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Acht Jahreszeiten mit Inbrunst und Leidenschaft

Nicht nur vier, sondern gleich acht Jahreszeiten konnten die Besucher der beiden Konzerte im Traunreuter k1 im Rahmen des Chiemgauer Musikfrühlings genießen. Zu den bekannten »Vier Jahreszeiten«, die Antonio Vivaldi in seinem Opus Nr. 8 musikalisch überaus beeindruckend beschreibt, kamen noch die »Four seasons of Buenos Aires« von Astor Piazzola.

Das Konzert mit den vier Jahreszeiten von Vivaldi begeisterte das Publikum in Traunreut. In der Mitte ist der Geiger Alexander Sitkovetsky zu sehen. (Foto: Mix)

Bereits am Vormittag kamen 400 Kinder im k1 beim Kinderkonzert in den Genuss der Jahreszeiten. Der Intendant des Musikfrühlings, Razvan Popovici, führte die jungen Zuhörer sehr sensibel in diesen besonderen Musikgenuss ein. Er erzählte ihnen von Vivaldi, vom Leben in Italien und wie dort Feste gefeiert wurden und werden. Auf diese Art ermöglichte er ihnen einen ganz besonderen Zugang zur Musik und die Kinder bedachten das Konzert am Ende mit anhaltendem Applaus.

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Am Abend war ein ganz anderes, musikbegeistertes Publikum im Saal des k1, das die Darbietungen nicht weniger intensiv genoss. »Ich hab die vier Jahreszeiten von Vivaldi noch nie so beeindruckend gehört wie heute«, erklärte ein Zuhörer. Die sieben Musiker auf der Bühne spielten mit ganzer Inbrunst und Leidenschaft und diese Begeisterung für die Musik sprang auch auf das aufmerksame Publikum über.

Besonders der Geiger Alexander Sitkovetsky, der schon in ganz jungen Jahren sein Studium bei Lord Menuhin in London aufnahm und trotz seiner Jugend bereits überaus beachtliche Erfolge auf der ganzen Welt feierte, beeindruckte die Zuhörer mit seinem Können. Völlig ohne Noten spielte er das ganze Opus und schien eine Einheit mit seinem Instrument zu sein. »Ich bin begeistert ohne Ende«, betonte eine Besucherin und der Applaus verbunden mit stampfenden Füßen am Ende des ersten Teils des Konzertes brachte diese Begeisterung auch deutlich zum Ausdruck.

Im zweiten Teil des Konzerts standen die »Estaciones Porteñas or The Four Seasons of Buenos Aires« von Astor Piazzola, bearbeitet für Bandoneon, Klavier und Streichquintett, auf dem Programm. Damit kamen argentinisches Flair und der gute alte Tango ins k1. Der Argentinier Marcelo Nisinman spielte dabei das Bandoneon, ein Handzuginstrument ähnlich einer Harmonika jedoch mit einem ganz unverwechselbaren Klang. Astor Piazzola beschreibt in seinem Werk die Jahreszeiten mit Hilfe des klassischen Tangos, der einmal richtig schwungvoll dann aber auch wieder traurig und melancholisch klingt. Als Zugabe am Ende des Konzertes gab Nisinman noch ein viel beklatschtes Solo mit seinem Instrument.

Alle Musiker auf der Bühne, die ansonsten in den verschiedensten Formationen in der ganzen Welt unterwegs sind, beeindruckten das Publikum mit ihrem überwältigenden Können und der perfekten Beherrschung ihrer Instrumente. Die beiden Konzerte im Rahmen des Chiemgauer Musikfrühlings in Traunreut waren auch in diesem Jahr ein großartiger Erfolg. Razvan Popovici betonte in seiner Begrüßung am Abend richtigerweise, dass es eine gute Entscheidung war, das k1 in Traunreut in die Spielstätten des Musikfrühlings mit aufzunehmen. Nicht nur Traunreuter Besucher, sondern auch Traunsteiner und Gäste aus umliegenden Gemeinden hatten den Weg ins k1 gefunden und verbrachten einen überaus angenehmen Abend bei wunderbarer Musik. Pia Mix