weather-image
18°
Massive Behinderungen nach starkem Schneefall

Unfälle, Pannen, Staus: Der Abend auf der A8

Einige Unfälle und große Behinderungen verursachten starke Schneefälle am Dienstagabend zwischen 19 und 22 Uhr auf der A8 zwischen Grabenstätt und Teisenberg.

Foto: dpa/Symbolbild

Viele aus dem Süden heimreisende Oster-Urlauber hatten schon Sommerreifen an ihren Fahrzeugen montiert, sodass der Verkehr vor allem an den Steigungen und Gefällstrecken massiv beeinträchtigt wurde. Die Bereiche des Reichhauser Bergs zwischen Siegsdorf und Bergen und die Senke vor der Rastanlage Hochfelln Süd stellten anfangs die Schwerpunkte für die Verkehrspolizei dar. 

Anzeige

Verkehr kam völlig zum Erliegen

Gegen 21 Uhr kam der Verkehr in beiden Richtungen völlig zum Erliegen. Lastwägen kamen auf der schneebedeckten Fahrbahn die Steigungen nicht mehr hinauf und Auto-Fahrer mit Sommerreifen trauten sich nicht mehr weiterzufahren und blieben auf der Fahrbahn stehen. Gerade letztere hätten wohl angesichts der Witterungsverhältnisse einen früheren Stopp an geeigneter Stelle einlegen müssen.

Ein 69-jähriger Lkw-Fahrer aus Paderborn war – trotz Winterbereifung – mit seinem gering beladenden Sattelauflieger am Reichhauser Berg ins Rutschen geraten und nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Der Auflieger steckte zwischen Bankett und der Leitplanke fest, während die Sattelzugmaschine quer auf dem rechten Fahrstreifen stand.

A8 ab AS Bergen komplett gesperrt

Um Herr der Lage zu werden, wurde zunächst die Autobahn ab der Anschlussstelle Bergen gesperrt, damit die Räumfahrzeuge der Autobahnmeisterei entgegen der Fahrtrichtung die komplette Fahrbahn bis Siegsdorf vom Schnee befreien konnten. Anschließend wurde auf der Gegenseite genauso verfahren und so konnte der Verkehr in Richtung München wieder anrollen. Der Verkehr in Richtung Salzburg wurde bis zur gegen Mitternacht abgeschlossenen Bergung des Sattelzugs einspurig an diesem vorbeigeleitet. Der entstandene Schaden wird hier derzeit auf rund 3000 Euro geschätzt. 

Zeitweise wurde die Verkehrspolizei an den vielen zugleich bestehenden Einsatzorten auch durch Streifen der umliegenden Dienststellen unterstützt.

Dabei sorgten vor allem viele im Stau bis Anger liegengebliebene Pannenfahrzeuge für weitere Behinderungen, die nacheinander beseitigt werden mussten. Letztlich war es der effizienten und gut abgestimmten Zusammenarbeit mit der Autobahnmeisterei Siegsdorf und den beteiligten Abschleppdiensten zu verdanken, dass die Behinderungen vergleichsweise zügig aus der Welt geschafft wurden.

Viele Fahrer denken nicht an die Rettungsgasse

Sorgen machte den Einsatzkräften aber immer noch die oftmals nicht gebildete Rettungsgasse. Vor allem wenn kleinere Lkw- oder Wohnanhänger-Gespanne auf der Überholspur neben Sattelzügen standen war ein Durchkommen meist nicht möglich.

Zu einem weiteren Unfall kam es gegen 21.25 Uhr etwa 1,5 km vor der Anschlussstelle Neukirchen in Richtung München. Ein 56-jähriger Bosnier aus Rosenheim war mit seinen Sommerreifen auf der schneeglatten Fahrbahn beim Überholen eines Sattelzugs ins Schleudern gekommen und mit diesem kollidiert. Neben den noch unbezifferten Schäden an der Mittelleitplanke und dem dortigen Brückenbauwerk entstand an den Fahrzeugen ein Sachschaden von insgesamt 3400 Euro. Verletzt wurde niemand. Der Ford des 56-Jährigen musste abgeschleppt werden.

Sattelzug-Panne

Gegen Mitternacht blieb dann ein Forchheimer Sattelzug wegen eines technischen Defekts zwischen Grabenstätt und der Rastanlage Hochfelln Süd auf dem rechten Fahrstreifen liegen. Die Verkehrspolizei mußte auch diesen absichern, bis er gegen 1.25 Uhr abgeschleppt werden konnte.

Falsch getankt

Ein 52-jähriger Borkener blieb gegen 1.40 Uhr mit seinem VW Crafter auf Höhe Anger in Richtung München liegen, da er den falschen Kraftstoff getankt hatte. Auch er wurde abgesichert und abgeschleppt. 

Gegen 2 Uhr hatte sich die Verkehrslage wieder vollends beruhigt. Es kam zu keinerlei Stauungen mehr, so dass der zu diesem Zeitpunkt geringe Verkehr wieder ungehindert auf der schneefreien Autobahn fließen konnte.

Leider hatten den Stau viele Lkw-Fahrer zum Anlass genommen, mehr oder weniger sogleich an Ort und Stelle ihre Ruhezeit einzubringen. So waren vor allem die Ausfahrt Siegsdorf sowie die Zufahrten zu den Rastanlagen Hochfelln gefährlich zugeparkt und die Beamten mit der Erteilung von Platzverweisen noch eine Zeit lang beschäftigt.

Pressemeldung der Verkehrspolizei Traunstein