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Über die Grenze - Racheengel

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Über die Grenze - Racheengel
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Natia (Karoline Teska) soll eigentlich Geissler (Stephan Kampwirth) nur bespitzeln, aber sie hat ihre eigenen Pläne und greift dafür zum Messer. Foto: Alexander Fischerkoesen/SWR/ARD/dpa Foto: dpa

Zwei starke Frauen stehen im Mittelpunkt des Donnerstagskrimis. Es geht um Prostitution und Bestechungsversuche in höchsten EU-Kreisen.


Berlin (dpa) - Deutsche Krimireihen gibt es bekanntlich in Hülle und Fülle. Eine deutsche-tschechische (»Der Prag-Krimi«) wurde im vergangenen Jahr leider eingestellt, aber eine deutsch-französische hat überlebt. Nun wird die dritte Folge von »Über die Grenze« gezeigt. Der Film mit dem Titel »Racheengel« läuft am kommenden Donnerstag um 20.15 Uhr im Ersten.

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Für Kommissarin Leni Herold (Anke Retzlaff) kommt es diesmal knüppeldick: Während eines Einsatzes wird vor ihren Augen ihr Vater, Kommissar Stefan Herold (Thomas Sarbacher), erschossen. Und sie leidet weiterhin unter einer früheren Vergewaltigung. Eigentlich bräuchte sie eine Auszeit, doch der neue Teamleiter Niko Sander (Carlo Ljubek) belässt sie im Dienst.

Gemeinsam sind sie an Florian Geissler (Stephan Kampwirth) dran, einem knallharten Geschäftsmann und Lobbyisten, der mit Mädchenhandel und Prostitution sein Geld verdient. Durch eine Verschärfung der Regeln in der Europäischen Union wäre sein Geschäft gefährdet, und so versucht er, EU-Kommissar Nils Morten Piil (Richard Sammel) zu bestechen. Mit Hilfe der jungen Natia (Karoline Teska) als Verbindungsperson in Straßburg wollen Sander und seine Kollegen endlich Geissler das Handwerk legen.

Der Autor und Regisseur Michael Rowitz (52, »Dennstein & Schwarz«) hat einen ziemlich harten Krimi inszeniert, in dem es überwiegend dunkel ist, viele Leichen gibt und die harte Musik ziemlich nervt. Spannend ist die Geschichte insbesondere deshalb, weil das verworrene Gefühlsleben und die persönliche Vergangenheit der Ermittler beleuchtet werden. Und weil zwei starke Frauen im Mittelpunkt stehen, die jede einen geliebten Menschen - sei es Vater oder Schwester - verloren haben und die versuchen, damit klar zu kommen. Sie werden von Anke Retzlaff und Karoline Teska glänzend und berührend verkörpert. Gegen sie haben es die Männer im Film schwer.

Allein Carlo Ljubek (43, »Beat«, »Skylines«) vermag da noch mitzuhalten, obgleich er sich im Film allerhand anhören muss: »Sie sehen aus, als ob sie etwas verloren hätten«. Über seine neue Ermittler-Rolle sagte er der Nachrichtenagentur dpa: »Wenn Sander alleine mit sich ist, dann holt ihn immer wieder die Angst ein, dass diese Hülle - die er sich übergezogen hat - Risse bekommt und als Schwäche ausgelegt werden kann. Diese emotionale Komplexität aufzuzeigen und herauszufinden, das reizt mich sehr.«

In einer Woche folgt auf demselben Sendeplatz die vierte Episode von »Über die Grenze«, sie hat den Titel »Rausch der Sterne«.

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