49 Abiturienten in Traunreut verabschiedet

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Sie haben ihr Abitur mit einer Note zwischen 1,1 und 1,5 geschafft (von links): Niklas Kern, Christina Homm, Felizia Reißl, Angelina Baumann, Jakob Michlbauer und Sophie Schultes. (Foto: Mix)

Direktor Matthias Schmid: »Lasst euch eure Leistung in diesem Corona-Abitur nicht kleinreden«


Traunreut – 49 stolze junge Frauen und Männer verließen am gestrigen Freitagmittag das Johannes-Heidenhain-Gymnasium mit ihrem Abiturzeugnis in der Tasche. Sechs von ihnen schafften die Hochschulreife sogar mit einem Schnitt von 1,5 und besser.

Schulleiter Matthias Schmid ging in seiner Ansprache auf die Themen Gemeinschaft, Solidarität, Zusammenhalt ein. »Nicht erst Corona hat uns gezeigt, dass gegenseitiger Respekt zu Gemeinschaft führt«, betonte er. Die erfolgreichen Abiturienten hätten nicht nur mit ihrem Verstand und Wissen, sondern auch mit Respekt und Solidarität die Grundlagen für ihren weiteren Erfolg gelegt.

Matthias Schmid: »Große Herausforderungen kann man nur gemeinsam schaffen.« Ein Einzelner könne beim Klimawandel, bei Hungersnöten, Krieg und anderen Katastrophen nicht viel ausrichten. Gerade die Pandemie habe aber auch deutlich gezeigt, dass man ohne Solidarität schutzlos sei und »egoistisches Verhalten immer Auswirkungen auf andere hat«. Der Schulleiter ist sich sicher: »Ihr könnt und werdet euren Beitrag leisten, denn ihr habt schon in eurer Schulzeit gelernt und bewiesen, dass Zusammenhalt wichtig ist.« Er wünschte den Abschlussschülern, dass sie ihre Talente mehren, optimistisch bleiben und offen für Neues. »Und versucht immer auf andere zuzugehen, um miteinander Großes zu schaffen.«

Bürgermeister Hans-Peter Dangschat hob hervor, dass zu einem bestandenen Abi-tur nicht nur die Schüler gehören, sondern viele weitere Menschen wie Lehrer, Eltern, Freunde. Das Ende der Schulzeit sei nun ein Neubeginn mit vielen Herausforderungen. Beinahe ein wenig neidisch ist er auf die Absolventen, da sie nun so viele Möglichkeiten haben: »Es gibt eine Fülle an neuen, sehr interessanten Studiengängen.« Dazu erzählte Dangschat eine kleine Anekdote: Als Rechtsanwalt habe er vor wenigen Jahren auf einer Berufsbildungsmesse jungen Menschen das Studium der Rechtswissenschaften näher bringen wollen. Alle anderen Studiengänge seien aber offenbar wesentlich interessanter gewesen, denn die wenigen, die zu ihm kamen, hätten offen zugegeben, dies nur aus Höflichkeit zu tun. Er appellierte an die diesjährigen Abiturienten, sich Neugier und Elan zu bewahren, ebenso wie Optimismus und Begeisterungsfähigkeit.

Elternbeiratsvorsitzender Claudio Beilhack ging auf die schwierige Zeit der Pandemie ein und meinte zu den Abiturienten: »Lasst euch eure Leistung in diesem Corona-Abitur nicht kleinreden. Zieht das Positive aus der Krise. Das letzte Jahr war für euch unheimlich lehrreich, ihr könnt selbstbewusst und gestärkt da-raus hervorgehen, denn ihr habt bewiesen, dass ihr eine schwierige Situation zu meistern wisst.«

Für den Jahrgang blickten Ilona Beckel und Nicholas Bauch auf humorvolle Art auf ihre acht Jahre am Gymnasium zurück. Aus einzelnen Klassen in der Unterstufe, die nicht viel gemein hatten, sei im Laufe der Jahre eine feste Gemeinschaft geworden. In der Pandemie hätten sie zwar nicht so feiern können, wie sie wollten, und auch Klassenfahrten oder Abiball seien nicht möglich. Dennoch »haben wir viele positive Erinnerungen fürs Leben gesammelt«. Selbstbewusst meinten die beiden: »Wir alle sind bestimmt, Großartiges zu leisten. Jeder Einzelne von uns hat das Zeug dazu, die Welt zu verändern.«

Da die Landkreisehrungen für die besten Schüler dieses Jahr nicht wie üblich im Landratsamt übergeben werden, überreichte Matthias Schmid diese zusammen mit den Zeugnissen an die sechs besten Absolventen. Landrat Siegfried Walch gratulierte ihnen in einer Videobotschaft und appellierte an sie: »Denkt immer an die Heimat und auch an diejenigen, denen es nicht so gut geht.« Der Heimatlandkreis biete viele berufliche Möglichkeiten und zum Miteinander gehöre auch, dass man sich ehrenamtlich engagiert und den Schwächeren in der Gesellschaft helfe. Die besten des Abiturjahrgangs sind: Angelina Baumann und Niklas Kern mit einem Schnitt von 1,1, Felizia Reißl (1,4), Christina Homm, Jakob Michlbauer sowie Sophie Schultes (1,5). Das Heidenhain-Stipendium ging dieses Jahr an Axel Bosold. Darüber werden wir noch ausführlicher berichten. Die Abiturfeier 2021 in der Aula des Gymnasiums wurde musikalisch umrahmt von Schülern der Q11 und Q12 zusammen mit Musiklehrerin Tanja Thaler. mix