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Österreichische Bergretter retten Bergsteiger vor Erfrierungstod

Berchtesgaden/Saalfelden – In der Nacht auf Mittwoch haben Bergretter aus Saalfelden einem deutschen Alpinisten vermutlich das Leben gerettet.

Krankenwagen bei Nacht
Foto: Symbolbild, dpa/Lukas Schulze

Der Mann war allein und bei starkem Schneefall im Steinernen Meer zwischen dem Pinzgau und Bayern unterwegs. Der 64-jährige Mann aus Deutschland war ursprünglich Teil einer vierköpfigen Bergsteiger-Gruppe, die am Dienstag von der Wimbachgrieshütte in Bayern in Richtung Ingolstädter Haus bei Saalfelden (Pinzgau) unterwegs war. Dabei rutschte am späten Nachmittag einer der Männer im Bereich Hundstodgatterl aus und zog sich eine Kopfverletzung zu.

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Mangels Handyempfang brachen zwei seiner Kameraden zum Ingolstädter Haus auf, um Rettungskräfte zu alarmieren. Der 64-Jährige blieb inzwischen bei dem Verletzten. Aufgrund des noch schlechten Wetters mit Nebel, Niederschlag und umherziehenden Wolken machten sich Mannschaften der Bergrettung Saalfelden und der Bergwacht Ramsau zu Fuß auf den Weg zum Patienten

Die Besatzung des Notarzthubschraubers "Alpin Heli 6" aus Zell am See schaffte es dann aber zur Einsatzstelle, so dass die Ramsauer Bergretter, der bereits zur Wimbachgrieshütte gefahren waren, wieder abrücken konnten. Jener Bergsteiger, der beim Verletzten auf Hilfe gewartet hatte, war allerdings nach dessen Rettung an der Unfallstelle zurückgeblieben und gelangte offenbar in der Dunkelheit und bei starkem Schneefall alleine nicht mehr zur Hütte.

Der Saalfeldener Bergrettungs-Ortsstellenleiter Markus Reichholf schildert: "Es gibt dort keinen Mobilfunkempfang, und der Mann hatte auch kein Licht eingeschaltet, um auf sich aufmerksam zu machen." Zudem sei es sehr rutschig gewesen und die Wetterverhältnisse äußerst widrig für den Einsatz. Schließlich konnten die Bergretter gegen 21.30 Uhr Rufkontakt herstellen und den Mann später ausgekühlt und geschwächt finden. "Er hätte die Nacht dort nicht überstanden", so Reichholf. Der Deutsche wurde von den Bergrettern zum Ingolstädter Haus gebracht.