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Projekt des Arbeitskreises »Erneuerbare Energien« im Marktgemeinderat vorgestellt

Wasserkraftnutzung beim Klaushäusl

Grassau – Rudimente der alten Aufschlagwasserleitung, die früher die Solehebemaschine im Klaushäusl versorgt hat, sind noch vorhanden.

Blick auf die Museumsanlage: Hier soll die Druckwasserleitung wieder verlegt werden. (Foto: Eder)

Nun stellte der Agenda-Arbeitskreis »Erneuerbare Energien« den Antrag auf Kleinstwasserkraftnutzung beim Klaushäusl. Damit könnte nach dem Motto »Auf den Spuren des Brunnwarts« die zeitlose Bedeutung des Wassers zur Energiegewinnung vorgestellt werden. Einhellig stimmte der Grassauer Marktgemeinderat einer Machbarkeitsstudie zu.

2015 war der Projektantrag schon einmal vorgestellt worden, allerdings in einem wesentlich größeren Ausmaß mit einer neuen Aufschlagwasserleitung von sechs bis sieben Kilometern. Der Rat stimmte damals zwar einer Machbarkeitsstudie zu, allerdings waren die Bayerischen Staatsforsten mit einem sechs bis sieben Kilometer langen Weg nicht einverstanden.

Das Projekt, so Antragsteller Richard Bämayr, sei nun modifiziert worden. Die alte Aufschlagswasserleitung, die zum Betrieb der Reichenbach'schen Solehebemaschine im Klaushäusl diente, soll nun auf den letzten 70 bis 90 Höhenmetern oberhalb des Brunnhauses neu verlegt werden. Die Wasserfassung soll im Grießenbach mittels eines »Tiroler Wehrs« erfolgen. So werde sichergestellt, dass ausreichend Restwasser im Bach verbleibe und Fische wie aquatische Kleinstlebewesen nicht unterversorgt werden.

Mit dieser neuen Druckleitung könne eine Turbine mit Generator betrieben werden. Der erzeugte Strom könne vom Museum verbraucht oder ins öffentliche Netz eingespeist werden. Ein Teil des aus der Turbine abfließenden Wassers könnte zudem ein funktionstüchtiges Modell einer Reichenbach'schen Solehebemaschine antreiben und so die Funktionsweise der Maschine erklären. Dies wäre eine zusätzliche Attraktion für das Museum.

Der Arbeitskreis kann sich zudem vorstellen, dass der Weg neben der Rohrleitung als Themen-Wanderweg bis zum Wasserfall hergestellt wird. Am Wasserfall wäre eine kleine Plattform schön. Damit ließe sich ein Naturerlebnis mit Technik- und Wirtschaftsgeschichte verbinden. Der Weg würde rund 800 Meter lang sein.

Das Kleinstwasserkraftwerk könnte über das Leader-Programm gefördert werden. Zur Vorgehensweise erklärte Richard Schreiner vom Arbeitskreis, dass zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellt werden sollte. Sollte diese positiv ausfallen, könnte zum Schluss des Projekts oder parallel hierzu der Wanderweg geschaffen werden. Möglich wäre mit dem erzeugten Strom zwischen 20 und 25 Haushalte zu versorgen.

Museumsleiter Stefan Kattari hält das Projekt für interessant, da den Besuchern die schwer verständliche Solehebemaschine mit einem funktionierenden Modell besser erklärt werden könne. Vom Themenweg hingegen sei er nicht überzeugt. Einstimmig votierte der Rat für die Machbarkeitsstudie. tb