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Bogenschützin Katharina Bauer hat Olympia 2020 fest im Visier

So eine Ablenkung kommt Bogenschützin Katharina Bauer aus Raubling schon mal gelegen. Ein Fotoshooting mit dem bekannten Sportfotografen Ernst Wukits am Chiemsee bei Feldwies. Doch auch hier wird der 22-jährigen einiges abverlangt. 

Foto: Wukits

Katharina Bauer muss ein ums andere Mal auf das Standup-Paddle von Fabian Imdahl. „Eine gute Gleichgewichtsübung für mich“, lacht die für die FSG Tacherting startende Sportlerin. Immerhin darf sie sich beim Shooting im Dirndlgewand zeigen und auch da macht sie eine gute Figur. In drei Jahren will sie bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio an den Start gehen. Die Spiele in Rio im vergangenen Jahr hat sie verpasst. Da hat sie ihren Fokus auf die Ausbildung bei der DAK-Gesundheit gelegt, die sie im kommenden Jahr beenden wird. „Als Sportler braucht man nicht nur eine Top-Krankenkasse, sondern auch einen kulanten Arbeitgeber der einen unterstützt“, sagt sie dankbar. Regelmäßig bekommt sie von der DAK die Freistellung für Trainingsmaßnahmen und Wettkämpfe.

 

Mit hartem Training zu Muskeln und Erfolg

Begonnen hat sie im Alter von zehn Jahren bei ihrem Heimatverein BSG Raubling. „Erfolgreich bin ich am Anfang nicht gewesen, aber es hat wahnsinnigen Spaß gemacht.“ Bereits 2010 hat sie den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft. Ein großer Schritt vom Oberbayern- über den Bayernkader. Zwei Jahre später hat sie ersten internationalen Titel mit dem Gewinn der Europameisterschaft in der olympischen Distanz gewonnen. Der Bogensport ist sehr aufwändig. Vier bis fünfmal die Woche steht sie am Schießstand. 25.000 Pfeile im Jahr feuert sie ab, das sind 800 während einer Woche. Zum Vergleich, Hobbysportler kommen auf 200 Pfeile wöchentlich. Ein wichtiger Bestandteil ist auch das Ausdauer- und Krafttraining. Unübersehbar trotz ihrer schlanken Figur, an den Oberarmen hat sie ganz schöne „Muckis“. Für Bogensport auf internationalem Top-Niveau ist körperliche Fitness eine Grundvoraussetzung. „Das meiste läuft aber im Kopf ab“, erklärt sie. „Da ist die mentale Stärke entscheidend, alles andere kann man trainieren.“ Bis zu zwölf Stunden dauert in der Bundesliga oder im Einzel ein Wettkampftag. Natürlich sind da auch Pausen dabei um zu Essen und zu Trinken oder auch die Seele baumeln zu lassen. Manchmal kommen die Fragen wenn ein Pfeil das Ziel verfehlt. „Warum klappt das im Training und jetzt nicht mehr?“

 

Das Sportgerät muss für Katharina maßgeschneidert sein

In diesem Sommer stehen noch einige Wettkämpfe an. Deutsche Meisterschaft, ein Weltcup und im Oktober möglicherweise die WM in Mexiko. Vor einem Jahr hat sie für großes Aufsehen erregt. Da hat sie in einem Wettkampf die Olympiazweite von Rio, Lisa Unruh besiegen können. Bei Turnieren in der Halle ist die Zielscheibe 18 Meter entfernt, zu treffen ist ein Ziel mit dem Durchmesser eine 2Euro-Münze. Im Freien ist das Ziel 70 Meter entfernt. Das Ziel hat die Größe einer handelsüblichen CD. Zwischen 100 und 135 Pfeile werden bei einem Wettkampf abgefeuert. Einsteiger beim Bogenschießen sind jederzeit gerne gesehen. Der Bogen wird zunächst gestellt und es kann unter Anleitung geschossen werden. Später kann das Material gegen Gebühr ausgeliehen werden. Für einen eigenen Bogen kann man zwischen 100 und 1.000 Euro ausgeben. Bei Katharina Bauer ist es auf ihrem Niveau ein maßgeschneidertes Sportgerät plus Ersatzbogen. Für einen Bogen muss sie 3.000 Euro berappen. „Mit einem fremden Bogen kann man nicht schießen“, erklärt sie. Dann wünschen wir Katharina Bauer viel Erfolg auf den Weg nach Tokio. Auch da sind sicher schöne Plätze für ein Foto-Shooting vorhanden. Dann statt Dirndl vielleicht mit Medaille.

Text: Siegi Huber
Fotos: Ernst Wukits