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Tradition und »Experimente«: Abwechslungsreiches Jubiläumsprogramm mit 37 Konzerten von Mai bis Oktober

40 Jahre »Musiksommer zwischen Inn und Salzach«

Was hellsichtige Gründerväter angestoßen haben, hat sich zu einer prägenden Kulturtradition in der Region verfestigt: Der »Musiksommer zwischen Inn und Salzach« besteht seit nunmehr 40 Jahren. »Der Musiksommer befindet sich im besten Mannesalter, kräftig und innovativ«, sagte Dr. Helmut Wittmann, Mitglied der Künstlerischen Leitung, in der Mitgliederversammlung im großen Sitzungssaal des Landratsamtes Traunstein.

Der »Musiksommer zwischen Inn und Salzach« erhält auch im Jubiläumsjahr eine Finanzspritze von der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg. Bei der Mitgliederversammlung im Landratsamt überreichte Sparkassendirektor Werner Linhardt (rechts) einen symbolischen Spendenscheck an die Vertreter des Musiksommers Dr. Helmut Wittmann (Mitte) und Landrat Siegfried Walch. (Foto: Rasch)

Von Dr. Franz Zech, Dr. Robert Münster und Monsignore Alois Kirchberger mit Unterstützung des damaligen Landrats Leonhard Schmucker ins Leben gerufen, haben seither 1400 Konzerte mit rund 400 000 Besuchern stattgefunden, bilanzierte Wittmann die »Erfolgsstory«. Er leitete in Vertretung des Vorsitzenden des Musiksommers, Altlandrat Hermann Steinmaßl, die Versammlung.

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Konzert in Erinnerung an Christian Günther

Zurückblickend auf den sehr erfolgreichen Musiksommer 2014 erinnerte Wittmann an den im Dezember vergangenen Jahres verstorbenen Lehrer und Chorleiter Christian Günther, der seit 1991 Mitglied der Künstlerischen Leitung war. Er habe durch seine Ideen, sein musikalisches Wissen, sein fachkundiges Urteil und vor allem durch seine Liebe zur Musik die Konzertreihe nachhaltig geprägt, sagte Wittmann. Auch das Programm 2015 zum 40-jährigen Bestehen des Musiksommers habe er noch mitgestaltet. So werde das Konzert »Die Schöpfung« von Joseph Haydn am 5. Juli in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Fridolfing zur Erinnerung an ihn stattfinden.

Wie Wittmann weiter ausführte, sei die künstlerische Bilanz des Musiksommers 2014 wie in den Jahren zuvor als sehr positiv einzuschätzen. Das Kriterium eines hohen Qualitätsanspruches, das sich die Veranstaltungsreihe immer zu Eigen mache, wurde auch im vorigen Jahr durchgängig erfüllt.

Der Schatzmeister des Musiksommers, Sparkassendirektor Werner Linhardt, überreichte am Rande der Versammlung an Landrat Siegfried Walch einen symbolischen Spendenscheck in Höhe von 10 000 Euro. Linhardt betonte, dass der Musiksommer ohne Zuschüsse nicht überleben könnte. Erfreulich sei, so der Schatzmeister, dass in der vergangenen Spielsaison ein Überschuss von 1900 Euro erwirtschaftet wurde. Den Einnahmen von insgesamt 108 186 Euro standen Ausgaben in Höhe von 106 280 Euro gegenüber. Der Rücklagenstand in Höhe von 17 700 Euro bilde einen guten Start in die Saison 2015.

Diese wird unter der Schirmherrschaft des neuen Landrats Siegfried Walch stattfinden, der in einem kurzen Grußwort die Bedeutung des Musiksommers herausstellte. Die Wertigkeit der Veranstaltungsreihe sei in der Region sehr hoch anzusiedeln, sagte Walch. »Sie zeigt, dass im musikalischen Bereich in der Region viel geboten wird und wirkt als Leuchtturm-Veranstaltung auch in die Breite.«

Die Veranstaltungsreihe wird auch in diesem Jahr ihren Leitlinien treu bleiben und von Mai bis September Kultur auf hohem Niveau vor historischer Kulisse zum Klingen bringen. Das Programm, das Augustin Spiel vorstellte, umfasst wieder viele Spannungsbögen: Von der Kammermusik, geboten von jungen Künstlern auf dem Weg zu einer internationalen Karriere, bis zum opulenten Klangerlebnis großer Orchester wie der Münchner Symphoniker, der Bad Reichenhaller Philharmonie, vom Kammerorchester der Salzburger Bachgesellschaft bis hin zur großen Chorformation der Regensburger Domspatzen, des Orpheus-Chores München oder des Münchner Oratorienchores. »Die großen Chor-Orchester-Konzerte sind unser Flaggschiff«, betonte Augustin Spiel. »Und diese Tradition wollen wir aufrecht erhalten.«

Volksmusikabend und Orgelkonzert als Experiment

Insgesamt 37 Konzerte werden ein differenziertes Bild an musikalischen Spektralfarben bieten mit Kammermusik, stimmungsvollen Serenaden-abenden, Orchesterkonzerten und große Chor-Sinfonik. Zum Jubiläum wage der Musiksommer aber auch »Experimente«, so Augustin Spiel. Dazu zählt er den Volksmusikabend am Sonntag, 21. Juni, in der Surberger Pfarrkirche St. Georg ebenso wie das Orgelkonzert am Sonntag, 2. August, in der Pfarrkirche St. Laurentius in Bernau am Chiemsee mit Bearbeitungen von Wagner und Liszt.

Den Auftakt zum Musiksommer bildet am Samstag, 2. Mai, die Bad Reichenhaller Philharmonie im Antrettersaal in Stephanskirchen mit Werken von Bartholdy, Wagner und Beethoven. Das zweite Konzert am Sonntag, 3. Mai, wird in der »Geburtsgemeinde des Musiksommers«, in der Pfarrkirche Grassau gefeiert. Mit Lippenbekenntnissen von Bach bis Brahms werden dabei die Grassauer Blechbläser ihr 35-jähriges Bestehen feiern. Das komplette Programm kann auch im Internet unter www.musiksommer.info eingesehen werden. Gabi Rasch