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20 Jahre Gospelspirit

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Zu »Greater than anything« formte der Chor Herzen mit den Händen – und sang sich beim Konzert zum 20-jährigen Bestehen auch in die Herzen der Zuhörer. (Foto: Janoschka)

Zum 20. Jubiläum von Gospelspirit kamen viele Fans zum Gratulieren und Zuhören nach Freilassing – die Kreuzkirche war mit ungefähr 500 Besuchern brechend voll. Überall prangte das Motto »Grace« mit großen Papplettern, und Chorleiterin Anja Hager bat darum, im Wechsel »Plätze zu teilen«. Nächstenliebe zu praktizieren – bereits hier trat dieser Gedanke ganz unscheinbar auf.


Beim Jubiläumskonzert stand ein Schulprojekt in Ghana im Mittelpunkt, das eine Freundin von Young-Gospelspirit-Leiterin Viola Linke persönlich mitbegründet und vorstellt hat. Passend dazu erklangen zwei afrikanische Lieder: »Rakana« im Dialog mit Young Gospelspirit und »Baba Yetu«, ein afrikanisches »Vater unser«.

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»Grace« – die Dankbarkeit für die Gnade Gottes – war wirklich ein angemessenes Motto für das Konzert. Es wurde eingerahmt von Gebeten und mit einem gesungenen Segenswunsch, bei dem die Sängerinnen und Sänger Hand in Hand die Konzertbesucher in einem großen Kreis mit einschlossen, stimmungsvoll beendet. Die Menschen öffneten ihre Herzen und ihre Geldbeutel und spendeten über 3350 Euro für den guten Zweck.

Stimmungsvoll war auch der Anfang des Konzerts: Mit einem Saxofonsolo von Elke Comes begann die bekannte Melodie von »Amazing Grace« – sozusagen der Titelsong. An verschiedenen Stellen der Empore waren einzelne Sängerinnen und Sänger positioniert, die dieses Lied ganz zart weiterführten, bevor dann der Chor auf der Bühne im Altarraum temperamentvoll und rhythmisch das Arrangement von Chormitglied Thomas Müller sang – eine gewaltige Steigerung, die sofort alle in ihren Bann zog.

Das Programm enthielt Lieder aus den vergangenen 20 Jahren. Das Medley aus »Bless the Lord«, »We pray/mia beten in da Fria«, »I’m going/‘s haut scho hi« und »Let us stand« legte mitreißend Zeugnis davon ab, ebenso wie »Wait« von Niko Schlenker mit seltener Tubabegleitung von Klaus und das Medley von Kathi Simmer-Salzeder mit Liedern wie »Schenk mir deine Stimme«, »Zusammenwachsen«, »Du bist im Lachen und im Leid« und »Hast du heute schon gelacht«. Caroline Teubner und Thomas Müller jubelten stilsicher die Improvisationen des jazzigen Blues hinaus.

Das Ensemble Young Gospelspirit wurde 2010 gegründet und gab unter Viola Linke mit »If you’re happy«, »Look at the world« und »Hit the road, Jack«, das wegen des riesigen Applauses gleich zweimal gesungen wurde, und bei dem der arme Jack mit Bratpfannen und allerhand Küchengeräten fortgejagt wurde, seine vorläufige Abschlussdarbietung.

Etwas Besonderes war der Workshop-Chor, der von Michael Martin vom Piano aus geleitet wurde. Michael Martin ist der einzige Gospelbeauftragte der evangelischen Landeskirche Deutschlands. Und diese Exklusivität wurde bereits in der Vorbereitung deutlich, als er den großen Workshop-Chor – bestehend aus Gospelspirit, Young Gospelspirit und Ehemaligen – in zwei Tagen auf vier völlig neue Lieder vorbereitet hatte: »My Lighthouse«, »Sing, praise and shout«, »Rejoice« und »Come, let us sing«, zu dem im Konzert das Publikum zum Mitsingen eingeladen wurde.

Die Zuhörer waren begeistert, pfiffen, johlten, klatschten und zeigten auf alle möglichen Arten ihre Begeisterung für die dargebotene Musik. Besonders wichtig war die Akklamationslautstärke bei der Abstimmung für den »Voting Song«. Das Publikum hatte die Wahl zwischen »Weit weit weg« von Hubert von Goisern, »Halleluja« von Leonhard Cohen und »Wind of Change« von den Scorpions, das schließlich die höchste Phonstärke erhalten hatte.

Nach »Walk before me«, Greater than anything« und »Come into his presence« ging ein berührendes Konzert zu Ende. Brigitte Janoschka

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