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1:4 gegen den HSV: Hoffenheim Chancen minimal

Sinsheim (dpa) - Nur noch ein kleines Wunder kann 1899 Hoffenheim vor dem Abstieg retten. Der Herbstmeister von 2008 unterlag am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga dem Hamburger SV mit 1:4 (0:2) und ermöglichte damit den Hanseaten die letzte Chance auf die Europa-League-Teilnahme.

1899 Hoffenheim - Hamburger SV
Roberto Firmino steht mit Hoffenheim nach der Pleite gegen den HSV vor dem Abstieg. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa

Während der HSV zum Saisonfinale theoretisch noch den sechsten Rang erobern kann, hat die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol nur minimale Chancen auf den Relegationsplatz. Der Tabellenvorletzte konnte die Niederlagen der Konkurrenz nicht nutzen und müsste am nächsten Samstag beim Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund gewinnen, um die zwei Punkte Rückstand auf Fortuna Düsseldorf (in Hannover) und den FC Augsburg (gegen Greuther Fürth) wettzumachen.

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«Wir verarbeiten jetzt dieses Spiel und dann fahren wir voller Zuversicht nach Dortmund - die Saison ist noch nicht zu Ende», sagte Gisdol bei «Liga total» voller Trotz. Mittelfeldspieler Kevin Volland, der das einzige Tor der TSG schoss (61.), versprach: «Wir werden bis zur letzten Minute in Dortmund kämpfen, um in der Bundesliga zu bleiben.»

Vor 30 150 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena erzielten Heung-Min Son (18. Minute), Dennis Aogo (35.), Petr Jiracek (60.) und Artjoms Rudnevs (88.) die Treffer für den HSV. Es war der erste Sieg der Hamburger im fünften Anlauf in Hoffenheim. «Wir haben viel zu gewinnen und nichts zu verlieren. Vielleicht sind wir in der Jägerrolle besser», meinte HSV-Trainer Thorsten Fink angesichts von zwei Punkten Rückstand auf den Tabellensechsten Eintracht Frankfurt.

Mit einer mutigen Aufstellung ging Gisdol in das 85. und zumindest vorerst wohl letzte Erstliga-Heimspiel der TSG - und verzockte sich: Der unerfahrene Stefan Thesker verteidigte links für US-Nationalspieler Fabian Johnson, und in der Innenverteidigung vertrat der erst 17 Jahre alte Niklas Süle bei seinem Erstliga-Debüt den gesperrten Jannik Vestergaard. Beide Youngster stürzten von einer Verlegenheit in die nächste. Außerdem enttäuschte Sven Schipplock, der in seinem 47. Bundesliga-Spiel erstmals 90 Minuten durchspielen durfte, als einziger Stürmer.

Vor allem Son wirbelte die TSG durcheinander. Die Hanseaten gaben in der ersten Halbzeit den Ton an. Die erste große Lücke in der Hintermannschaft der Hausherren nutzte der Südkoreaner per Kopf nach einer Flanke von Dennis Diekmeier zum 1:0. Jiracek hätte in der 28. Minute den zweiten Treffer für den HSV machen müssen, der Tscheche schlenzte den Ball jedoch Zentimeter am TSG-Tor vorbei.

«Zweite Liga - Hoffe ist dabei», höhnten die HSV-Fans da schon. Und: «Wir singen: Hoffe, Hoffe, zweite Liga - oh, wie ist das schön.» Die Hoffenheimer wehrten sich verbissen, aber bis auf einen Fernschuss von Sejad Salihovic und einen abgeblockten Flugkopfball des Mittelfeldstrategen sprang zunächst nicht viel heraus.

Auf der Gegenseite tanzte Son die überforderte TSG-Abwehr immer wieder aus. Casteels lag schon am Boden, als der wieselflinke Angreifer Aogo bediente und der aus kurzer Distanz zum 2:0 einschoss. Glück hatten die Gäste, als kurz vor dem Pausenpfiff Marcell Jansen auf der Torlinie einen Kopfball von Volland abwehrte. Verzweifelt kämpfte Hoffenheim um den Anschlusstreffer, aber nur noch Volland traf noch nach Jiraceks zwischenzeitlichem Tor zum 3:0. Der eingewechselte Rudnevs machte dann aber alles klar. «Hamburg war brutal effektiv», räumte Gisdol ein, seine Mannschaft habe «etwas übermotiviert und nervös» gewirkt.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 61,2 - 38,8

Torschüsse: 18 - 15

gew. Zweikämpfe in %: 48,4 - 51,6

Fouls: 20 - 20

Ecken: 5 - 1

(Quelle: optasports.com)