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30 Jahre Theatergeschichte über alle Etagen

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2009 fanden die Steiner Spiele im Innenhof des alten Schlosses statt. (Foto: Pia Mix)

Im Mai 1983 lief die erste offizielle Spielzeit des Theaterchens »O«. Inzwischen besteht das »O« seit 30 Jahren und ist aus dem kulturellen Leben der Stadt Traunreut nicht mehr wegzudenken. Rund 1000 Aufführungen waren seitdem zu sehen. Neben den Theaterstücken brachte das »O« auch immer wieder großartige »Steiner Spiele« in der herrlichen Kulisse der Steiner Burg und im letzten Jahr mit dem »Welttheater« ein gewaltiges Großprojekt auf die Bühne.


Angefangen hat alles 1977, als Gerhard Franz Xaver Unterforsthuber nach Traunreut kam und mit den Kindern und Jugendlichen in der Hauptschule Theater spielte. Bereits 1979 trat die junge Schauspieltruppe unter dem Namen »ThiOst« in den Räumen der Volkshochschule auf. 1983 wurde der Saal der Musikschule Komlew in der Breslauer Straße für die Zwecke des Theaters angemietet. Der befand sich übrigens im Obergeschoß, deshalb auch das »O« im Namen. Noch im selben Jahr wurde schließlich mit acht Gründungsmitgliedern der Verein gegründet.

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Schon kurz darauf, im Mai 1983, eröffnete das Theaterchen »O« seine erste offizielle Spielzeit mit dem Stück »Fast wia im Kabarä«. 1985 erfolgte dann der Umzug in den ehemaligen Frühstücksraum des Jugendübernachtungsheims an der Wichernstraße. Mit enormem Arbeitsaufwand und viel Eigenleistung hat sich das Team des Theaterchens dort eine neue Unterkunft mit Bühne und Arbeitsräumen geschaffen. 24 Jahre lang sollte das Haus an der Wichernstraße die Heimat des Theaterchen »O« bleiben. Bereits 1987 wagte sich der Verein erstmals mit großem Erfolg an das Riesenprojekt »Steiner Spiele« heran, die seitdem in regelmäßigen Abständen und mit immer neuen Geschichten aufgeführt wurden. Nach den Steiner Spielen entstand die Idee eines Kleinkunst-Brettls, mit abwechslungsreichem Programm aus allen Kunstrichtungen wie Kabarett, kurzen Geschichten, Gedichten, Zauberei, Pantomime, Sketchen, Theater, Gesang und Musik. Daraus entstand auch die über lange Jahre sehr beliebte sogenannte »Theaterweihnacht«, eine Veranstaltung zur Vorweihnachtszeit mit einem bunten, musikalisch hochstehenden, eher unüblichen Programm für diese Jahreszeit. Einige Jahre lang leitete Katharina Czepan zwischendurch die Kinder- und Jugendtheatergruppe »O-Saft«. In der jüngsten Vergangenheit nahmen sich Gerhard Ficker und seine Frau Margret der Nachwuchsschauspieler an und inszenierten Stücke mit ihnen.

2009 hieß es dann Abschied nehmen von den lieb gewonnenen Räumen im alten Haus. Das frühere Theaterchen »O« wurde abgerissen, um Platz zu machen für die erste Kinderkrippe der Stadt Traunreut. Im neuen k1 begann dann für das »O« eine ganz neue Ära. Im März 2010 lief mit »Ein Haus in Montevideo« die erste Spielsaison im Studiotheater im Untergeschoß.

Die Arbeitsbedingungen für das Ensemble und die ganzen Rahmenbedingungen für den Theaterbetrieb verschlechterten sich damit. Es gab nicht mehr wie bisher die Möglichkeit, jederzeit zu proben und die Kulissen jeweils für eine gesamte Spielsaison stehen zu lassen. Die vielfältigen Requisiten des Theaters sind seit dem Abriss des früheren Domizils in einem alten Gasthof in Matzing untergebracht. Die Mietkosten im k1 und rücklaufende Zuschauerzahlen machten dem Verein in der Folge zu schaffen, genauso wie die Tatsache, dass kein Geld mehr durch eigenen Getränkeverkauf und Gastveranstaltungen eingenommen werden kann.

Ein gewaltiges Großprojekt nahm die Theatergruppe im Jahr 2012 in Angriff. Im Rahmen der 400-Jahr-Feier der Klosterbrauerei Baumburg wurde im Juli »Das große Welttheater« von Pedro Calderón de la Barca im Innenhof des Gutshofes der Brauerei aufgeführt.

Das nächste Großprojekt steht quasi vor der Tür. Die nächsten »Steiner Spiele« finden im Sommer 2014 statt. Premiere des Stückes ist am 20. Juni 2014 am Hochschloss, also wieder oben am alten Spielort. Regie führt Dieter Bommer, Autor ist Andreas Schmitz vom Theater an der Wien. Der Titel steht noch nicht fest, es geht in der Geschichte, eine Fortsetzung der Spiele von 2009, auf jeden Fall um die Waltraud, mehr soll noch nicht verraten werden. 15 Sprechrollen sind dafür zu vergeben. Außerdem werden Gruppen gebraucht als Mönche, Trommler, Musikanten. Eine Informationsveranstaltung dazu gibt es im November.

Zum Ensemble des »O« zählen aktuell insgesamt rund 20 aktive Laiendarsteller. Der Verein freut sich über insgesamt gut 70 Mitglieder. Auf Berta Berthold, Jutta Thois und Gerhard Ficker, die als Vorsitzende den Verein Theaterchen »O« in den letzten Jahren leiteten, folgte 2011 der aktuelle Vorsitzende Robert Schröder, der von den beiden Stellvertreterinnen Julia Königsfeld und Brigitte Solder in seiner Arbeit unterstützt wird. Pia Mix