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Über drei Millionen Menschen auf das Hirscheck befördert

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Die Besucher der Jubiläumsfeier schwebten mit der Sesselbahn wie vor 50 Jahren gemütlich auf das Hirscheck und wieder zu Tal. (Fotos: Wechslinger)

Ramsau – Als der Reeder Willy Schlieker im Jahr 1969 in Eigeninitiative am Hochschwarzeck eine Sesselbahn zum Hirscheck und Skilifte bauen ließ, dachte wohl niemand daran, dass dieselben Anlagen 50 Jahre später noch in Betrieb sein würden. Doch die Bahn überstand dank der Eigeninitiative vieler Einheimischer auch schwierige Jahre und so konnte man am Sonntag nach einem halben Jahrhundert und drei Millionen beförderten Menschen das Jubiläum feiern.


Hunderte von Besuchern und Ehrengästen machten der nostalgischen Sesselbahn am Sonntag ihre Aufwartung und verbrachten einen schönen Tag an der Berggaststätte »Hirschkaser«, die innerhalb des letzten Jahres zu einem wahren Schmuckstück aufpoliert worden ist. Sogar das Wetter spielte halbwegs mit. Und auch der 90-jährige erste Betriebsleiter Willi Steiger war zum Jubiläum gekommen.

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Geschäftsführer Christian Riel erinnerte in seiner Ansprache an Willy Schlieker, der vor 50 Jahren die Sesselbahn und Lifte erbauen ließ. Dieser Visionär hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass die Sesselbahn selbst nach einem halben Jahrhundert noch laufen würde. Nachdem die Anlagen gleich mehrere Betreiber erfahren haben, dann aber Anfang des neuen Jahrtausends vor dem Aus standen, schlossen sich einige gestandene Ramsauer zusammen, gründeten eine Bürgerinitiative, die über 100.000 Euro als Grundkapital zusammenbrachte, und so konnte es mit der Bahn weitergehen.

Als man Christian Riel zum Geschäftsführer erkoren hatte, glaubte dieser nach eigenen Worten zunächst nicht, dass man auf lange Sicht den Fortbestand der Bahn sichern könne, zumal er ja auch kein »Bergbahner« gewesen sei. Es sei für ihn am Anfang auch nicht leicht gewesen, sagte Riel. »Aber ich hatte immer treue Gefährten, die mit viel Herzblut die Idee Fortbestand der Hochschwarzeck Bergbahn teilten«, sagte der HSB-Geschäftsführer. Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschoßmann sprach von einer nostalgischen Bahn. Der Rathauschef glaubt aber fest daran, dass diese noch viele Jahre fortbestehen wird. Gschoßmann nannte unter den vielen Unterstützern besonders Erich Puritscher, der sich beim Bau der so wichtigen Rodelbahn unterhalb der Sesselbahn nachhaltig engagiert habe.

Wichtig sei neben der Eigeninitiative die Unterstützung der weiteren heimischen Seilbahn- und Liftbetreiber gewesen, lobte Gschoßmann. Deren Vertreter waren auch zur Jubiläumsfeier auf das Hirscheck gekommen, um den Ramsauern zu gratulieren. Der Vorsitzende des Zweckverbandes Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee, Marktbürgermeister Franz Rasp, kennt die Beförderungsanlagen am Hochschwarzeck sehr gut, schon weil er selbst seinen ersten Skikurs dort absolviert hatte.

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Landrat Georg Grabner (r.) sprach allen am Fortbestand der Hochschwarzeck Bergbahn Beteiligten und im Besonderen auch Geschäftsführer Christian Riel (l.) seinen herzlichen Dank aus.

Vor allem die Sesselbahn zum Hirscheck habe für das erste Bergsteigerdorf Deutschlands eine besondere Bedeutung, sagte Rasp. Diese zeige nachhaltig, dass nicht immer alles schneller, weiter und höher gehen müsse. Es funktioniere auch langsamer, weil damit auch bewusster und aufmerksamer, so Rasp. Das Hochschwarzeck sei nicht nur für die Gäste, sondern auch für die Einheimischen eine wichtige Einrichtung und herrliches Kleinod.

Unter den Festgästen war auch Landrat Georg Grabner, den der Ramsauer Bürgermeister als Mann der ersten Stunde bezeichnete. Grabner lobte den Mut, den die Retter des Hochschwarzecks bewiesen hätten. Das bürgerliche Engagement nannte Grabner ein Paradebeispiel für eine aktive Bürgergesellschaft, die besonders in der Ramsau ausgeprägt sei. Vor allem laufe die Bahn schuldenfrei, so Grabner, der allen Förderern und Unterstützern und im Besonderen auch dem höchst engagierten Geschäftsführer Christian Riel dankte. »Helfen wir zusammen, damit diese Anlagen noch einen langen Fortbestand haben«, schloss der Landrat seine Ausführungen.

Nach dem offiziellen Teil verbrachten die vielen Besucher noch einen vergnüglichen Nachmittag am Hirscheck, ehe sie mit der Sesselbahn wieder sanft zu Tal schwebten. Christian Wechslinger