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Abwechslungsreiches Programm mit Ulrike Ruf und Patrick Pföß in Waging

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Dekanatskantorin Ulrike Ruf an der Orgel und Patrick Pföß an der Flöte gaben im Rahmen der Waginger Musiktage ein gemeinsames Konzert. (Foto: Eder)

Bei der Abendmusik, die im Rahmen der Waginger Musiktage in der evangelischen Simeonkirche zu hören war, ergaben die von Dekanatskantorin Ulrike Ruf gespielte Orgel und die von Patrick Pföß meisterhaft geblasene Flöte ein oftmals sehr inniges Miteinander. Allerdings hatten die beiden auch einige Musikstücke ausgewählt, deren Harmonien von den jeweiligen Komponisten eher gewöhnungsbedürftig gestaltet worden waren.


Der Anfang des Konzerts war in jedem Fall alles andere als gewöhnungsbedürftig: Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate in F, KV 13, die er als Neunjähriger geschrieben hat, begann mit dem leichten, fröhlichen Allegro, wobei sich Flöte und Orgel bestens ergänzten, wunderbar zusammenklangen – auch bei den weiteren Sätzen, die dann etwas getragener gestaltet waren.

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Das nächste Stück, eine »Sonata in A«, stammte ebenfalls aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts – das Werk eines eher wenig bekannten Zeitgenossen von Mozart namens Franz Xaver Schnitzer. Auch bei diesem Stück bildeten Flöte und Orgel eine klanglich überzeugende Einheit.

Philip Glass dagegen, ein zeitgenössischer Komponist, hat da einen ganz anderen Stil, die sogenannte »minimal music«. Dabei werden die gewohnten Konventionen des Komponierens vielfach ignoriert, und es ergeben sich – wie auch bei dem Stück »Facades« – repetitive Strukturen durch die Aneinanderreihung und ständige Wiederholung kleinster musikalischer Einheiten mit einem ganz einfachen Grundmuster – dies oblag in dem Fall der Orgel, die in langen Folgen die immer gleichen Intervalle zu spielen hatte. Die Flöte lieferte dazu eine einfache Melodie mit nur ganz wenigen Tönen. Patrick Pföß hatte nicht ganz unrecht, als er ankündigte, dass man durch diese Musik in eine Art Schwebezustand versetzt werden könne – oder, wenn man es volkstümlicher ausdrücken will: Das geht einem irgendwann ein wenig auf den Geist.

Tänzerisch ging es weiter mit einer Suite von Matthew Locke, einem Komponisten aus dem 17. Jahrhundert; Tanzformen aus verschiedenen Ländern bildeten die Elemente dieser in e-Moll geschriebenen Suite. Zur Abwechslung gab es bei dem Konzert dann auch Gesang zu hören: Ulrike Ruf sang zwei irische Folksongs, von der Flöte in sehr ungewöhnlicher Weise begleitet. Der Gesang wurde durch die sehr eigenständige, hohe und kräftige Flötenstimme oftmals fast übertönt, obwohl Ulrike Ruf die Lieder mit klarer, fester Sopranstimme vortrug.

Nach einem Flöten-Solo – Georg Philipp Telemanns Fantasia in A-Dur – ging das Konzert mit der Sonate in a-Moll von Georg Friedrich Händel in wiederum sehr harmonischem Zusammenspiel der beiden Instrumente zu Ende. Hans Eder