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Abwasser in Taching wird um 60 Prozent teurer

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Foto: dpa/Symbolbild

Taching am See – Die Abwassergebühren in der Gemeinde Taching steigen ab dem kommenden Jahr deutlich an, nämlich um einen Euro pro Kubikmeter Frischwasserverbrauch. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Tachinger Gemeinderat – allerdings mit Bauchschmerzen.


Seit der Satzung, die für den Kalkulationsraum von 2015 bis 2018 ausschlaggebend war, mussten für Schmutz- und Oberflächenwasser 1,65 Euro pro Kubikmeter bezahlt werden. Ab dem 1. Januar 2019 sind es 2,65 Euro pro verbrauchtem Kubikmeter Frischwasser. Die Anpassung der Gebühren bei der kombinierten Wassereinleitung ist das Resultat der Neukalkulation für den Zeitraum 2019 bis 2022.

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Ein Grund für die Erhöhung sind laut Kämmerer Bernhard Kraus die in der Vergangenheit zu niedrig angesetzten kalkulatorischen Kosten, die von 2014 bis 2017 zu einer Unterdeckung von rund 194 000 Euro geführt haben. Diese soll – das sieht das Kommunalabgabengesetz (KAG) vor – im darauffolgenden Kalkulationszeitraum ausgeglichen werden.

Seit dem Neubau des Kanals in Taching in den 1980er Jahren habe man rund 9,3 Millionen Euro ins Abwassersystem investiert. Davon sei jedoch nur ein Teil durch Herstellungsbeiträge gedeckt. Bei der Neukalkulation habe die Gemeinde auch langfristige Abschreibungen berücksichtigt, die der letzten überörtlichen Rechnungsprüfung nicht standgehalten hätten, was sich ebenfalls auf die neu kalkulierte Gebühr auswirke. »Zudem sind im Baugebiet Thalwies sehr hohe Investitionen ins Abwassersystem geflossen«, erläuterte Kraus.

Dieser Anstieg der Gebühren von rund 60 Prozent machte dem Gemeinderat schwer zu schaffen. So suchte das Ratsgremium in einer langen Debatte zunächst nach einer maßvolleren Lösung.

Dritte Bürgermeisterin Bärbel Mayer, die die Anhebung wie alle übrigen Gremiumsmitglieder »als sehr hoch« einstufte, machte folgenden Vorschlag: »Wenn absehbar ist, dass sich die Kosten drastisch erhöhen, sollte man zeitnah eine Zwischenkalkulation vornehmen und die Gebühren entsprechend anpassen.« Denn ein Euro mehr sei im Verhältnis zum bisherigen Preis ausgesprochen viel.

Markus Poschner erkundigte sich, ob die Gemeinde einen Spielraum habe. Es sei bereits vor vier Jahren schwierig gewesen, den Preis um etwa 20 Cent anzuheben.

Kämmerer Bernhard Kraus erläuterte, dass sich die Kosten durch die Gebühren decken müssten und sah keine rechtliche Möglichkeit, anders vorzugehen.

Bürgermeisterin Ursula Haas bedauerte, dass die Erhöhung so stark ausfalle, plädierte jedoch dafür, dem Vorschlag des Kämmerers zu folgen.

Bis auf Poschner kamen dieser Bitte auch alle nach und stimmten für die Preisanpassung. Laut Kraus liegt die durchschnittliche Wasserverbrauchsmenge pro Person bei etwa 40 Kubikmeter Frischwasser im Jahr. ca