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40. Berlin-Marathon: Kenianer Kipsang läuft Weltrekord

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Weltrekordhalter
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Der Kenianer Wilson Kipsang jubelt über seinen Weltrekord über die Marathon-Distanz in Berlin. Foto: Ole Spata Foto: dpa
Rekordzeit
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Kipsang gewann den 42,195-Kilometer-Klassiker in 2:03,23 Stunden und blieb deutlich unter der alten Bestmarke. Foto: Ole Spata Foto: dpa
Geschafft
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Die Schnellste bei den Frauen war die Kenianerin Florence Kiplagat. Foto: Ole Spata Foto: dpa
Goldjunge
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Kipsang beißt während der Siegerehrung beim 40. Berlin-Marathon auf seine Medaille. Foto: Ole Spata Foto: dpa
Zieleinlauf
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Die Frankfurterin Irina Mikitenko kam als dritte Frau ins Ziel - und stellte einen Weltrekord in der Klasse der über 40-Jährigen auf. Foto: Ole Spata Foto: dpa
Sightseeing
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Die Strecke führte auf einem Rundkurs durch die Stadt an zahlreichen markanten Punkten wie dem Brandenburger Tor vorbei. Foto: Hannibal Foto: dpa
Kostümiert
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Läufer in Kostümen und ausgefallener Kleidung waren natürlich auch mit dabei. Wie Asterix abgeschnitten hat, ist nicht überliefert. Foto: Kay Nietfeld Foto: dpa
Bunt
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Über 40.000 Läufer waren beim 40. Berlin-Marathon am Start. Ein Farbenschauspiel. Foto: Hannibal Foto: dpa
Wasserspende
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Helfer verteilen am Streckenrand Wasserbecher an die Läufer. Foto: Hannibal Foto: dpa
Skater
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Vor den Läufern gingen die Inlineskater an den Start. Foto: Britta Pedersen Foto: dpa

Berlin (dpa) - Wilson Kipsang stand nach seinem phänomenalen Weltrekord in 2:03:23 Stunden auf sicheren Beinen im Zielraum, hielt eine kenianische Fahne hoch und strahlte übers ganze Gesicht. »Ich glaube, ich kann noch schneller laufen«, sagte der 31-Jährige nach dem Berlin-Marathon.


Gleich um 15 Sekunden verbesserte Kipsang auf der klassischen 42,195-Kilometer-Strecke die alte Bestmarke seines Landsmanns Patrick Makau (2:03:38) von Berlin 2011.

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Bei den Frauen ging es Florence Kiplagat als Siegerin nicht so gut. Die 26 Jahre alte Favoritin und Teamkollegin von Kipsang brach erst einmal zusammen und musste sich übergeben. »Meine Probleme waren eine Blase am rechten Fuß und der starke Wind«, erklärte sie später.

In 2:21:13 gelang ihr der zweite Berlin-Erfolg nach 2011. Zweite wurde Sharon Cherop (2:22:28/ebenfalls Kenia) vor der deutschen Rekordhalterin Irina Mikitenko von der LG Eintracht Frankfurt. Die war von den Zuschauern lautstark angefeuert worden und nach ihrem bravourösen Auftritt ganz aus dem Häuschen.

»Ich fühle mich super gut, obwohl es sehr windig war. Ich bin so glücklich mit Platz drei und dem Master-Weltrekord«, sagte sie in der ARD. Mikitenko glänzte in 2:24:54 Stunden und stellte damit eine internationale Bestmarke in der Klasse der über 40-Jährigen auf. Diese hielt zuvor die Russin Ludmila Petrowa (2:25:43/2008). »Ich bin schon 41, aber das sagt nichts. Ich fühle mich wie 20 mit 20 Jahren Erfahrung«, sagte Mikitenko. In diesem Jahr ist keine andere deutsche Läuferin unter 2:30 Stunden geblieben.

Zum Ärger der Organisatoren und Verwunderung der Zuschauer war noch ein Mann im gelben Shirt direkt vor Kipsang ins Ziel gerannt. Er war schon beim Bundesliga-Spiel Hannover - Augsburg am vergangenen Wochenende als Störenfried aufgefallen. »Wir haben ihn der Polizei übergeben und haben ihm Hausverbot erteilt«, sagte Renndirektor Mark Milde. Dabei war der Start- und Zielbereich im Berliner Tiergarten zum ersten Mal umzäunt worden. Damit und mit Personenkontrollen reagierten die Veranstalter auf die Anschläge beim Lauf in Boston. Am 15. April waren dort bei einem Bombenanschlag drei Menschen getötet worden.

Kipsang hatte sich wie geplant bei Kilometer 35 von seinen Landsmännern Eliud Kipchoge und und der mit dem späteren Sieger nicht verwandte Geoffrey Kipsang abgesetzt, die in 2:04:05 und 2:06:26 die weiteren Plätze belegten. »Ich dachte, es wird schwer mit dem Weltrekord und ich muss mich beeilen«, erklärte er später.

Der neue Marathon-König sicherte sich nicht nur eine Siegprämie von 40 000 Euro, sondern auch noch 50 000 Euro für die Bestmarke. Kipsang hatte bis dato mit seinen 2:03:42 Stunden von Frankfurt 2011 die zweitschnellste Zeit der Marathon-Geschichte stehen. Makau hatte wegen einer Entzündung im Knie auf einen Start verzichten müssen.

Schnellster Deutscher war André Pollmächer aus Düsseldorf als 14. in 2:13:05. Er lief nach langer Verletzungspause persönliche Bestzeit und blieb unter der Norm für die Leichtathletik-EM 2014 in Zürich. »Eigentlich hätte ich schneller laufen können, aber auf den letzten sieben, acht Kilometern bekam ich Krämpfe in den Beinen«, sagte er.

Bei Sonnenschein und Temperaturen um die 10 Grad waren mehr als 40 000 Läuferinnen und Läufer unterwegs. Bei Skater-Wettbewerb am Samstag war ein 71 Jahre alter Teilnehmer gestorben, wie der Veranstalter bestätigte.