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150 Meter in die Tiefe gestürzt: Bergsteiger stirbt in der Watzmann-Ostwand

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Königssee: Bergsteiger stirbt bei Alleingang in der Watzmann-Ostwand – tödlicher 150-Meter-Absturz
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Tödlich verunglückt ist am Freitagmorgen ein 30-jähriger Israeli bei einem Alleingang in der Watzmann-Ostwand. Er war rund 150 tief abgestürzt. Im Foto fliegt ein Hubschrauber an der St. Bartholomä-Kirche vorbei über die Königsee-Halbinsel Hirschau. (Foto: Wasserwacht Berchtesgaden)

Schönau am Königssee – Tödlich endete eine Klettertour am Freitagmorgen für einen Bergsteiger aus Israel. Der Mann war in der Watzmann-Ostwand rund 150 Meter in die Tiefe gestürzt. Der Urlauber konnte von Kräften der Bergwacht und Polizei nur noch tot geborgen werden.


Der junge Israeli wollte laut Polizeiangaben den Berchtesgadener Weg in der Watzmann-Ostwand im Alleingang begehen. Am Beginn der „Wasserfallplatte“, eine der Schlüsselstellen des Wegs, rutschte er gegen 9 Uhr vormittags mit den Beinen weg, konnte sich nicht mehr halten und stürzte daraufhin etwa 150 Meter tief ab. Der 30-Jährige war vermutlich sofort tot.

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Mehrere Seilschaften, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks ebenfalls im Bereich der Wasserfallplatte aufhielten, mussten den Absturz mit ansehen. Einige der Bergsteiger waren danach nicht mehr in der Lage, ihren Weg fortzusetzen.

Der Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ startete sofort von Schneewinkl mit einem Berchtesgadener Bergretter zu einem Suchflug, fand die Einsatzstelle in rund 1700 Metern Höhe rasch und brachte dann per Tau den Flugretter und einen Bergwachtmann zum Abgestürzten.

Der Pilot setzte dann die beiden Retter oberhalb der Wasserfallplatte per Tau ab, die einen Standplatz bohrten und sich zu den von dem Unfall betroffenen Bergsteigern abseilten. „Christophorus 6“ und später auch der Polizeihelikopter „Edelweiß 2“ nahmen insgesamt sechs Betroffene per Tau und Winde auf und flogen sie nach Sankt Bartholomä aus, wo die BRK-Wasserwacht mit ihrem Rettungsboot bereitstand. Der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht kümmerte sich anschließend um die Unfallzeugen.

Nachdem alle Personen gesichert waren, nahm ein Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe den Unfall auf, bevor der Tote im Leichensack verpackt und anschließend mit dem Polizeihelikopter zum Landeplatz nach Schneewinkl in Schönau am Königssee transportiert wurde. Im Einsatz, der bis 13 Uhr dauerte, waren sechs Berchtesgadener Bergretter, ein Polizeibergführer, die BRK-Wasserwacht, der KID und die beiden Heli-Besatzungen.

Es handelt sich um den ersten tödlichen Bergunfall dieses Jahres in der Watzmann-Ostwand. Insgesamt kamen in der Wand seit der Erstbegehung im Jahr 1881 mittlerweile 107 Bergsteiger ums Leben.

red/UK/BRK BGL

Erstmeldung, 11.58 Uhr:

Ein Großaufgebot an Rettungskräften ist derzeit am Watzmann im Einsatz. Dort ist nach Angaben der Polizei ein Bergsteiger verunglückt. Mindestens ein Hubschrauber wurde angefordert.

Wie die Berchtesgadener Polizei auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, läuft in der Watzmann-Ostwand aktuell ein Einsatz. Dort ist nach ersten Informationen ein Bergsteiger verunglückt. Laut Angaben der Einsatzkräfte soll es sich um einen Alleingeher handeln.

Rettungs- und Einsatzkräfte von Bergwacht und Polizei sind an die Unfallstelle ausgerückt. Weitere, gesicherte Informationen liegen bislang noch nicht vor.

Wir werden nachberichten.

red