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700 Einsatzkräfte und zwei Evakuierungen – BRK Traunstein zieht nach Katastrophenfall Bilanz

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Das Rote Kreuz war während des Katastrophenfalles im Landkreis Traunstein mit knapp 700 Helfern im Einsatz. Zu ihren Aufgaben gehörte auch die Koordinierung der Einsatzkräfte für Betreuung, Versorgung der Einsatzkräfte und die Sanitätseinsätze. (Foto: BRK-Kreisverband Traunstein)

Die massiven Schneefälle im Landkreis Traunstein und die daraus resultiere Ausrufung des Katastrophenfalles haben einen neuntägigen Großeinsatz des Bayerischen Roten Kreuzes erforderlich gemacht. Insgesamt waren während der schwierigen Witterungssituation knapp 700 Rotkreuz-Helfer im Einsatz, um die Zivilbevölkerung vor negativen Folgen der Unwetterlage zu schützen.


Der Einsatz begann am Dreikönigsstag, als der Verkehr auf der Bundesautobahn A8 aufgrund anhaltender Schneefälle und umstürzender Bäume ins Stocken geriet. Das Rote Kreuz fand sich mit dem Stellvertretenden Organisatorischen Leiter Thorsten Brandstätter und der Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (SanEL) an der Verkehrspolizeiinspektion Siegsdorf ein, um auf mögliche Verkehrsstörungen schnell und adäquat reagieren zu können. Außerdem wurden die Schnelleinsatzgruppen (SEG) Transport Mitte (bestehend aus Kräften der Rotkreuz-Bereitschaften Traunstein und Siegsdorf) sowie ein Quad für verengte Fahrbahnen an die Autobahn beordert, um Sanitäts- und Rettungsdienstkräfte für den Fall eines Verkehrskollapses in Bereitschaft zu haben. Glücklicherweise ereignete sich kein schwerer Unfall und der Verkehr kam durch das Wetter nie vollständig zum Erliegen.

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In den Tagen darauf spitzte sich die Lage in mehreren Bereichen des Landkreises dann aufgrund der anhaltenden und außergewöhnlich massiven Schneefälle so zu, dass im Landratsamt eine örtliche Einsatzleitung eingerichtet werden musste. Von dort aus wurden die entsprechende Rotkreuz-Einheiten alarmiert und gezielt dorthin entsandt, wo Gefahrenschwerpunkte waren oder die Versorgung der Bürger aufgrund von gesperrten Straßen bedroht war.

Beispielsweise wurde vom BRK in der Rettungswache Reit im Winkl umgehend eine Unfallhilfsstelle (UHS) aufgebaut, um eine Anlaufstelle für mögliche Verletzte zu haben, falls der Ort witterungsbedingt von der Außenwelt abgeschlossen werden sollte. Die Sanitätseinsatzleitung (SanEl) blieb auch in den folgenden Nächten im Einsatz, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können und organisatorische Aufgaben zu erledigen wie beispielsweise die Vorbereitung von Verpflegungsstellen für die am nächsten Tag aus ganz Bayern eintreffenden Kräfte.

Evakuierungen in Vorauf und Raiten

Aus Siegsdorf erreichte die Einsatzkräfte die Meldung, dass im Feriendorf bei Vorauf mehrere Häuser aufgrund der zunehmenden Schneelast akut einsturzgefährdet seien und diese innerhalb der nächsten Stunden geräumt werden müssten. Die Bewohner der rund 150 Häuser wurden von den Einsatzkräften darüber informiert, dass Gefahr für Leib und Leben bestehe.

Betroffene, die schlecht auf den Füßen waren oder nicht gleich eine andere Anlaufstelle zur Verfügung hatten, wurden in eine von der BRK-Bereitschaft Siegsdorf betreute Notunterkunft gebracht.

In Schleching musste der Ortsteil Raiten aufgrund von akuter Lawinengefahr evakuiert werden. Auch hier waren Rotkreuz-Helfer bei der Betreuung und Registrierung der betroffenen Personen tatkräftig im Einsatz. Zudem wurde gemeinsam mit der Feuerwehr aufgrund der gemachten Erfahrungen ein Einsatzplan entwickelt, falls in Raiten in Zukunft eine weitere Evakuierung nötig sein sollte.

Während der neuntägigen Ausnahmesituation war das Rote Kreuz mit knapp 700 Einsatzkräften aus acht BRK Kreisverbänden im Einsatz. Rund 350 von gehören dem BRK-Sanitäts- oder Führungsdienst an, rund 160 engagierten sich gemeinsam mit den Kollegen vom Malteser Hilfsdienst in der Verpflegung der Einsatzkräfte. Die Bergwacht war mit 155 Helfern vertreten und die Wasserwacht mit rund 30.

„Die Helfer und Helferinnen des Roten Kreuzes waren zur Stelle und haben großartige Arbeit geleistet, wie auch alle anderen beteiligten Organisationen. Allen gebührt höchster Dank und Anerkennung! Die Zusammenarbeit auf Führungsebene und vor Ort war ausgezeichnet, diszipliniert und souverän.“, betonte BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer. red/BRK TS

 

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Foto: BRK-Kreisverband Traunstein