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60 neue Wohnungen für Mitarbeiter des Traunsteiner Klinikums

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Traunstein: 60 neue Wohnungen für Mitarbeiter des Klinikums
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An dieser Stelle wird der Zweckverband Heimat Chiemgau des Landkreises 60 neue Wohnungen für Klinikmitarbeiter errichten. Der Traunsteiner Stadtrat stimmte einer Bebauungsplanänderung zu. (Foto: Reiter)

Traunstein – 60 neue Appartements für Mitarbeiter des Klinikums möchte der Zweckverband Heimat Chiemgau im Gewerbepark Kaserne errichten. Laut Landratsamt belaufen sich die Kosten auf rund sieben Millionen Euro. Nachdem das Gebäude nun deutlich größer und höher werden soll als zunächst geplant, befasste sich der Stadtrat mit dem Thema. Einer Änderung des Bebauungsplans wurde letztlich ohne große Diskussion zugestimmt.


Zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU), der die Sitzung leitete, ging zunächst auf die wesentlichen Änderungen ein. Die zulässige Grundfläche würde sich mit den neuen Plänen von 3850 auf 4800 Quadratmeter erhöhen, die Wandhöhe von 9,20 auf 15,50 Meter. Außerdem würde der bisherige Grünflächenanteil von 30 auf 20 Prozent verringert, so Zillner. Da der bestehende Bebauungsplan das so nicht zulasse, sei eine Verwirklichung nur durch die Änderung des Bebauungsplans möglich.

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»Der Stadtrat hat im Hinblick auf das überragende öffentliche Interesse hinsichtlich der Gewinnung von Pflegepersonal und den damit einhergehenden Notwendigkeiten zu entscheiden, ob trotz der städtebaulichen Bedenken die beantragte Bebauungsplanänderung umgesetzt werden kann«, fasste er die Thematik zusammen.

Thomas Stadler (Grüne) hatte nichts dagegen, dass das Gebäude höher werden soll. »Es gilt ja, in die Höhe zu bauen, um Fläche zu sparen. Doch es gilt auch, in die Tiefe zu bauen«, betonte er und sprach damit an, dass der Landkreis eine Tiefgarage errichten sollte.

Normalerweise sei sie da Stadlers Meinung, sagte dritte Bürgermeister Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD). Doch eine Tiefgarage mache ein Bauprojekt sehr teuer. »Hier geht es um Wohnungen, die bezahlbar sein sollen. Das ist mit einer Tiefgarage nicht machbar. Wir sollten da über unseren Schatten springen und zustimmen.«

Auch Burgi-Mörtl Körner (Grüne) war der Meinung, dass eine Tiefgarage zu teuer kommt. Sie sah allerdings nicht unbedingt die Notwendigkeit, dass 13 zusätzliche Stellplätze errichtet werden. Sie stellte einen Antrag, dass auf diese zugunsten der Grünfläche verzichtet werden sollte – was allerdings abgelehnt wurde.

Dr. Christian Hümmer (CSU) schlug vor, noch einmal mit dem Landkreis bezüglich der Tiefgarage ins Gespräch zu kommen. »Wir sollten aber jetzt das Bauleitverfahren in Gang setzen«, betonte er. »Da müssen wir nicht für oder gegen eine Tiefgarage sein.«

Gegen die Stimmen von Wolfgang Wörner und Wilfried Schott (beide Grüne) wurde einer Änderung des Bebauungsplans zugestimmt. »Der Antragsteller wird aufgefordert, die Errichtung einer Tiefgarage zu prüfen«, wie es in dem Stadtratsbeschluss hieß, der mit 22 zu 2 Stimmen angenommen wurde.

Eine Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts beim Landratsamt ergab: Eine Tiefgarage soll nicht gebaut werden. Als Gründe führte Pressesprecher Michael Reithmeier an, dass die notwendigen Stellplätze nachgewiesen werden könnten und der Bau einer Tiefgarage zu teuer komme. Eine Bodenuntersuchung habe ergeben, dass unter dem Gelände massiver Fels sei. »Ein einfaches Ausbaggern wäre wohl nicht möglich, es wären vermutlich Sprengungen notwendig gewesen. Aus diesem Grund verzichten wir bei diesem Gebäude auch auf einen Keller«, sagte Reithmeier.

Des Weiteren betonte er, dass für die Mitarbeiter der Kliniken Südostbayern AG kostengünstiger Wohnraum geschaffen werden soll. Höhere Baukosten würden auch den Mietpreis deutlich erhöhen. In erster Linie seien die Wohnungen für Krankenschwestern, Pfleger und Schüler der Krankenpflegeschule gedacht. »Der Bau soll im August oder September 2020 beginnen, die Nutzung soll ab Februar 2022 möglich sein«, so Reithmeier.

Landrat Siegfried Walch betonte, dass es angesichts des Fachkräftemangels gerade im pflegerischen Bereich von elementarer Bedeutung sei, »wenn der Arbeitgeber neben einem Arbeitsplatz auch eine bezahlbare Wohnung anbieten kann. So entlasten wir den Wohnungsmarkt in unserer Region auch insgesamt.« KR