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Abwechslungsreiches Sommerkonzert des Chiemgau-Chors Traunstein mit »Amici Fisarmonica«

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Die »Amici Fisarmonica« Martin Pioch (von links), Birgit Schultheiss, Thomas Egger, Martin Pfannstiel und Ulrich Membré gaben gemeinsam mit dem Chiemgau-Chor Traunstein ein Sommerkonzert. (Foto: Bohm)

Das Publikum weiß den Traunsteiner Chiemgau-Chor zu schätzen, in dem über 40 Frauen und ein Dutzend Männer zusammen unter der Leitung von Michael Felsenstein singen. Zum Sommerkonzert strömten so wieder viele Besucher in die Franz-Eyrich-Halle. Weil diese, so erfuhren die Gäste, abgerissen werden soll, intonierte die Gruppe »Amici Fisarmonica« unter der Leitung von Ulrich Membré als Zugabe schön traurig »Tränen trügen nicht«. Judith Pfistner, Schauspielerin, Sängerin und seit dem Vorjahr Mitglied des Chiemgau-Chors, führte routiniert durch das Programm.


Der Chor begann zunächst flott mit dem »Landsknechtständchen« von Orlando di Lasso. Von Sehnsucht nach Stille und Ruhe handelte das nächste Lied »Waldesnacht« von Johannes Brahms.

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»Amici Fisarmonica« bereichert den Abend

Das Ensemble »Amici Fisarmonica« bestehend aus Birgit Schultheiss, Thomas Egger, Martin Pioch, Martin Pfannstiel und dem Leiter Ulrich Membré bereicherte den Abend mit einem Medley »Heitere Klassik«, anschließend entführte das Ensemble nach Paris mit »La Vie En Rose«.

Der Chiemgau-Chor sang »Die launige Forelle« – die einzelnen Teile im Original von Franz Schubert und dann im Stil von Schubert, Mozart, Beethoven, Wagner, alpenländisch, wienerisch, italienisch und russisch sowie a la Liszt. Am Flügel begleitete Alejandro Vila. Die »Amici Fisarmonica« ließen es nach einer Carmen-Fantasie swingen.

Aus der Oper »Fidelio« von Ludwig van Beethoven sangen die Solisten Christa Huber, (Marzeline), Martha Bergert (Leonore), Richard Eschlbeck (Jaquino) und Dirigent Michale Felsenstein (Rocco) mit schönen Stimmen und ernteten begeisterten Applaus.

Julian Melendes und Sonja Rauschenbach vom »Theater DU & ICH« spielten einen Sketch von Karl Farkas und Ernst Wichmann über eine Reise nach Weimar zum großen Friedrich Schiller – ein Stück mit lustigen Verwechslungen. Dass die beiden sich trauten, vor so großem Publikum aufzutreten, ist ein Verdienst von Michael Felsenstein, der als Theaterlehrer und Stückeschreiber sehr erfolgreich mit behinderten und nicht behinderten Kindern und Erwachsenen arbeitet. Das Publikum amüsierte sich und spendete lebhaften Beifall für die locker agierenden Künstler.

Das Liebeslied »Michelle« gefällt auch in Traunstein

Die »Amici Fisarmonica« boten noch »Mademoiselle de Paris« und »Heißer Draht« dar, bei dem es sehr flott zuging. Der Chiemgau-Chor sang »Michelle«, das Liebeslied von John Lennon, das Paul McCartney der gleichnamigen Gattin von Präsident Obama vorgesungen hat und das auch dem Traunsteiner Publikum gefiel. Die Harmonika-Spieler waren noch mit »Sweet Sue«, dem spritzig gespielten »Champagner Galopp« und »Dizzi Fingers« zu hören.

Den Abschluss des Konzerts bildete ein großes Potpourri aus der Operette »Der Vogelhändler« von Carl Zeller. Mit »Grüaß euch Gott, alle miteinander« begann der Chor, die Solisten Martha Bergert, Richard Eschlbeck, Christa Huber und Rudi Obermaier übernahmen einzelne Lieder aus der populären Operette und ernteten wieder zu Recht begeisterten Applaus. Christa Huber hatte ihren Part so gut im Kopf, dass sie nicht nur schön sang, sondern auch ohne Notenblatt auskam – das tat der Darstellung bei »Schenkt man sich Rosen in Tirol« gut. Sie hatte vorher schon als Solistin zusammen mit den »Amici Fisarmonica« mit einem »Ave Maria« die Zuhörer erfreut.

Bei der Zugabe »My Way« von Frank Sinatra waren die Gäste aufgefordert, mitzusingen – das ließen sie sich nicht zweimal sagen und hielten wacker mit. Hannelore Bohm