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0:0 im Rhein-Main-Derby: Frankfurt auf Europa-Kurs

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1. FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt
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Der Mainzer Andreas Ivanschitz (l) und Frankfurts Bamba Anderson schenken sich im Zweikampf nichts. Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpa

Mainz (dpa) - Nach der Nullnummer im Rhein-Main-Derby beim FSV Mainz 05 wurden die ausgelaugten Profis von Eintracht Frankfurt von ihren Fans wie die Sieger gefeiert. Und auch die Vereinsführung des Aufsteigers machte sich froh gelaunt auf den kurzen Heimweg.


Der Punkt lässt die Hessen drei Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Bundesliga weiter von der ersten Europareise seit sieben Jahren träumen. »Für uns ist das Ergebnis okay, weil wir Mainz auf Distanz gehalten haben und im Kampf um einen internationalen Startplatz immer noch dabei sind. Das ist richtig schön«, erklärte Eintracht-Trainer Armin Veh.

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Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen war ebenfalls erleichtert, nachdem die Frankfurter in den vorhergehenden Derbys zweimal abgewatscht worden waren. »Von Schönheit kann man nicht sprechen, aber letztlich haben wir den Punkt verdient. Ich bin sehr zufrieden«, lobte der Vorstandsvorsitzende.

Mainz-Trainer Thomas Tuchel war dagegen sichtlich bedient. Zum sechsten Mal nacheinander blieb seine Mannschaft ohne Sieg. »Wir haben es wieder nicht geschafft, zu gewinnen. Deshalb bin ich sehr unzufrieden. Auch heute waren mangelnde Effektivität und Durchschlagskraft im Strafraum der Grund«, kritisierte er seine zumindest kämpferisch überzeugenden Profis. Die Mainzer verspielten damit wohl ihre letzte Chance, noch einmal in den Kampf um den Einzug in die Europa League einzugreifen.

In einem emotionalen, aber spielerisch schwachen Nachbarschaftsduell warteten die 34 000 Fans in der ausverkauften Mainzer Arena vergeblich auf ein Tor. Beide Teams bekämpften sich in der neutralen Zone und ließen bei den wenigen Chancen den nötigen Killerinstinkt vermissen. Mainz-Keeper Christian Wetklo musste sich sogar öfter auszeichnen als sein Gegenüber Oka Nikolov, der trotz einer Leistenblessur durchspielte. »Mir hat der Muskel wehgetan, deshalb habe ich keine Abstöße mehr gemacht«, berichtete der 38 Jahre alte Torwart-Oldie.

Die besten Möglichkeiten für die Gäste boten sich dem wiedergenesenen Alexander Meier (43.) und Sebastian Rode (82.), die jeweils am glänzend reagierenden Wetklo scheiterten. Ein Kopfball von Marco Russ (44.) ging knapp übers Tor. »Wir wollten eigentlich mehr. Aber wenn man die 90 Minuten betrachtet, können wir mit dem Punkt sehr gut leben«, sagte Meier.

Die Eintracht steht nun bei 46 Punkten und kann in den letzten drei Spielen gegen Fortuna Düsseldorf, Werder Bremen und den VfL Wolfsburg aus eigener Kraft die Teilnahme an der Europa League perfekt machen. »Unsere Chancen sind intakt«, stellte Veh zufrieden fest.

Das können die Mainzer, die 40 Zähler auf ihrem Konto haben, nicht behaupten. »Der Punkt nützt Frankfurt natürlich mehr als uns«, sagte FSV-Manager Christian Heidel. Einen möglichen Sieg vergaben Nicolai Müller (24.), der den Ball frei vor Nikolov am Tor vorbeischlenzte, und Radoslav Zabavnik (53.), dessen Kopfball Nikolov parierte. Einen Schuss von Chinedu Ede ((72.) blockte Russ.

Insgesamt machte sich das Fehlen von Torjäger Adam Szalai jedoch schmerzlich bemerkbar. Der mit 13 Treffern beste Torschütze der Mainzer fällt für den Rest der Saison wegen einer Fraktur im Querfortsatz des Lendenwirbels aus. »Das tut uns extrem weh«, sagte Tuchel. Es war eine weitere schmerzhafte Erkenntnis für den vom Erfolg besessenen Coach.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 58,3 - 41,7

Torschüsse: 14 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 50 - 50

Fouls: 14 - 15

Ecken: 7 - 7

Quelle: optasports.com