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150 Jahre Kreissparkasse Traunstein–Trostberg

Traunreut. Vom Bezirks- über Distrikt hin zu einem hochprofessionellen Geldinstitut hat sich die Kreissparkasse Traunstein–Trostberg in den vergangenen 150 Jahren entwickelt. Seit ihrer Gründung 1863 in Traunstein, gestaltet die Sparkasse das Leben im Landkreis Traunstein mit. Ihren 150. Geburtstag nimmt sie zum Anlass, bei ihren Kunden Danke zu sagen: Pro Einwohner spendet die Kreissparkasse 150 Cent. Bei 170 000 Einwohnern im Landkreis Traunstein bedeutet das eine stattliche Summe von 259 200 Euro. Ein Euro geht direkt an jede Gemeinde und 50 Cent fließen in den Landkreis Traunstein.

Im Rahmen des Festaktes anlässlich des Jubiläums »150 Jahre Kreissparkasse Traunstein–Trostberg« überreichten die Vorstände eine beachtliche Jubiläumsspende an den Landkreis und Gemeinden. Unser Bild zeigt von links den Vorstandsvorsitzenden Werner Linhardt, Vorstand Josef Schallinger, Bürgermeister Franz Parzinger, Moderatorin Steffi Gampert, Vorstand Stefan Nieß und Landrat Hermann Steinmaßl. Weitere Bilder unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos (Foto: Rasch)

Im Rahmen eines Festabends mit 150 geladenen Gästen im k1 in Traunreut wurden die Spenden von Vorstandsvorsitzenden Werner Linhardt und seinen Mitstreitern im Vorstand Josef Schallinger und Stefan Nieß überreicht. Einen symbolischen Scheck in Höhe von 172 800 Euro nahm der Hausherr und Sprecher der 35 Städte und Gemeinden im Landkreis Traunstein, Traunreuts Bürgermeister Franz Parzinger, entgegen und 86 400 Euro Landrat Hermann Steinmaßl als Vertreter des Landkreises Traunstein. Die Aktion wurde mit großem Beifall bedacht. »Eine tolle Sache«, fand Parzinger und versicherte, dass die Traunreuter Spende in den Vereinen oder sozialen Einrichtungen gerecht verteilt werde. Die Landkreisspende soll laut Steinmaßl u.a. als Starthilfe für neue Projekte dienen oder in die Oberbayerischen Kultur- und Jugendkulturtage fließen, die im Juli im Landkreis Traunstein stattfinden.

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In seiner Festrede blickte Steinmaßl als Verwaltungsratsvorsitzender der Kreissparkasse Traunstein–Trostberg auf die Geschichte des Geldinstitutes zurück und räumte ein, dass die Sparkasse auch heute noch ihrem Gründungsgedanken als vertrauensvoller und zuverlässiger Partner für die Menschen in der Region gerecht werde.

Von einer Sparbank zu einem Universalkreditinstitut

Dass der Landkreis Traunstein auch mit einer wunderbaren Wirtschaftsstruktur so gut da stehe, sei mit ein Verdienst der Sparkasse, sagte Steinmaßl. Mit 80 000 Kunden und einer Bilanzsumme von 1,8 Milliarden Euro, habe sich die Bank von einer Sparbank zu einem Universalkreditinstitut entwickelt. Darüber hinaus sei die Sparkasse auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Region mit heute insgesamt 509 Mitarbeitern, und gestalte das Leben vor Ort und in der Region auch neben Finanzgeschäften als Unterstützer und Förderer mit, vor allem in der Jugendarbeit. Sein besonderer Dank galt der gesamten Vorstandschaft um den Vorstandsvorsitzenden Werner Linhardt, der seit 35 Jahren bei der Sparkasse ist und davon 20 Jahre Vorstandsvorsitzender. Steinmaßl würdigte sein »zielbewusstes« und »konsequentes« Handeln und überreichte ihm einen Blumenstrauß.

Lobende Worte fand auch der Präsident des Bayerischen Sparkassenverbandes, Theo Zellner. Er stellte vor allem die Wichtigkeit der lokalen Geschäftswelt heraus. Entscheidend sei, so Zellner, dass das Geld in die heimische Wirtschaft fließe. Er sei von je her ein leidenschaftlicher Dezentralist und unterstütze sinnvolle Investitionen vor Ort. Bürgermeister Franz Parzinger lobte das Geschäftsmodell und stellte heraus, dass sich die Sparkasse nicht habe hinreißen lassen, im Haifischbecken der Finanzwelt ihre Netze auswerfen. Gerade deshalb sei sie so erfolgreich. Er erinnerte daran, dass die Sparkasse in Traunreut 1958 ihre erste Filiale bei damals 1400 Einwohnern eröffnete und heute mit zwei Filialen und SB-Einrichtungen vertreten sei.

Ein Blick in die Geschichte

Die Geburtsstunde der heutigen Kreissparkasse Traunstein–Trostberg fiel auf den 1. Mai 1863 in Traunstein. An der Maximiliansstraße wurde eine Bezirkssparkasse eröffnet und in Trostberg eine Filialsparkasse, die sich aber 1915 in die Distriktsparkasse Trostberg abspaltete. Mit der Einführung der Reichsmark folgten die Geschäftsstellen Obing und Ruhpolding und Ende der 1930er Jahre wurde die Bank in »Kreissparkasse« für Traunstein und Trostberg umgetauft. Nach der Einführung der D-Mark 1948, wurden in den 1950er Jahren die Geschäftsstellen in Übersee, Bergen, Traunreut, Tacherting, Altenmarkt, Grassau und Reit im Winkl eröffnet. Mit Beginn des Computerzeitalters 1964 wurden die Buchungen im Rechenzentrum Rosenheim ausgeführt. Ein erster Geldautomat in Südostbayern wurde 1971 installiert. Zwei Jahre später fand die Wiedervereinigung der beiden selbstständigen Kreissparkassen Traunstein und Trostberg in »Kreissparkasse Traunstein–Trostberg« statt. In Folge der Gebietsreform Mitte der 1970er Jahre kamen sechs Geschäftsstellen aus dem ehemaligen Landkreis Laufen zum Geschäftsgebiet Traunstein. 1983 war die Sparkasse im Landkreis Traunstein mit 42 Geschäftsstellen und ab 1987 mit 50 Geschäftsstellen vertreten. Inzwischen wurde die Zahl wieder abgebaut, mit aktuell 34 Geschäftsstellen und SB-Einrichtungen ist die Sparkasse das größte selbstständige Kreditinstitut im Landkreis Traunstein und nahezu in jeder Gemeinde vertreten. Eine Ausnahme bildet die Gemeinde Schnaitsee, die dem Geschäftsgebiet Wasserburg zugeordnet ist.

Zu der Feier im festlichen Rahmen war die lokale Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Kirche geladen. Bei der Organisation wurde nichts dem Zufall überlassen: Die Gäste wurden – getreu der Bankfarbe – auf einem roten Teppich empfangen und im festlich geschmückten k1-Saal zwischen den Reden mit einem fürstlichen Abendessen verwöhnt. Für die musikalische Gestaltung sorgte die Chiemgau Brass unter der Leitung von Georg Holzner mit einem dem festlichen Rahmen angepassten wohldosiertem Programm. ga