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Geschäftsführer Andreas Heigenhauser zieht positive Bilanz – Immer mehr Biomasse eingesetzt

Naturwärme Reit im Winkl senkt Energiebedarf

Reit im Winkl – Durch den Anbau der Pufferspeicher-Anlage am Biomasse-Heizwerk in Reit im Winkl wurde 2016 ganzjährig der Einsatz von Biomasse nochmals kräftig erhöht.

Auf dem Bild vom Biomasse-Heizwerk Reit im Winkl sind rechts die neuen Pufferspeicher zu sehen.

Dies gab jetzt Andreas Heigenhauser bekannt, Geschäftsführer der Naturwärme Reit im Winkl. Er zog dabei äußerst positive Bilanz.

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Die Energieeinsparverordnung (EnEV) begrenze neben einem vom Gebäudetyp abhängigen Wärmeverlust auch die maximal zulässige Jahresmenge des Energiebedarfs und realisiert damit eine ganzheitliche Betrachtung bei der Gestaltung der Energieversorgung von Gebäuden. Die Ermittlung des Jahresprimärenergiebedarfs berücksichtigt auch die Aufwendungen, die bei Gewinnung und Transport der Heizenergie bis zum Gebäude anfallen.

Während die Primärenergiefaktoren fossiler und regenerativer Brennstoffe im Wesentlichen konstant sind, weist die Fernwärme durch die Vielfalt an Möglichkeiten der Wärmeerzeugung eine große Bandbreite auf, etwa durch die verschiedenen Brennstoffe, Kraft-Wärme-Kopplung oder die individuelle Anlagenstruktur.

Die Naturwärme Reit im Winkl GmbH & Co. KG betreibt in Reit im Winkl ein Fernwärmenetz zur Versorgung von 510 Gebäuden. Sie versorgt hauptsächlich Wohnhäuser, aber auch Hotels und Pensionen sowie gemeindliche Einrichtungen wie Hallenbad und Schule. Die Wärmeerzeugung besteht zur Grundlastabdeckung aus einem Biomassekessel (Holzhackschnitzel) mit Rauchgaskondensation sowie zur Spitzenlastdeckung aus einem Gaskessel (Butan) und einem Heizölkessel. Als Datengrundlage für die Zertifizierung wurden unter anderem die eingesetzten Brennstoffe und Strommenge sowie die erzeugte und verkaufte Wärmemenge der letzten drei Jahre herangezogen.

Die angelieferten Hackschnitzel bestehen zu 80 Prozent aus Fichtenholz und zu 20 Prozent aus Laubbuntholz. Der Heizwert der Hackschnitzel wurde für die Zertifizierung aus tabellierten Werten bei einem mittleren Wassergehalt von 45 Prozent angesetzt und ergibt 2,53 kWh/kg. Mit diesem mittleren Heizwert, dem angegebenen Hackschnitzelverbrauch von 28 292 Tonnen und einer gemessenen Wärmelieferung aus dem Biomassekessel inklusive Rauchgaskondensator von 71 663 636 kWh ergibt sich ein Nutzungsgrad des Biomassekessels von 99,4 Prozent. Durch einen Lagerbestandsabbau beziehungsweise -aufbau kann es zu Veränderungen beim Nutzungsgrad kommen.

Die Wärmelieferungen betrugen 63 284 110 kWh und der Stromverbrauch für den Netzbetrieb 1 554 641 kWh. Damit ergibt sich ein Netzwirkungsgrad von knapp 80 Prozent. Es gibt sicherlich Fernwärmenetze mit einem besseren Wirkungsgrad, für ein Wärmenetz in einer dörflichen Struktur mit geringer Bebauungsdichte und langen Leitungswegen gelte dieser aber als normal, hieß es.

Erfüllungsgrad des Wärmenetzes bei 178 Prozent

Die Forderung des Wärme-EEG nach einem Mindesteinsatz von erneuerbaren Energien beträgt für feste Biomasse mindestens 50 Prozent an der Wärmeerzeugung. Im Fernwärmenetz Reit im Winkl erreicht der Erfüllungsgrad einen Deckungsanteil beim Biomassekessel von 91,4 Prozent. Der Erfüllungsgrad des Wärmenetzes in Reit im Winkl wird mit einer Gültigkeit von zehn Jahren mit 178 Prozent bescheinigt.

Beobachtet man die Entwicklung des Primärenergiefaktors binnen drei Jahren, zeichnet sich deutlich ab, dass die Investition in die neuen Pufferspeicher am Heizwerk die richtige Entscheidung war. Mit 0,393 in 2016 ist dieser Wert nach nur einem Jahr deutlich von 0,544 aus dem Vorjahr gesunken.

Durch die Erweiterungen wurde 2016 ganzjährig der Einsatz von Biomasse nochmals kräftig erhöht. Der gleichzeitige Austausch der großen Stromverbraucher im Heizwerk führte zu einer Reduktion des Strombedarfs um 16 Prozent (circa 90 000 kWh pro Jahr).

Auch die Kunden nähmen erfreulicher Weise laufend Verbesserungen vor. So konnte durch den Einbau effizienter Heizungsanlagen und sonstige Energieeinsparungsmaßnahmen der örtlichen Handwerker, wie beispielsweise dem hydraulischen Abgleich der Heizungsanlagen, neuen Warmwasserboilern und Pumpen, Tausch der Fenster oder Fassaden- und Dachdämmungen, eine deutliche Reduzierung des Energiebedarfs erreicht werden. Die Energieeinsparung bleibt nach den Worten des Geschäftsführers Andreas Heigenhauser neben der Umstellung auf nachwachsende Rohstoffe eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. sh