Abraham löst Ticket für Crosslauf-EM

Bildtext einblenden
Filimon Abraham (1044) zeigte beim Crosslauf in Pforzheim ein starkes Rennen und darf nun bei der EM starten.

Ein paar Tage musste Filimon Abraham zittern – doch dann war für den Ausnahmeläufer aus Traunstein klar, dass sich einer seiner großen Träume erfüllen wird: Der Läufer der LG Festina Rupertiwinkel ist bei der Crosslauf-Europameisterschaft in Dublin (Irland) am 12. Dezember dabei! Der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) entschied sich nämlich kurzfristig dazu, fünf statt drei Athleten zu nominieren. »Es ist super, dass ich mit dabei sein darf«, freute sich Abraham über die EM-Nominierung des Verbands riesig.


Der Sparkassen-Crosslauf in Pforzheim wurde vom DLV als Qualifikationsrennen für die Crosslauf-EM auserkoren. Der Wettbewerb verlangte den Teilnehmern einiges ab. Tiefes Geläuf, ein ständig wechselnder Laufrhythmus und dazu kühle Temperaturen forderten die Läufer jede Sekunde.

Die deutsche Crosslaufelite wollte sich natürlich für die folgenden Kontinentaltitelkämpfe empfehlen, wodurch das Männerrennen über rund 8800 Meter entsprechend stark besetzt war. Neben dem erst kürzlich zum Deutschen Vizemeister im 10-Kilometer-Straßenlauf gekürten Samuel Fitwi (LG Vulkaneifel) und dem Top-Marathonläufer Johannes Motschmann (SCC Berlin) sah sich Filimon Abraham aber durch den kürzlich errungenen Sieg beim Olympia-Crosslauf in München (wir berichteten) gut vorbereitet.

In den ersten Runden, die jeweils über rund 1100 Meter führten, gab Motschmann zunächst das Tempo vor. Ihm folgte bis etwa zur Streckenhälfte der Pulk der Mitfavoriten, unter ihnen auch Abraham. Im letzten Streckendrittel verschärften dann Fitwi und der Crossspezialist Markus Gröger (LG Region Karlsruhe) das Tempo. Der Pulk der Verfolger fiel langsam auseinander und Filimon Abraham reihte sich auf Rang fünf ein. In einem spannenden Zielsprint hielt Gröger überraschend den favorisierten Fitwi um eine Sekunde in Schach. Dahinter folgten Johannes Motschmann und der Leverkusener Jonathan Dahlke. Auf Rang fünf kam knapp dahinter Abraham an, der sich damit letztlich ebenfalls das Ticket für die Titelkämpfe des Europäischen Leichtathletik-Verbands (EAA) in Dublin sicherte. »Es war ein hartes Rennen, besonders durch die starken Richtungswechsel, aber die lange Anreise hat sich gelohnt«, freute sich Abraham. »Hoffentlich hält sich der Schneefall in der Region in den nächsten Tagen noch zurück, damit ich auch meine Tempoeinheiten in Traunstein machen kann.«

Kurz vor dem EM-Rennen geht es dann für das deutsche Team nach Dublin. »Ich möchte dabei das Beste rausholen und vielleicht eine Top-15-Platzierung holen«, zeigte sich der gelernte Schreiner selbstbewusst. »Ich hoffe, dass die Strecke hügelig sein wird, weil mir das am meisten Spaß macht«, hob er noch hervor.

Siegerin im Frauen-Rennen in Pforzheim wurde übrigens eine stark laufende Konstanze Klosterhalfen (LG Bayer 04 Leverkusen). Sie konnte Alina Reh (SCC Berlin) klar in Schach halten.

Nach dem Bewerb in Dublin will Filimon Abraham im Training etwas zurückschalten, um dann im Januar ins Trainingslager nach Kenia aufzubrechen. Hier will er die langfristige Vorbereitung auf seinen ersten Stadtmarathon beginnen – er möchte am 24. April 2022 in Hamburg an den Start gehen.

fb/SB