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11,1 Millionen Kilowattstunden Strom für die Bürger

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Die Geschäfte führen (von links) Johannes Abstreiter, Maria Hasselberger, Josef Mayer und Peter Irlinger. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 trotz stetig wachsender Bürokratie und schwieriger Rahmenbedingungen im Bereich der Energieversorgung konnte die Elektrizitätsgenossenschaft Vogling & Angrenzer (EVA) bei ihrer ordentlichen Mitgliederversammlung im Gasthof Hammerwirt zurückblicken.


Geschäftsführer Johannes Abstreiter freute sich über den guten Besuch, mit dem die Mitglieder der Genossenschaft ihr Interesse und die Wertschätzung an der Arbeit von Vorstand, Aufsichtsrat und den Mitarbeitern ausdrücken. Er verwies auf das nun schon 100-jährige Bestehen der Genossenschaft.

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Die Kaufmännische Geschäftsführerin Maria Hasselberger gab einen Einblick in die Versorgung Bayerns mit Energie. Dabei hob sie besonders die Bedeutung der erneuerbaren Energien Wasser, Sonne und Wind hervor. In ganz Bayern erzeugen derzeit ihren Angaben zufolge mehrere Hunderttausend kleinere dezentrale Einheiten und etwa 250 große Kraftwerke Strom, den 350 Stromnetzbetreiber flächendeckend im gesamten Freistaat verteilen. Diese Struktur verändere sich momentan fundamental und erfordere neue Verantwortlichkeiten bei den Netzbetreibern und der Stromeinspeisung.

In das 375 Kilometer lange Stromnetz hat die EVA 2018 aus Photovoltaik-, Wasser-, Biogasanlagen und Blockheizkraftwerken rund 11,1 Millionen Kilowattstunden (kWh) eingespeist. Während aufgrund der vielen Sonnenstunden der Anteil des Sonnenstroms um circa 300 000 kWh anstieg, ging die Erzeugung aus Wasserkraft, bedingt durch langandauernde Niedrigwasserstände, um gut eine Million kWh zurück.

Der Netzumsatz erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 69 Millionen kWh, knapp 21 Millionen verbrauchten die Kunden der EVA, der Rest lief durch das Netz an fremdversorgte Kunden, wobei die drei größten Siegsdorfer Unternehmen einen Anteil von 38,1 Millionen kWh beanspruchten. Um die 94 Kilometer Mittelspannungsleitungen und das über 280 Kilometer lange Niederspannungsnetz mit 108 eigenen Stationen und 16 Kundenstationen auf dem gewohnt guten Stand zu halten und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, investierte die Genossenschaft in Bau und Betrieb der Energieverteilungsanlagen rund 360 000 Euro.

Der Umbau der Werkstatt und Lagerräume, der im September 2018 begonnen wurde, ist fast abgeschlossen. Sie bieten nun den insgesamt 43 Mitarbeitern in der Genossenschaft (13) und der angeschlossenen Dienstleistungs GmbH (30) eine zeitgemäße Grundlage für ihre Arbeit am Kunden. Zum September 2019 konnten zu den derzeit sieben Auszubildenden noch einmal drei neue Anwärter für den Beruf »Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik« hinzugewonnen werden.

Oberrevisor Jürgen Volkert vom Genossenschaftsverband Bayern stellte das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs 2018 vor und ließ die Mitglieder über die Bilanz und die Verwendung des Reingewinns abstimmen. Die Bilanzsumme von zehn Millionen Euro ergab nach Abzug der erforderlichen Abschreibungen, Berichtigungen und Rückstellungen einen Bilanzgewinn 2018 von rund 140 000 Euro.

Nachdem auch der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Theo Buchöster, seinen Bericht vorgetragen hatte, genehmigten die Mitglieder die Verteilung des Reingewinns, wobei an die 1042 Anteile der 271 Mitglieder eine Bardividende von 22 000 Euro (13 Prozent) erfolgt.

Einen Einblick in die Arbeiten des laufenden Jahrs gab Geschäftsführer Josef Mayer. Im Mittelspannungs- und Niederspannungsbereich seien bereits viele geplante Arbeiten umgesetzt worden, die umfangreichen Schäden an Leitungen und Verteilern nach dem schneereichen Winter und der Ausfall des Unimog mit der Seilwinde hätten aber einige geplante Projekte in Verzug gebracht.

Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm freute sich auch im Namen seines Amtskollegen Thomas Gasser aus Teisendorf über die gute Arbeit der EVA, die seit Jahrzehnten trotz größter Herausforderungen immer auf der Höhe der Zeit sei. Sie sei mit Kontinuität und Dienst am Kunden auch für die Zukunft bestens gerüstet.

Mit Peter Irlinger stellte sich der Nachfolger von Maria Hasselberger in der kaufmännischen Geschäftsführung vor. Irlinger gehört seit Jahresbeginn dem Betrieb an und wird ab 2020 die Geschäftsführung übernehmen

Der 54-jährige Oberwössner hat nach seiner Ausbildung zum Kaufmann mit Fachabitur ein Studium der Betriebswirtschaft absolviert und dann als Assistent der Geschäftsleitung in der Druckbranche gearbeitet. Über 20 Jahre war er als Prokurist in der kaufmännischen Geschäftsführung eines Automobilzulieferers beschäftigt, bevor ihn der Wunsch nach neuer beruflicher Herausforderung und Heimatnähe zur EVA gebracht haben.

Mit dem Hinweis auf einen Festabend im September, bei dem die Elektrizitätsgenossenschaft Vogling & Angrenzer ihr 100-jährige Bestehen gebührend feiern werde, beschloss Hasselberger die Versammlung. FK