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23 erfolgreiche Schreinermeister erhalten ihre Meisterbriefe

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Traunstein: 23 Schreinermeister erhalten ihre Meisterbriefe
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Er ist Prüfungsbester im Meisterkurs im Schreinerhandwerk: Robert Bauregger aus Chieming (Mitte). Franz Ertl (links), Leiter des Bildungszentrums der Handwerkskammer und stellvertretender Kreishandwerksmeister Johannes Haas gratulierten. (Fotos: Wittenzellner)
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Da freut sich die ganze Schreinerei über den neuen Meister. Von links: Geselle Ulli Neunzig, Ausbilder Martin Scheifler, Sabina Schmauks und der frisch gebackene Meister Stefan Graßl vor seinem Meisterstück.

Traunstein – 23 frisch gebackene Schreinermeister erhielten am Freitagabend bei einer würdig gestalteten Feier im Bildungszentrum Traunstein ihre begehrten Meisterbriefe.

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Die Meisterstücke, die sich wie schon in den Vorjahren sehen lassen können und hervorragend individuell geplant und ausgeführt wurden, werden am heutigen Samstag und morgigen Sonntag jeweils in der Zeit von 10 bis 17 Uhr im Bildungszentrum der Handwerkskammer in der Mühlwiesen 4 in einer Ausstellung gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Fotos von der Zeremonie am Freitag:

„Ein Pfund mit dem sich wuchern lässt“

„Die einzelnen Meisterstücke sind wirklich schöne Kunststücke“, betonte Franz Ertl, Leiter des Bildungszentrums der Handwerkskammer in Traunstein im Rahmen der Meisterfeier im Schreinerhandwerk und fügte hinzu: „Zeugnisverleihung ist immer etwas Schönes, ganz besonders bei den Schreinern.“ Er würdigte den Werkstoff „Holz“, das sich „gut anfühle, gut ausschaue und gut rieche.“ Die jungen Meister hätten es in gute Form gebracht. Sie hätten nunmehr die Möglichkeit zur Selbständigkeit, könnten in ihrem Betrieb in leitender Stellung bleiben oder studieren. Letzteres verband er mit dem Wunsch und der Empfehlung: „Wenn ihr studiert, kommt zurück ins Handwerk.“

Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel sagte, Schreiner stünden für persönliche Beratung und Fachkompetenz. „Ihre Produkte überzeugen ökologisch und ökonomisch.“ Das Schreinerhandwerk habe Zukunft, was auch durch die Ausstellung der Meisterstücke deutlich werde, die die Leistungsfähigkeit des Schreinerhandwerks zeige.

Die jungen Handwerker hätten in ihre Zukunft investiert und dies habe sich bezahlt gemacht. Er wies darauf hin, dass mit Auftragsvergaben an die heimischen Schreiner Arbeitsplätze gesichert würden. Das Traunsteiner Stadtoberhaupt würdigte die Bedeutung, die das Bildungszentrum der Handwerkskammer für eine Ausbildung auf hohem Niveau im Handwerk habe.

Zeit für das Handwerk steht gut

Andreas Weinzierl, Innungs-Obermeister der Traunsteiner Innung betonte die guten beruflichen Zukunftsaussichten, die die Meister hätten. „Wie für keine Meisterklasse zuvor: die Zeiten für das Handwerk stehen gut“, stellte er die aktuelle Nachfragesituation nach Fachkräften heraus und forderte sie auf, sich „am Markt zu positionieren.“ Gleichzeitig ermutigte er die jungen Meister, sich laufend weiterzubilden und nicht stehen zu bleiben. Er forderte, dass der nichtakademischen Bildung der Stellenwert gegeben werde, der ihr gebühre. Auch in Zeiten der rasant voranschreitenden Digitalisierung und einem Strukturwandel dem auch das Schreinerhandwerk unterworfen sei, sorge er sich nicht: Bei den Schreinern bleibe der Mensch im Mittelpunkt. „Und da braucht man kreative Köpfe wie euch“, rief er den jungen Meistern zu.

Meisterbrief: Gütesiegel mit hervorragendem Klang

Stellvertretender Kreishandwerksmeister Johannes Haas dankte dem unterstützenden Umfeld aus Familien, Eltern und Betrieben, die „ihre“ Meister unterstützt hätten. Diesen stünden nun nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung alle Türen offen. „Das heimische Handwerk braucht sie“, warb auch er für den Verbleib im Handwerk. Die Ausbildung der Fachkräfte mit dem dualen Ausbildungssystem („lange Tradition und doch zeitgemäß“) bewähre sich seit Generationen. „Der Meisterbrief ist ein Pfund, mit dem sich im Wettbewerb wuchern lässt“, denn das Gütesiegel habe in der Öffentlichkeit einen hervorragenden Klang. Er ermutigte die jungen Meister der Innung beizutreten.

Ertl und Haas überreichten im Nachgang den erfolgreichen jungen Meistern ihre begehrten Meisterbriefe und beglückwünschten sie zu ihrem persönlichen Erfolg. Diese haben ihren Erfolg entweder im einjährigen Vollzeitkurs oder in einem eineinhalbjährigen Kurs erreicht.

Prüfungsbester ist Robert Bauregger aus Chieming, der im Vergleich der Ergebnisse im Vollzeit- wie auch beim Teilzeitkurs am Besten abschnitt. Sein Sideboard aus Nußbaum und Ahorn überzeugte. Aber auch die vielen weiteren individuell gefertigten Meisterstücke, wie Schreibtische, Schränke, Sideboards, ein Spieltisch oder ein Spiegeltisch überzeugten mit hoher Kompetenz in Planung und Ausführung.

Stadler verabschiedet Enzinger und Nürnberger

Der jahrzehntelange, frühere Leiter des Bildungszentrums Max Stadler, betonte, die Übergabe der Meisterbriefe erfülle die Anwesenden mit Freude und Stolz. Mit der anstehenden Verabschiedung langjähriger Weggefährten im Handwerk schwinge aber Wehmut mit. So musste er an dem Abend Silvester Enzinger verabschieden, der seit 1984 in der Ausbildung der Zimmerer und Schreiner tätig ist. Das Gemeindeoberhaupt aus Anger habe im Treppenbau unterrichtet, und sich mit seiner hohen Fachkompetenz Respekt verschafft. Er hoffe, dass er dem Handwerk freundschaftlich verbunden bleibe. Viel Lob gab es auch für Alto Nürnberger, der 1987 als Mitglied im Prüfungsausschuss begann und vor fünf Jahren den Vorsitz im Prüfungsausschuss übernahm. „Bei ihnen stand immer der Teilnehmer im Mittelpunkt“, würdigte er seine Arbeit. Beide würden mit einem Geschenkkorb herzlich verabschiedet.

Am Wochenende werden die Meisterstücke nun im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung gezeigt. Im Gespräch mit Interessierten präsentieren die jungen Meister dort ihre Stück und können vielleicht schon den einen oder anderen Auftrag für ein individuell gefertigtes Möbelstück an Land ziehen.

Aktuell wird wieder ein Meisterkurs im Schreinerhandwerk im Bildungszentrum durchgeführt. Für die Kurse, die im kommenden Jahr stattfinden, besteht jetzt die Möglichkeit zur Anmeldung im Bildungszentrum der Handwerkskammer unter Telefon 0861/989770.

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