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Großer Besucheransturm beim 40. St.-Andreas-Flohmarkt im Pfarrheim Berchtesgaden

Paradies für Schnäppchenjäger

Berchtesgaden – Es war der 40. Flohmarkt im Pfarrheim St. Andreas in Berchtesgaden und zum zweiten Mal öffnete dieser an zwei Tagen.

Die Wiese im Garten war eine wahre Fundgrube beim 40. Flohmarkt im Pfarrheim Berchtesgaden. (Fotos: Stanggassinger)

Zwei Stunden, bevor es am Freitag los ging, warteten schon Schnäppchenjäger auf den Einlass. 150 Helfer hatten seit Montag täglich von 13 bis 20 Uhr gearbeitet. Wer etwas spenden wollte, brauchte seine Ware nur im Hof zwischen Mesnerhaus und Pfarrheim abstellen. Die Leitung hatte Gabi Angerer, und ihre Tochter Kathi Pfnür war für den technischen Ablauf der Organisation verantwortlich.

Zigtausend Artikel wurden zum Verkauf angeboten, im Erdgeschoss Bücher, Elektroartikel, CDs, Schallplatten, Video, Kitsch und Krempel. Erstmals gab es im Garten ein Weihnachtsdeko-Zelt. Dort befanden sich auch das Schuhzelt, ein Geschirrzelt und ein kleiner Biergarten. Geschirr, das nass werden durfte, war auf der Wiese verteilt. Einige Regengüsse gingen an beiden Tagen nieder, doch »wir sind alles gewöhnt und für alles gerüstet«, sagte Gabi Angerer.

Im Obergeschoss hatte man Kleidung, ordentlich getrennt, Modernes sowie Trachten. Schmuck, Taschen, Koffer, Edeltrödel und Antikes befanden sich ebenfalls dort. Im Mesnerhaus gab es heuer erstmals ein Kinderparadies. Hier war der Andrang so groß, dass die Verantwortlichen immer nur dann jemanden einließen, wenn wieder ein anderer herausgekommen war. Im Hof zwischen Pfarrheim und Mesnerhaus befanden sich sperrige Artikel wie Kinderwagen, Schlitten, Schlauchboote, Möbel und dergleichen. Die Preise setzte jeder Mitarbeiter nach Gefühl fest.

Fotos vom Freitag:

Adi Angerer, der zum vierzigsten Mal und, wie er sagte, zum letzten Mal mit dabei war, verkaufte in einer antiken Schauspielerkleidung. Schauspielerisch war auch seine Verkaufstaktik: Eine Frau interessierte sich für das Fell eines Wildschweins und fragte den Adi, was dieses kosten würde. Lautstark und überzeugend setzte er 100 Euro fest, worauf die Frau erschrak und es sofort zurücklegte. Nach kurzer Mimikänderung des Schauspielers kam es dann doch noch zu einem vernünftigen Verkaufspreis. Im ersten Stock wollte ein Mädchen eine Strickmütze, ihrem Vater waren wohl 2 Euro zu viel. Eine Frau, die danebenstand und dies mitbekam, übernahm spontan die Kosten.

Das erwirtschaftete Geld der freiwilligen Helfer wird zur Hälfte an rund 15 gemeinnützige Institutionen im Berchtesgadener Landkreis verteilt. Die andere Hälfte bekommen Institutionen im Ausland, wo Berchtesgadener tätig sind. Bernhard Stanggassinger