weather-image

250 Jahre Alexander von Humboldt – Sonderexkursion zur Eiskapelle

3.7
3.7
Schönau: 250 Jahre Alexander von Humboldt – Sonderexkursion zur Eiskapelle am Königssee
Bildtext einblenden
Vereinsmitglieder der Freunde des Nationalparks und des Nationalpark-Beirats unternahmen eine Exkursion zum Königssee. (Foto: Nationalpark Berchtesgaden)

Schönau am Königssee – Der weltbekannte Naturforscher Alexander von Humboldt wäre am 14. September 250 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltete die Nationalparkverwaltung für die Mitglieder des Nationalpark-Beirats und des Vereins der Freunde des Nationalparks eine Sonderexkursion zur Eiskapelle am Königssee.


Dr. Wolfgang Siegfried, Vize-Präsident der Humboldt-Gesellschaft, und Prof. Dr. Jörg Ewald von der Hochschule Weihenstephan Triesdorf referierten zusammen mit Nationalparkleiter Dr. Roland Baier und Sachgebietsleiterin Annette Lotz über den Forschungsreisenden.

Anzeige

Dr. Wolfgang Siegfried erinnerte: »Es gibt wohl kaum einen Deutschen außer Goethe, der weltweit ein so hohes Ansehen genoss wie Alexander von Humboldt.« Der im Jahr 1859 verstorbenen Wissenschaftler sei einer der letzten Universalgelehrten gewesen. Humboldt widmete sich als stets getriebener Entdecker und Forscher mit großer Hingabe der Natur.

Nationalparkleiter Dr. Roland Baier erläuterte, wie die Erkenntnisse Humboldts noch heute die Naturwissenschaft prägen und im Nationalpark weiterleben. So habe Alexander von Humboldt bereits 1800 die Bedeutung der Urwälder erkannt und vor den Folgen der Zerstörung von Wäldern gewarnt. »Gerade die natürliche Dynamik der Wälder ist ein wichtiges Ziel des Nationalparks«, weiß Baier.

In der Kernzone dürfen sich die Wälder ohne Eingriffe des Menschen frei entwickeln und so entstehen in diesem Ökosystem Strukturen und Habitate, die das Überleben seltener Arten ermöglichen. Der Nationalparkleiter ergänzte: »Die Prozessschutzflächen im Nationalpark haben nicht nur große Bedeutung für die Forschung, sondern sind auch besondere Räume für Naturerfahrung und Erholung.«

Auch Dr. Wolfgang Siegfried würdigte die Leistungen Humboldts: »Niemand vor Alexander von Humboldt konnte die augenblickliche Empfindung der Natur auf eine so große Zeitachse und geografische Dimension ausdehnen und somit große Zusammenhänge verstehen.« Daher sei der Wissenschaftler auch der Erste gewesen, der Klimazonen und dadurch bedingte Vegetationseinheiten am Beispiel des Chimborazo beschrieben hätte.

Prof. Dr. Jörg Ewald erklärte die heutige Höhenzonierung und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder. Auch er betonte die wachsende Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Nationalparken und Naturwaldreservaten für eine erfolgreiche angewandte Forstwirtschaft. Mit Blick auf Watzmann-Ostwand und Eiskapelle stellte Annette Lotz das Klimamessnetz des Nationalparks mit der derzeit höchsten Dichte an automatischen Klimastationen im gesamtem Alpenraum vor.

Alexander von Humboldt opferte damals viele Nächte seinen Forschungen, um ausreichend Daten zu erhalten. Heute liefern moderne Messstationen im Zehnminutentakt standardisiert gemessene Wetterdaten. Diese Modernisierung bildet die Grundlage für viele Forschungsarbeiten zur Entwicklung des Klimas und zu den Folgen für die Ökosysteme. fb