beruhigen, fügt er hinzu: »Nur ein minimaler Anteil der Infektion mit dem FSME-Virus führt zu einer Beteiligung des Nervensystems und somit zu schwerwiegenden Erkrankungen.« jar