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Landgericht Traunstein: Milde Haftstrafen für Schleuser

13 Tote bei Flucht übers Mittelmeer – Schleuser in Traunstein verurteilt

Traunstein – Bis zu zweistellige Haftstrafen hatte die Staatsanwaltschaft für drei angeklagte Schleuser gefordert – am Freitag verkündete das Landgericht Traunstein das Urteil.

Urteil gegen Schleuser
Die Angeklagten sitzen mit einem Dolmetscher im Gerichtssaal in Traunstein. Foto: Peter Kneffel Foto: dpanitf3

Im Prozess um den Tod von 13 Flüchtlingen auf dem Mittelmeer hat das Landgericht Traunstein am Freitag drei Schleuser verurteilt. Der 27 Jahre alte Hauptangeklagte bekam wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern vier Jahre Haft, der Bootsführer zweieinhalb Jahre. Den dritten einschlägig vorbestraften Angeklagten, der als eine Art Vermittler wirkte, verurteilte das Gericht unter Einbeziehung der früheren Strafe zu zwei Jahren auf Bewährung. Einer der Angeklagten war zuletzt in Burghausen gemeldet.

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Die Schleuserfahrten hatten vom türkischen Izmir über das Mittelmeer nach Griechenland geführt. Bei einer der Passagen im September 2015 stieß das völlig überladene und unbeleuchtete Schlauchboot mit den Flüchtlingen kurz vor der Insel Lesbos nachts mit einem Frachter zusammen. 13 Menschen starben, zwei Kinder werden bis heute vermisst.

Der Hauptangeklagte soll laut Anklage syrische Landsleute in der Türkei angesprochen und die lebensgefährlichen Bootsfahrten vermittelt haben. Der Bootsführer war selbst ein Flüchtling, der für die Übernahme des Ruders umsonst mitfahren konnte. Der dritte hielt Kontakt zu Familienangehörigen von Flüchtlingen in Deutschland.

dpa/lby/th