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Jugendliche aus der ganzen Welt pflanzen Bäume in Berchtesgaden an

Über sich hinauswachsen

Berchtesgaden – Der gemeinnützige Verein »Internationale Jugendgemeinschaftsdienste« führt in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung eine Baumpflanzaktion im Zuge der Bergwaldoffensive durch.

Alle Jugendlichen sowie Betreuer hatten Spaß beim Pflanzen im Rahmen der Bergwaldoffensive. (Foto: Vietze)

Diese Aktion ist in ein »Work-Camp« für Jugendliche weltweit integriert. Privaten Waldbesitzern soll geholfen werden und die Jugendlichen selbst können viel Erfahrung aus diesem Projekt mitnehmen.

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Seit fünf Jahren findet dieses Projekt einmal jährlich statt, in dem Jugendliche aus der ganzen Welt Bäume auf privaten Waldgrundstücken anpflanzen. Diese Aktion dauert zwei Wochen. Dafür kooperiert nicht nur die Forstverwaltung mit »Internationale Jugendgemeinschaftsdienste«, sondern auch die Gemeinde, Jäger und weitere Interessensparteien werden mit ins Boot geholt.

Anton Ernst vom Forstrevier Berchtesgaden betreut mit seinem fachlichen Wissen die Jugendlichen. »Wir wollen den privaten Waldbesitzern unter die Arme greifen, damit der Wald fit für den Klimawandel ist«, erklärte Ernst. Im Gegenzug stellen die Waldbesitzer den Helfern kostenlose Verpflegung bereit. Dieses Vorhaben wird von Helvetia Versicherungen unterstützt. Die Firma stellt 2 300 Pflanzen zur Verfügung. Unter Ernst werden Lärchen, Tannen, Buchen sowie Fichten angepflanzt. »Wenn wir eine gezielte Mischung herstellen, dann werden die Wälder stabil sein«, so Ernst. In den zwei Wochen kümmert sich das Team um die Bergwaldgrundstücke in Maria Gern, am Salzberg sowie am Geröllberg in der Ramsau.

Dieses Jahr nehmen neun Jugendliche im Alter von 16 bis 24 Jahren an der Baumpflanzaktion teil. »In diesem Work-Camp lernen die Jugendlichen etwas über das Leben in der Natur«, erklärte Betreuerin Wiebke Retter. Im Laufe dieser zwei Wochen leben die Jugendlichen in der Rastnockhütte in Schneizlreuth ohne Strom und Internet. »Hier können sie auch mal erfahren, dass ein Leben ohne Strom und Internet möglich sein kann, was für manche unvorstellbar erscheinen mag«, sagt Retter. Zusätzlich lernen sie etwas über die Kultur sowie das soziale Leben. Insgesamt zeigten sich alle Betreuer vom Engagement der Jugendlichen begeistert. »Innerhalb der Gruppe gibt es keinen, der sich querstellt, und alle haben Spaß an der Sache«, freute sich Retter.

Ernst selbst hat auch nichts an der Arbeit der Jugendlichen auszusetzen. »Sie pflanzen die Bäume so bombenfest und teilweise auch so schnell an. Man könnte meinen, sie haben noch nie etwas anderes gemacht«, lobte Ernst. Die Jugendlichen nahmen dieses Projekt positiv an. »Es ist zwar teilweise anstrengend, da das Bergwaldstück steil ist und gelegentlich Kletterpassagen dabei sind. Aber es macht Spaß und du lernst viel Neues über die Probleme der Wälder«, so Teilnehmer Alexander Brinkmann aus Deutschland. Ähnlich positiv gestimmt war Lallie Platiau aus Frankreich: »Ich habe es davor noch nie gemacht, aber ich genieße das Leben in der Natur.« Sie fügte hinzu, dass die Gruppe super funktioniere und jeder hart arbeite. Patrick Vietze