2:1 in Österreich: DFB-Team mit Leidenschaft und Glück

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Siegertypen
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Die DFB-Elf um Miroslav Klose (l-r), Thomas Müller, Mesut Özil und Sami Khedira hat sich gegen Österreich durchgesetzt. Foto: Herbert Neubauer Foto: dpa
Glückwünsche
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Marco Reus (2.v.l.) wird von Marcel Schmelzer (l-r), Miroslav Klose und Thomas Müller zum Führungstreffer beglückwünscht. Foto: Peter Steffen Foto: dpa
Führung
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Doch plötzlich überwand Reus Österreichs Torwart Robert Almer wie aus dem Nichts zum 1:0. Foto: Andreas Pessenlehner Foto: dpa
Elfmeter
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Mesut Özil trifft zum Elfmeter an... Foto: Peter Steffen Foto: dpa
Jubel
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...verwandelt locker und jubelt danach ganz cool. Foto: Peter Steffen Foto: dpa
Anschlusstreffer
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Zlatko Junuzovic verkürzte für die Gastgeber und machte durch sein 1:2 das Duell wieder spannend. Foto: Georg Hochmuth Foto: dpa
Gefangen
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Torwart Manuel Neuer musste schon nach wenigen Minuten zum ersten Mal eingreifen. Foto: Peter Steffen Foto: dpa
Bundestrainer
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Bundestrainer Joachim Löw sah in der ersten Halbzeit keine überzeugende Vorstellung der DFB-Elf. Foto: Peter Steffen Foto: dpa
Zweikampf
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Sami Khedira (l) versucht Österreichs Andreas Ivanschitz den Ball abzunehmen. Foto: Herbert Neubauer Foto: dpa

Wien (dpa) - Das war harte Arbeit: Mit viel Kampf und einer großen Portion Leidenschaft hat Deutschland den Österreichern getrotzt und die Siegesserie gegen den kleinen Nachbarn fortgesetzt.


Marco Reus (45. Minute) und Mesut Özil (52./Foulelfmeter) erzielten in Wien die Tore zum 2:1 (1:0)-Erfolg der Fußball-Nationalmannschaft gegen ein mit neun Bundesliga-Profis gespicktes Austria-Team. Mit sechs Punkten erwischte die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw einen perfekten Start in die WM-Qualifikation und führt die Gruppe C auf dem Weg nach Brasilien 2014 nach zwei Spielen mit weißer Weste an.

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Der Bremer Zlatko Junuzovic (57.) ließ 47 000 Zuschauer im Wiener Ernst-Happel-Stadion mit seinem Tor von dem ersehnten Prestige-Erfolg träumen, doch Deutschland blieb auch im achten Spiel hintereinander gegen Rot-Weiß-Rot erfolgreich. Zudem baute die DFB-Elf ihre tolle Bilanz in Qualifikationsspielen auf zwölf Siege aus. Allerdings war auch viel Glück dabei: In der 87. Minute vergab der Bremer Marko Arnautovic das sicher scheinende 2:2 für Österreich.

Hauptsache gewonnen, lautete daher hinterher die Devise. »Wenn wir 2:1 führen, müssen wir in der Lage sein, den Ball zu behaupten. Wir haben die Österreicher immer wieder ins Spiel gebracht. Hätten wir es nach dem 2:0 besser gemacht, hätten die Österreicher keine Chance mehr gehabt«, merkte Löw kritisch an. »Wir haben sechs Punkte aus zwei Spielen, das ist ein sehr guter Start. Mit dem Spiel können wir nicht zufrieden sein. Der Gegner hat früh Druck gemacht, damit sind wir überhaupt nicht klar gekommen«, gestand Kapitän Philipp Lahm.

Innenverteidiger Mats Hummels räumte ein: »Wir haben Riesenglück gehabt am Ende.« Auch Torhüter Manuel Neuer fiel ein Stein vom Herzen: »Wir können glücklich und zufrieden sein mit den Punkten, mit dem Spiel weiß Gott nicht. Die Chancen der Österreicher entstanden durch unsere eigenen Fehler.« Das 38. Nachbarschaftsduell war wie von Löw erwartet ein Duell auf Augenhöhe, lief aber über weite Strecken nicht nach dem Geschmack des Bundestrainers. Statt die eigenen Stärken auszuspielen bekam das deutsche Team lange Zeit keinen rechten Zugriff auf das Spiel und war vor allem damit beschäftigt, gegen die bissig und aggressiv zu Werke gehenden Gastgeber Flurschaden zu verhindern. Durch die Führung kam etwas mehr Sicherheit in die Mannschaft, die sich am Ende nur dank ihrer kämpferischen Qualitäten durchsetzte.

Sami Khedira behielt in vielen Phasen kühlen Kopf und stopfte die Löcher, die durch die Fahrlässigkeit seiner Nebenleute entstanden waren. Kapitän Philipp Lahm zeigte wie schon beim 3:0 gegen Färöer Schwächen im Zweikampfverhalten und auch Marcel Schmelzer, der nach auskurierter Fußprellung als linker Verteidiger zum Einsatz kam, unterstrich, dass er noch nicht wieder der Alte ist. Neben Khedira wirkte auch Rückkehrer Holger Badstuber als defensiver Stabilisator.

Immerhin klappte die Chancenverwertung besser als vier Tage zuvor in Hannover. Reus, der auf links ansonsten nicht wie erhofft zum Zuge kam, nutzte eine der ganz wenigen Möglichkeiten der DFB-Elf vor der Pause zum 1:0 und sorgte damit für riesengroße Erleichterung. Danach war für den Dortmunder allerdings wegen einer Fußverletzung Schluss. Er machte Platz für seinen Clubkollegen Mario Götze.

Bei sommerlichen Temperaturen im Wiener Prater legten die Elf von Marcel Koller einen furiosen Start hin. Nach nur 210 Sekunden hatte die deutsche Mannschaft die erste brenzlige Situation zu überstehen. Julian Baumgartlinger fing im Mittelfeld einen schlampigen Pass von Mats Hummels ab und spielte den Ball in den Lauf von Martin Harnik, der erst im letzten Moment von Badstuber am Abschluss gehindert wurde.

Wenig später war die Abwehr vor Manuel Neuer erneut nicht im Bilde, als der Stuttgarter Harnik aus 16 Metern knapp vorbeischoss (11.). Erst nach gut 20 Minuten gelang es der deutschen Mannschaft, sich etwas vom Druck der Österreicher zu befreien. Das erste offensive Achtungszeichen setzte Müller, der Almer nach präziser Freistoß-Flanke von Mesut Özil zu einer Parade zwang (19.).

Eine gelungene Kombination führte zum überraschenden 0:1. Mit einem Zuspiel von Klose drang Reus in den Strafraum ein und traf flach in die kurze Ecke. Das dritte Länderspieltor des Dortmunders, das für Fortuna Düsseldorfs Schlussmann Almer nicht unhaltbar schien, ließ die zuvor lautstarke Kulisse im Stadion schlagartig verstummen.

Sieben Minuten nach Wiederanpfiff sorgte Özil für weitere Beruhigung. Nach Foul von Veli Kavlak an Müller verwandelte der Real-Spieler den fälligen Strafstoß zu seinem zwölften Treffer im DFB-Trikot. Doch eine Bremer Coproduktion machte die Partie wenig später wieder spannend. Arnautovic setzte sich rechts gegen Schmelzer und Götze durch, die scharfe Hereingabe drückte Junuzovic zum 1:2 über die Linie. Wutentbrannt schlug Löw mit der Faust auf die Überdachung der Trainerbank. Danach witterte die Austria-Elf zwar noch einmal Morgenluft, schaffte aber den Ausgleich nicht mehr.