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Ökonomiegebäude sollen erhalten bleiben

Waging am See. Die Pfarreiangehörigen von Otting möchten den gewohnten Anblick nicht missen: Rund zwei Drittel der Besucher der Pfarrversammlung beim Oberwirt in Otting plädierten dafür, dass die noch verbliebenen Gebäude der alten Pfarrökonomie erhalten bleiben sollen. Auch wenn vor allem der ehemalige Rossstall ausgesprochen reparaturbedürftig sei, solle die Pfarrei versuchen, ihn der Nachwelt zu erhalten.

Für den alten Rossstall und auch für den Winkelstadel im Hintergrund muss eine Lösung gefunden werden. (Foto: Eder)

Der neue Kirchenpfleger Konrad Thaller zeigte anhand von Plänen, Luftansichten und Fotos die Situation auf. Das Gebäude-Ensemble, das von der einstigen großen Landwirtschaft der Pfarrei Otting übrig geblieben ist, beinhaltet zum einen den Pfarrstadel, der schon vor 15 Jahren von der Dorfgemeinschaft als Veranstaltungsort renoviert worden ist. Zweites großes ortsbildprägendes Gebäude ist der Rossstall, der dringend renoviert werden müsste. Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Stadel: den sogenannten Winkel-Stadel – den Namen hat er wegen seiner L-förmigen Gestalt bekommen – und einen kleinen, teilweise schon verfallenen Stadel, den ein Bauer für seine Kalbinnen nutzt. Für diesen kleinen Stadel, der sich hinter den beiden größeren Gebäuden verbirgt, ist im Grunde eine Lösung schon gefunden. Der Bauer bekommt für eine geringe Gebühr auf Erbpachtbasis den Stadel überlassen. Der eine schadhafte Teil wird abgebrochen. Damit ist, wie Thaller sagte, »das Problem im Prinzip gelöst«. Auch der Winkelstadel ist kein wirkliches Problem: Er ist vollgestellt mit vielerlei Dingen, die hier entweder von Vereinen oder auch von privat deponiert wurden. Kirchenpfleger Thaller kündigte daher an, im Herbst einmal alle Vereine und betroffenen Privatleute hier versammeln zu wollen, damit Überflüssiges entsorgt, anderes ordnungsgemäß verstaut werden kann. Der Stadel könnte von seinem baulichen Zustand her durchaus ohne größere Probleme erhalten bleiben. Der Kirchenpfleger wünscht sich, dass diejenigen, die hier etwas unterstellen, eine Gebühr dafür zahlen. Das dafür eingenommene Geld sollte so viel sein, dass notwendige Reparaturen finanziert werden können. Denn die Kirchenverwaltung darf Geld nur für Gebäude ausgeben, die kirchlich oder seelsorgerisch genutzt werden, so Thaller.

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Wesentlich komplizierter ist die Situation beim Rossstall, der unter Denkmalschutz steht. Das Problem stellt besonders der obere Bereich da. Die Treppe ist kaum noch benutzbar, der Dachstuhl ist einsturzgefährdet. Er weist starke Senkungen auf, was laut Thaller nicht unwesentlich auch daran liegt, dass das Dach zuletzt mit Schindeln eingedeckt worden ist, anstatt wie ursprünglich, mit Blech. Für dieses Gewicht sei aber der Dachstuhl nicht ausgelegt gewesen. Mindestens auf einer Seite müsste er komplett erneuert werden.

Pfarrer Andreas Ager und die Kirchenverwaltung wünschten sich ein Stimmungsbild der Pfarreiangehörigen. Der Pfarrer wies darauf hin, wenn man die Gebäude erhalten wolle, sei viel ehrenamtliche Arbeit notwendig. Solche Projekte, »wenn man miteinander etwas tut, sind unglaublich gemeinschaftsfördernd«, sagte Ager. So könnte der Erhalt dieses altehrwürdigen Gebäudes »ein richtiges Gemeinschaftsprojekt für Otting werden, das würde bestimmt hinhauen«. Es gebe aber auch die andere Seite, so der Pfarrer weiter. Denn genauso gut könnte man die Meinung vertreten, man sei in der Pfarrei »eh schon traktiert genug mit so viel Zeug«. Möglicherweise wäre es eine Überforderung, sich nochmals ein so großes Projekt aufzuhalsen, und es wäre vielleicht besser, »lieber kleinere Brötchen zu backen«. Er sei sich da selbst nicht sicher, meinte er. Bei der Abstimmung votierten etwa 60 Personen für den Erhalt, rund 30 waren dagegen. he