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Heimische Ringer müssen sich dem SC Isaria Unterföhring nach großem Kampf mit 15:21 geschlagen geben

900 Zuschauer feiern den TSV Berchtesgaden trotz Niederlage

Alexander Petersen begeisterte die 900 Zuschauer trotz einer 15:21-Niederlage des TSV Berchtesgaden gegen den SC Isaria Unterföhring im letzten Kampf des Abends mit einem Schultersieg gegen Amlet Mamatzarias. Weitere Bilder unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. (Foto: Waßmuth)

Die 15:21-Niederlage der Berchtesgadener Ringer gegen den Bayernliga-Mitfavoriten SC Unterföhring kam nicht unerwartet. Die Verantwortlichen und die Kämpfer wussten, dass sie nur an einem ganz besonders guten Tag würden bestehen können. Dennoch versuchten am Samstag im Großen Saal des Kongresshauses Berchtesgaden die zehn eingesetzten Ringer alles, um zum Mannschaftserfolg zu kommen. Doch der Ausfall von Hans Preinfalk und Andreas Andris Rühle wog schwer. 900 Zuschauer zeigten sich nach der insgesamt guten Leistung des TSV Berchtesgaden nicht enttäuscht, hatten die TSV-Ringer zum Saisonauftakt in der Bayernliga doch alles gegeben.


Der junge Tobias Küpper (F 57) stand gegen den weitaus älteren Türken Abdul-Basir Irahimi von Beginn an auf verlorenem Posten und unterlag auch wie erwartet nach technischer Überlegenheit. Dennoch verkaufte Küpper seine Haut als Nachwuchsringer gegen einen versierten Mattenfuchs sehr teuer.

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Peter Fodor (G 130) wurde im zweiten Kampf seiner Favoritenrolle gerecht und punktete in einer wahren Abwehrschlacht des Gästeringers Richard Mahn mit 10:0. Berchtesgaden verkürzte damit auf 3:4.

Jetzt hofften die Berchtesgadener Anhänger auf einen Punktsieg von Sebastian Hillebrand (G 61), der auch gut begann und in Führung ging. Eine erste Unachtsamkeit von Hillebrand brachte Vincent Kurth heran. Mit Fortdauer des verbissen geführten Kampfes bekam Hillebrand jedoch immer mehr Probleme. Dies nützte der Münchner zum Entsetzen des Publikums und der Berchtesgadener Staffel zum Schultersieg, mit dem man freilich gar nicht gerechnet hatte. »Die jungen Leute haben erst ein einziges Mal vor solch einer imposanten Kulisse gerungen. Vielleicht spielten da die Nerven auch eine Rolle«, befand Ringervorstand Hans Labacher. Die Münchner führten jetzt mit 8:3.

Dass Florian Maltan (F 98) gegen Christian Axenbeck chancenlos sein würde, war von vorneherein klar. Noch in der ersten Runde schulterte der Gästeringer den Berchtesgadener und es stand nun fast aussichtslos 12:3 für die Gäste. Berchtesgaden hätte jedoch auch in anderer Aufstellung gegen diesen Münchner keine Chance gehabt.

Lukas Laue in Angriffslaune

Der unerwartet hohe Rückstand wurmte Lukas Laue (F 66 A) offensichtlich derart, dass er im letzten Kampf vor der Ringpause alle Register seines Könnens zog. In einem hochklassigen Kampf führte Laue schon 12:4, als er Florian Teschner in den letzten Sekunden mit einem sehenswerten Ausheber auf die Schultern beförderte. Mit 7:12 sah des Skore nun wieder hoffnungsvoller für die Heimmannschaft aus. Freilich hätte es auch 9:8 für Berchtesgaden stehen können.

Marius Mackamul (G 86 B) war im ersten Gefecht nach der Ringpause gegen Florian Görsch chancenlos und unterlag recht früh. Die Hoffnung, mit Mackamul über die Kampfzeit zu kommen, um nur wenige Punkte abzugeben, hatte sich damit zerschlagen. Bei einem Zwischenstand von 7:16 schwanden die Chancen des TSV Berchtesgaden auf wenigstens einen Punkt immer mehr.

Korbinian Hillebrand mit Schultersieg

Doch mit Korbinian Hillebrand (G 66 B) kehrte noch einmal etwas Zuversicht zurück. Der Berchtesgadener ließ Korbinian Kohler keine Chance, führte bereits 14:3, ehe er zum Schultersieg ansetzte. Berchtesgaden war wieder zurück in der Gesamtwertung und verkürzte auf 11:16.

Doch wie gewonnen, so zerronnen. Michael Brandner (F 86 A) war nämlich gegen Allesandro Punzo ohne Chance und kassierte eine Niederlage mit Technischer Überlegenheit. Bei 11:20 vor den letzten beiden Kämpfen war Unterföhring nicht mehr einzuholen. Mit dem gesperrt fehlenden Andreas Andris Rühle hätte es wohl anders ausgesehen.

Andreas Hillebrand (F 75 A) wollte das Ergebnis wenigstens noch knapper gestalten, unterlag jedoch gegen Timur Seidel knapp mit 3:4. Die beiden etwa gleich starken Kämpfer schenkten sich nichts. Nach knappen Entscheidungen lag Hillebrand kurz vor Schluss noch mit 3:2 voran. Doch einmal passte der Berchtesgadener nicht auf und schon war es geschehen. Der versierte Seidel machte eine »Zwei« und gewann den Kampf knapp.

Der letzte Kampf des Abends ging schließlich noch einmal an Berchtesgaden und ließ den Saal trotz des verlorenen Mannschaftskampfes toben. In einer hochklassigen Auseinandersetzung schenkten sich beide Ringer nichts. Als Petersen beim Stand von 5:6 mit einem klasse angesetzten Kopfzug in die Brücke gelegt wurde, sah es schon nach einem Schultersieg des Gastes aus. Doch in den letzten Sekunden ergriff Petersen in scheinbar aussichtsloser Lage die Initiative und schulterte den konsternierten Unterföhringer. So entschädigten die letzten beiden Kämpfe und drei weitere gute Berchtesgadener Vorstellungen für die am Ende deutliche 15:21-Niederlage.

Die weiteren Ergebnisse des zweiten Kampftages in der Bayernliga: TSC Mering – SC Oberölsbach 9:23, ASV Neumarkt – TV Traunstein 5:25, AC Penzberg – SC Lichtenfels 10:25. Christian Wechslinger