Traunstein
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Foto: © Siegfried Kerscher/Stadt Traunstein

860.000 Euro Mehrkosten – Stadt erneuert Schlammentwässerung in der Kläranlage

Traunstein – Für die Erneuerung der Schlammentwässerung in der Kläranlage muss die Stadt deutlich mehr bezahlen, als sie ursprünglich angenommen hatte: Hatte sie ursprünglich mit Kosten in Höhe von 1,85 Millionen Euro gerechnet, so nimmt sie nun an, dass sie insgesamt 2,71 Millionen Euro aus ihrer Kasse nehmen muss, um die Sanierung zu ermöglichen.


Die Zahlen verfestigen sich jetzt – mit dem Trend nach oben. Hatte die Stadt die Kosten anfänglich berechnet, so bekam sie in den vergangenen Wochen schließlich »harte Fakten«: Ausschreibungen und Vergaben folgten. Und jetzt sieht die Stadt den gesamten finanziellen Aufwand, der von ihr tatsächlich zu leisten ist.

In zwei Etappen holte der Stadtrat Firmen mit ins Boot. Zuerst vergab er den Auftrag für die Bauarbeiten. Die Kosten für dieses Los 2 waren auf 744.000 Euro berechnet worden, die Auftragssumme belief sich dann auf 1,25 Millionen Euro – die Mehrkosten in diesem Fall beliefen sich also schon einmal auf 508.000 Euro. Und in der jüngsten Sitzung erteilte der Stadtrat nun den Auftrag für die maschinelle Ausrüstung. In der Kostenberechnung für dieses Los 1 waren unterm Strich 794.000 Euro gestanden, die Auftragsvergabe ging nun für 1,15 Millionen Euro über die Bühne.

Gesamtkosten steigen auf 2,71 Millionen Euro

Zu den Bauarbeiten und zur maschinellen Ausrüstung sind in der Gesamtrechnung für die Erneuerung der Schlammentwässerung im Klärwerk auch noch Ingenieur-Honorare und Ausgaben für die Elektrotechnik zu berücksichtigen. Und so ergibt sich nun folgende Entwicklung: Berechnet war die Sanierung auf Kosten in Höhe von 1,85 Millionen Euro. Nach der Vergabe jedoch stieg die Gesamtsumme auf 2,71 Millionen Euro. Der Grund: Die Baupreise steigen, die Firmen haben die Auftragsbücher voll und lassen sich ihre Dienste gut bezahlen.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) machte im Stadtrat jetzt kein Hehl daraus, dass sich mit 861.000 Euro eine »erhebliche Kostenmehrung« ergeben habe.

Andreas Prams, der Sachgebietsleiter Stadtentwässerung, sagte, dass das Gremium nach den Bauarbeiten nun auch noch die maschinelle Ausrüstung vergeben müsse – was am Ende dann auch einstimmig so geschah. Er betonte, dass neue Maschinen notwendig seien, weil die alten »ausgelutscht« seien. Man bekomme auch keine Ersatzteile mehr. Nur eine Firma habe sich um den Auftrag für Los 1 beworben. Prams meinte, eine nochmalige Ausschreibung würde keinen Sinn, auch in diesem Fälle würde die Stadt sicherlich keine Fülle an Angeboten bekommen, so sehr seien die Firmen zurzeit nachgefragt.

Bauarbeiten in den nächsten Monaten

Die Bauarbeiten beginnen – wie Agnes Giesbrecht, Pressereferentin im Rathaus, auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts nach der Sitzung des Stadtrats ausführte – in der Kalenderwoche 34 vom 29. August bis zum 4. September. Und weiter berichtete sie: »Wir gehen davon aus, dass wir zum Ende des Jahres die Maßnahme abgeschlossen haben – sofern keine Lieferschwierigkeiten der Maschinenteile dies verzögern.« Der Klärwerksbetrieb laufe während der Arbeiten uneingeschränkt weiter.