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1:0 in Frankfurt: Augsburg arbeitet sich aus der Krise

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Eintracht Frankfurt - FC Augsburg
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Sascha Mölders (r) freut sich über mit dem Siegtorschützen Raul Bobadilla. Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Der FC Augsburg hat nach seinem Fehlstart in der Fußball-Bundesliga den ersten Sieg in der neuen Saison gefeiert. Raul Bobadilla schoss in der 48. Minute den entscheidenden Treffer zum verdienten 1:0 (0:0) bei Eintracht Frankfurt.


Der FCA vergab vor 43 500 Zuschauern durch mangelhafte Chancenverwertung sogar noch einen höheren Sieg. »Wir hatten vollstes Vertrauen und das hat sich heute bestätigt«, lobte Augsburgs Trainer Markus Weinzierl. Die Frankfurter kassierten die erste Pflichtspiel-Niederlage unter ihrem neuen Trainer Thomas Schaaf. Dabei hatten sie das Pech, dass Schiedsrichter Manuel Gräfe ihnen einen klaren Elfmeter verweigerte.

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Augsburg spielte selbstbewusst auf, als hätte es den schwachen Saisonauftakt nicht gegeben. Weinzierl trieb sein Team von der Seitenlinie aus immer wieder an, früh zu stören. Die Gäste wollten nach den zwei Start-Niederlagen und dem Aus im DFB-Pokal bei Regionalligist 1. FC Magdeburg diesmal unbedingt punkten, begannen forsch und ließen den Ball mit hohem Tempo laufen. Die Hessen warteten zunächst ab.

Bei der Eintracht war durch den Kreuzbandriss von Nelson Valdez ein Platz in der Offensive freigeworden. Schaaf entschied sich für den Tschechen Vaclav Kadlec als Ersatz. Publikumsliebling Alexander Meier, nach Schaafs Meinung noch nicht fit genug für einen Einsatz von Beginn an, blieb nach seiner Einwechslung (56.) wirkungslos.

Bei Augsburg lief im offensiven Mittelfeld fast alles über den Ex-Frankfurter Halil Altintop. Vor allem kämpferisch wusste das Team von Weinzierl zu überzeugen und präsentierte sich in der Offensive mit Bobadilla, Sascha Mölders und Altintop physisch sehr stark.

Frankfurt zeigte seinerseits schon viel von dem, was Schaaf neu eingeführt hat: sehr schnörkelloses, direktes und manchmal auch riskantes Offensivspiel. Insgesamt gingen aber zu viele Bälle durch Abspielfehler verloren. »Wir haben heute kopflos gespielt, vom ersten Moment an nicht ins Spiel gefunden«, monierte Schaaf. Dass in der positiven Entwicklung der Mannschaft »irgendwann mal ein Haker« komme, habe er erwartet. »Wir machen uns aber nicht verrückt. Es tut weh, aber wir haben einen langfristigen Weg.«

Nach einer Viertelstunde der erste Aufreger: Takashi Inui hatte nach schönem Zuspiel von Makoto Hasebe die bis dahin größte Chance für die Eintracht (15.), scheiterte nur an Marwin Hitz im Tor. Bei der folgenden Ecke zerrte Dominik Kohr am Trikot von Kadlec und ihn zu Boden - Gräfe gab den klaren Elfmeter aber nicht. »Der Schiedsrichter hat es nicht gesehen, der Linienrichter auch nicht richtig, dann hat das Headset nicht funktioniert«, klagte Torwart Kevin Trapp. Danach kam Frankfurt etwas besser ins Spiel. Der auffällige Kadlec verpasste mit einem Hackentrick (30.) nur knapp das Tor. Augsburg behielt aber seine klare Linie im Spiel und erarbeitete sich weitere Chancen durch den überzeugenden Bobadilla (32.) und Ragnar Klavan (45.) per Kopf.

Nach dem Seitenwechsel sahen die Eintracht-Fans das Debüt von Slobodan Medojevic, den Frankfurt vor der Länderspiel-Pause für knapp zwei Millionen Euro vom VfL Wolfsburg gekauft hat. Der Serbe kam für den Platzverweis-gefährdeten Hasebe. Die ersten Minuten nach dem Wechsel gehörten aber wieder nur Augsburg. Direkt nach der Pause musste Trapp zweimal auf der eigenen Linie klären. Bobadilla machte es schließlich besser und schoss den FCA zur Führung (48.).

Frankfurt kam danach nur noch zu einer großen Chance durch Neuzugang Haris Seferovic (85.) - und musste sich vereinzelte Pfiffe von den eigenen Fans gefallen lassen. Augsburg blieb bis zum Ende dominant, Tobias Werner traf sogar noch zweimal den Pfosten. »Die Erleichterung ist groß, dass wir als Sieger vom Platz gehen«, sagte Werner.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 59,3 - 40,7

Torschüsse: 14 - 17

gew. Zweikämpfe in %: 53,9 - 46,1

Fouls: 14 - 21

Ecken: 5 - 6

Quelle: optasports.com