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Abenteuer und Kultur kombiniert

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Der Meidan-Iman-Platz in Isfahan zählt zu den imposantesten Sehenswürdigkeiten des Vorderen Orients. (Fotos: Nagl)
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Perfekte Bedingungen zum Skitourengehen fand die Gruppe um Hubert Nagl im Iran vor.

»Skitouren im Zagrosgebirge – Berge und Kultur im Iran«: Schon die Ausschreibung klang außergewöhnlich, exotisch und orientalisch. Bergführer Hubert Nagl aus der Ramsau führte die fünfköpfige Gruppe zu diesem zehntägigen Trip über Istanbul nach Isfahan.


Von Isfahan aus ging es zunächst rund 160 km weiter ins westlich gelegene Zagrosgebirge. Dieser Gebirgszug ist das größte Gebirge im Iran. Es zieht sich in etwa von der Türkei an der irakischen Grenze entlang bis zum Persischen Golf herab und hat eine Länge von über 1500 km. Die höchsten Gipfel erreichen nahe der Großstadt Isfahan eine Höhe von über 4400 m.

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Nach rund zweieinhalbstündiger Fahrzeit erreichte die Gruppe Chelgerd, ein kleines Dorf auf 2350 m. »Es war eine beeindruckende Fahrt von der kargen und wüstenhaften Landschaft bis zu den schneebedeckten Bergen des Zagrosgebirges«, berichtete Nagl. Untergebracht war die Gruppe für die fünf Tourentage in einer einfachen Pension. Sie hatte eine eigene Küchenmannschaft. »Diese hat uns hervorragend mit geschmackvollen, einheimischen Speisen verwöhnt«, berichtete der Ramsauer.

Überwältigt von der Gastfreundschaft

»Am Abend bekamen wir von unserer Agentur ein T-Shirt überreicht mit dem Aufdruck: ,Travel for peace' (Reise für den Frieden).« Trotz aller politischen Spannungen im Vorfeld, die die Reise fast zum Kippen gebracht hätte, war die Gruppe wiederum überwältigt von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der einheimischen Bevölkerung.

Gespannt war die Gruppe nun auf ihre erste Skitour. Nach einer kurzen Fahrt startete man bei einem kleinen Dorf, das tief verschneit war. »Begrüßt wurden wir von ein paar neugierigen Kindern.« Nun ging es mit aufgefellten Skiern los. »Bei schönstem Wetter und idealen Schnee- und Temperaturverhältnissen stiegen wir auf über eine baumfreie, dafür Rinnen- und muldendurchfurchte, großartige Gebirgslandschaft – ein ideales Skitourengelände.« Berge soweit das Auge reicht! »Wir waren begeistert«, betonte Nagl.

Die Gipfel sind zwischen 3000 und 4000 m hoch. Leichte bis mittelschwere Skitouren mit Höhenunterschieden zwischen 800 und 1400 m warten hier auf die Skitourengeher. Karten, die zum Skitourengehen zu gebrauchen sind, gibt es hier aber nicht. »Bei feinstem Firn konnten wir runter schwelgen bis zu unserem Abholpunkt«, sagte Nagl. »Es war ein Auftakt nach Maß.«

Am nächsten Tag startete man von einem anderen Ausgangspunkt. Das Wetter hatte sich verschlechtert, es schneite ein wenig, das bescherte der Gruppe eine Pulverschneeauflage. Der Aufstieg erfolgte wiederum durch ein unübersichtliches Rinnen- und Muldensystem. »Man hatte zig verschiedene Möglichkeiten für den Auf- bzw. für die Abfahrt«, sagte Nagl. »Wir erreichten einen wahrscheinlich namenlosen Gipfel auf circa 3200 m.« Bei der Abfahrt besserte sich die Sicht, es kam etwas die Sonne raus und die Tourengeher konnten über schier endlose Pulverschneehänge abfahren – ein wahres Vergnügen.

Am dritten Tag stand erneut eine prachtvolle Tour auf dem Programm. Es ging zu einem rund 3600 m hohen Gipfel – bei schönstem Wetter und Pulverschnee. Die letzten beiden Tourentage waren hingegen komplett verregnet, an eine Skitour war nicht zu denken.

Die Gruppe fuhr deswegen einen Tag früher nach Isfahan. Dort besichtigte man die rund 200 km nördlich von Isfahan gelegene Stadt Kaschan. Diese hatte schon seit dem Mittelalter eine bedeutete Keramikindustrie. »Kasi« heißt so viel wie Fliese, daher leitet sich auch der Name der Stadt ab.

Heute besitzt die Stadt eine bedeutende Textilindustrie, die meisten »Perserteppiche« (Kaschanteppiche) kommen aus dieser Region. Kaschan ist auch ein Zentrum der iranischen Rosenwasserproduktion. Zu besichtigen gibt es hier unter anderem Herrschaftshäuser reicher Kaufleute aus dem 17. Jahrhundert oder den bekanntesten persischen Garten, den »Fin-Garten«. Für die damaligen Herrscher-Dynastien diente er als Erholungspark.

Am nächsten Tag stand noch die Besichtigung von Isfahan auf dem Programm. Die heutige Provinzhauptstadt zählt knapp vier Millionen Einwohner. Seine Glanzzeit erlebt Isfahan unter der Dynastie der Safawiden (1501 - 1722), die Isfahan 1598 zu ihrer Hauptstadt machten. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Prachtbauten und Gartenanlagen. Der Meidan-Iman-Platz zählt zu den imposantesten Sehenswürdigkeiten des Vorderen Orients. Er ist mit einer Länge von 500 m und einer Breite von 150 m weltweit der größte Platz seiner Art. Er ist mit einer doppelstöckigen Arkade eingefasst und an jeder Ecke befindet sich eine Prachtmoschee. Der Bazar befindet sich am nördlichen Ende des Platzes. »Die Zeit verging wie im Flug«, fasste Hubert Nagl die beeindruckenden Tage im Iran zusammen. »Es war eine Reise voller bergsteigerischer und kultureller Höhepunkte.«