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Abstiegskampf: Bremen ausgerechnet gegen Hoffenheim

Frankfurt/Main (dpa) - Rette sich wer kann! Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga gerät zum Nervenspiel. Bei Fortuna Düsseldorf sorgte eine Rangelei im Training für Aufsehen, Bremen muss nach seinem Absturz nun am drittletzten Spieltag ausgerechnet gegen Verfolger 1899 Hoffenheim ran.

Hoffnung
Bremenbaut auf die Rückkehr von Kevin De Bruyne. Foto: Carmen Jaspersen Foto: dpa

«Krieg», twitterte Werder-Stürmer Kevin de Bruyne im Unverstand über das bevorstehende Kellerduell. Bei der TSG sind Tabelle und Spekulationen über den Klassenverbleib ein Tabu-Thema. Am coolsten aber wirken derzeit die «Stehaufmännchen» des FC Augsburg.

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Die Angst geht vor allem in Bremen um. Zumal es in den vergangenen Jahren immer mal wieder einen etablierten Club erwischt hat: 2005 den VfL Bochum in seiner UEFA-Cup-Saison, 2008 den 1. FC Nürnberg ein Jahr nach dem Pokalsieg, 2010 den Hauptstadt-Club Hertha BSC und 2011 Eintracht Frankfurt nach einem siebten Platz zur Winterpause. Trotz zuletzt zehn Begegnungen ohne Sieg baut Werder in Nibelungentreue darauf, dass Trainer Thomas Schaaf das Unheil noch abwenden kann.

Ein Abstieg des vierfachen deutschen Meisters, des Bundesliga-Gründungsmitglieds, das nur 1980/81 nicht erstklassig spielte, wäre die wohl größte Sensation dieser Spielzeit. Doch daran mag in Bremen niemand denken. «Alle reden nur davon, dass die anderen punkten. Doch immerhin liegen wir noch vorn, zwei Punkte vor Düsseldorf und Augsburg, fünf Punkte vor Hoffenheim», rechnete Kapitän Clemens Fritz vor.

Größte Anspannung herrscht auch in Düsseldorf. Bei der Fortuna gingen bereits zum dritten Mal in den vergangenen Wochen Spieler im Training aufeinander los - dieses Mal waren es Nando Rafael und Adam Bodzek. «Diese wohltuende, gesunde Aggressivität war nicht mehr gesund», sagte Trainer Norbert Meier. «Es ist doch gut, wenn es Feuer gibt. Jeder will spielen und seinen Teil zum Klassenerhalt beitragen», meinte Ken Ilsö. Und Angreifer Robbie Kruse lieferte die dritte Erklärung in der sportlich so prekären Situation: «Die Jungs sind frustriert, da kann so was schon mal vorkommen.» Der Aufsteiger hat in den letzten elf Spielen nur Schlusslicht Greuther Fürth besiegt. «Wir packen den Klassenerhalt», versicherte jedoch Routinier Axel Bellinghausen vor der Partie am Samstag bei Eintracht Frankfurt.

Hoffenheim hat als Tabellenvorletzter zwar die derzeit schlechtesten Karten, unter Markus Gisdol aber enorme spielerische Fortschritte gemacht. Der neue Trainer will auch nur über Fußball reden und sich erst gar nicht verrückt machen lassen: «Seit ich hier bin, habe ich nicht vom Abstiegskampf gesprochen.» Der 43-Jährige darf nach dieser Saison auf jeden Fall weitermachen und soll den Herbstmeister von 2008 mittelfristig wieder in die Spur bringen.

Bei einer Niederlage in Bremen und gleichzeitigen Erfolgen der Düsseldorfer in Frankfurt und der Augsburger am Sonntag in Freiburg könnten die Hoffenheimer praktisch einpacken. «Wenn es schlecht läuft, kann es vorbei sein. Dann könnten wir schon abgestiegen sein, denn das Torverhältnis spricht klar gegen uns», sagte Sejad Salihovic im «Kicker»-Interview. Der zuletzt so starke Mittelfeldspieler ist aber optimistisch: «Ich bin weiter überzeugt, dass wir das noch schaffen können.» Bremen habe mehr zu verkraften und verlieren als die TSG.

Die Augsburger hatten in der Winterpause viele schon wie die SpVgg Greuther Fürth abgeschrieben, doch mit 21 Punkten in der Rückrunde legte die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl eine furiose Aufholjagd hin und ist als Drittletzter auf dem Relegationsplatz nun sogar punktgleich mit Düsseldorf. «Wir bleiben in der Klasse, das ist klar. Wie - das werden wir sehen», sagte nach dem jüngsten 3:0 gegen Stuttgart Verteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Aber das Restprogramm hat es in sich: Am Sonntag steht die Partie bei Europa-League Anwärter SC Freiburg an, eine Woche später geht es zum  FC Bayern München und zum Saisonfinale gibt es das Derby gegen Fürth.

Restprogramm

Werder Bremen (14. Tabellenplatz/32 Pkt./45:60 Tore):

1899 Hoffenheim (H)

Eintracht Frankfurt (H)

1. FC Nürnberg (A)

Fortuna Düsseldorf (15./30/37:49):

Eintracht Frankfurt (A)

1. FC Nürnberg (H)

Hannover 96 (A)

FC Augsburg (16./30/30:45):

SC Freiburg (A)

Bayern München (A)

SpVgg Greuther Fürth (H)

1899 Hoffenheim (17./27/37:60):

Werder Bremen (A)

Hamburger SV (H)

Borussia Dortmund (A)