weather-image
29°

19 Olympia-Medaillen: Schwimmstar Phelps einmalig

London (dpa) - Bei seinen letzten Olympischen Spielen stellte US-Superstar Michael Phelps den nächsten Rekord auf - vielleicht einen für die Ewigkeit. Getrübt wird die weitere olympische Bestmarke aber durch eine bittere Niederlage.

Rekordhalter
Michael Phelps besitzt nun 19 Olympia-Medaillen, so viele wie kein anderer Athlet auf der Welt. Foto: Dennis M. Sabangan Foto: dpa

Erstmals seit zwölf Jahren wurde er in London bei einem wichtigen Rennen über seine Spezialstrecke 200 Meter Schmetterling geschlagen - mit Wut im Bauch schraubte der 27-Jährige nur kurze Zeit später als Schlussschwimmer der Staffel über 4 x 200 Meter Freistil dann nicht nur die Zahl seiner Olympiasiege auf 15 hoch.

Anzeige

Phelps ist jetzt in den olympischen Geschichtsbüchern auch der Sportler mit den meisten Medaillen. 15x Gold, je zweimal Silber und Bronze stehen für den Ausnahmeschwimmer in den Statistiken zu Buche - insgesamt sind das 19 Olympia-Plaketten. Die sowjetische Turnerin Larissa Latynina (9 - 5 - 4) hatte von 1956 bis 1964 insgesamt 18 Mal bei Sommerspielen auf dem Podest gestanden.

In den zwölf Jahren seit seinen ersten Spielen in Sydney hat der inzwischen 27 Jahre alte Phelps den Schwimmsport geprägt wie kein anderer zuvor. Durch den Triumph 2008 in Peking, als er mit dem Rekord von acht Goldmedaillen in ungeahnte Dimensionen vorstieß, wurde er zum «Außerirdischen» erklärt. Acht Starts, acht Siege - sieben davon mit Weltrekord.

Der Weg zur nächsten Bestmarke, der von London, begann mit einem längst vergessenen Gefühl. In England stand Phelps in seinem ersten Rennen über 400 Meter Lagen ausnahmsweise nicht auf dem Podest. Sein siegreicher Landsmann Ryan Lochte fand es regelrecht «merkwürdig», den Rivalen und Kumpel nicht neben sich auf dem Siegerpodium zu sehen. Mit der Staffel über 4 x 100 Meter gab es dann gemeinsam Silber.

Für eine triumphale Rückkehr auf den olympischen Thron hatte Phelps wieder so hart trainiert wie zu seinen besten Zeiten. Das war keine Selbstverständlichkeit. Dem Multimillionär hatte nach der WM 2009 in Rom, wo er als fünffacher Sieger nur Paul Biedermann über 200 Meter Freistil unterlag, zeitweise die Motivation gefehlt.

Phelps pokerte, spielte Golf oder fuhr nach Las Vegas. Es sah so aus, als würde er eine verpasste Jugend nachholen. Im Januar 2009 tauchte dann auch noch ein Foto auf, das ihn mit einer Marihuana-Pfeife zeigte. Er verlor einen Großsponsor, der US-Verband sperrte ihn kurz. Der Tiefpunkt aber war das Auslassen der nationalen Meisterschaften im Sommer 2010; er fuhr lieber nach Las Vegas.

Imposant wie die Erfolge war auch seine Rückkehr danach. Sieben WM-Medaillen in Shanghai, darunter vier goldene, hieß die Ausbeute 2011. Der wirkliche Antrieb aber waren die Spiele in London. Hier will er «einfach Spaß» haben und wissen, «wie viele zusätzliche Schokoladenstückchen ich auf meiner Eiscreme haben werde». Noch stolzer hätte es ihn gemacht, als erster männlicher Athlet mit dem Erfolg über 200 Meter Schmetterling dreimal nacheinander bei Olympia über die selbe Schwimmstrecke zu gewinnen - doch mit einem verpatzten Anschlag musste er dem Südafrikaner Chad Le Clos den Sieg überlassen.