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1200 Zuschauer beim Ringsportspektakel

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Tamas Fodor zeigte gegen Michael Marnette wie gewohnt seine ganze Klasse. (Foto: Waßmuth)

Das heiß ersehnte Ringer-Derby zwischen den Erzrivalen TSV Berchtesgaden und SC Anger hat am Samstagabend 1200 Zuschauer, die beim Spektakel mitfiebern wollten, in den AlpenCongress gelockt. Am Ende stand ein Sieg des SC Anger, die Berchtesgadener Ringer haben jedoch ebenfalls eine starke Leistung gezeigt.


Mittlerweile überregional bekannt und deutschlandweit einmalig sind die enormen Zuschauerzahlen und die Stimmung bei Heimkämpfen des TSV Berchtesgaden. Das Derby zwischen Anger und Berchtesgaden ist dabei noch einmal herausragend, da zusätzlich zu den Berchtesgadener Ringsportfreunden zahlreiche Fans aus Anger anreisen, um ihre Mannschaft anzufeuern. Der SC Anger war als klarer Favorit gehandelt worden, der Kampf in der Hinrunde war mit einem 21:7-Erfolg des SC deutlich ausgefallen. Und dennoch versprach die Aufstellung einen spannenden Abend mit interessanten Kämpfen.

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Zunächst holte sich Tobias Küpper in der Klasse bis 57 kg kampflos seine Punkte ab. Anger konnte wie bereits über die gesamte Saison verletzungsbedingt keinen Kämpfer auf die Matte schicken. In der ersten tatsächlichen Begegnung des Abends traf Peter Fodor im Gewicht bis 130 kg auf den in dieser Saison ungeschlagenen Armin Majoros. In dem ereignisarmen, aber intensiven Kampf, musste Fodor einen 0:4-Punktsieg seines Gegners hinnehmen. Jetzt stand es Berchtesgaden gegen Anger 4:2.

Sebastian Hillebrand konnte in 61 kg Freistil seinen Gegner Lorenz Hagelauer zweimal vom Stand in die Bodenlage bringen und war außerdem der aktivere Ringer, wie Schiedsrichter Robert Reitmeir richtig erkannte. So führte ein 6:0-Punktsieg von Hillebrand zu einem Zwischenstand von 6:2 für Berchtesgaden.

Tamas Fodor zeigte bis 98 kg in griechisch-römisch wie gewohnt seine ganze Klasse und konnte aus der Bodenlage durch sechs Durchdreher in Folge mit 15:0 technisch überlegen gewinnen. Sein Kontrahent Michael Marnette war chancenlos.

In der Klasse bis 66 kg im griechisch-römischen Stil hatte es Lukas Laue mit dem für seinen unangenehmen Ringstil bekannten Felix Baumgartner zu tun. Im Laufe des Kampfes wurde für beide Ringer Bodenlage angeordnet, der TSV-Ringer konnte das Ausheben und den Wurf aus der Bodenlage verhindern. Laue, der am Nachmittag bereits 90 Minuten auf dem Fußballplatz gespielt hatte, wurde nur gegen Ende des Kampfs auf den Boden gezwungen und gab die Wertung ab. So stand es zur Pause 10:4 für den TSV Berchtesgaden.

In der zweiten Hälfte schickte Berchtesgaden in 86 kg Lukas Gruber mit Übergewicht auf die Matte, eine Konsequenz auch aus Verletzungen der eigenen Sportler. Vier Punkte gingen also automatisch nach Anger, Gruber hätte jedoch ohnehin eine Punktniederlage gegen Max Pöschl erlitten, wenngleich er seinen Gegner mit dem Spaltgriff ärgern konnte und so eigene Punkte erzielte.

Christoph Graßl trat bis 71 kg in Freistil gegen Matthias Eckart an. Dessen Spezialität, einen Beinangriff von außen am Fuß zu starten, wurde Graßl zum Verhängnis. Im Kampfgeschehen verletzte er sich auch aufgrund einer Vorschädigung am Knöchel. Graßl konnte nicht mehr weiterringen und musste aufgeben. Doch danach ging es für den TSV wieder aufwärts: Marius Mackamul konnte in 80 kg einen Punktsieg gegen Dennis Baumgartner erzielen, der vom Schiedsrichter mehrmals als passiv verwarnt wurde. Zudem konnte Mackamul seinen Gegner zweimal aus dem Mattenrund befördern und so eigene Punkte erzielen. Der TSV-Ringer holte so wichtige zwei Punkte für die Mannschaft. Zwei Kämpfe vor Schluss stand es nun 12:12-Unentschieden.

Alexander Petersen stand in seiner Stilart, Griechisch-römisch, Michael Klouceck gegenüber. Dieser konnte den Berchtesgadener in die Bodenlage bringen, ausheben und werfen. Die gleiche Technik versuchte er noch ein zweites Mal, nun war Petersen aber schneller und konnte den Angerer kurzzeitig selbst in die gefährliche Lage bringen. Klouceck entkam jedoch und gewann am Ende nach Punkten mit 2:9. Im letzten Kampf des Abends hatte Michael Brandner, der auf 75 kg Gewicht gemacht hatte, einen starken Gegner und musste die technische Überlegenheit seines Kontrahenten Markus Fürmann anerkennen. Dieser überzeugte sowohl im Stand, als auch im Bodenkampf, beispielsweise mit der selten gesehenen »Russenrolle«. So war der Kampf bereits vor der Zeit beendet.

Am Ende stand eine 12:18-Niederlage auf dem Tableau, was aber eine durchaus respektable Leistung darstellt, angesichts der Umstände. Abteilungsleiter Hans Labacher zeigte sich insgesamt zufrieden mit seiner Mannschaft: »Dass es schwierig wird, gegen Anger zu gewinnen, haben wir vorher gewusst. Unsere Ringer haben sich gut verkauft und für die Zuschauer waren es spannende und schöne Kämpfe.« In der Tabelle bleibt Berchtesgaden mit diesem Ergebnis stabil auf dem sechsten Platz vor Schlusslicht Unterföhring. Nächste Woche ist Berchtesgaden auswärts in Freising. Der letzte Heimkampf für diese Saison findet am 23. November gegen den SV Untergriesbach statt. Hier können bereits Sitzplätze für die Saison 2020 reserviert werden, die im September beginnt.

Alexander Wimmer