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Acht tote Kinder - Familientragödie erschüttert Australien

Trost
Unweit des Tatortes versuchen Polizisten eine Frau zu trösten. Foto: Cleo Fraser Foto: dpa
Absperrung
Ein Polizeiwagen sperrt die Straße zum Ort der Bluttat ab. Foto: Cleo Fraser Foto: dpa
Trauer
Trauer um die Opfer: Die Bluttat von Manoora hinterlässt Fassungslosigkeit und Entsetzen. Foto: Romy Bullerjahn Foto: dpa
Entsetzen in Manoora
Entsetzen in Manoora: Acht Kinder im Alter zwischen 18 Monaten und 15 Jahren wurden erstochen. Foto: Romy Bullerjahn Foto: dpa
Trost
Trost im Angesicht des Horrors: Anwohner umarmen sich. Foto: Romy Bullerjahn Foto: dpa
Suche nach Antworten
Suche nach Antworten: Ein Polizist im Gespräch mit erschütterten Anwohnern. Foto: Romy Bullerjahn Foto: dpa
Ermittlungen
Polizisten haben den Schauplatz der Tragödie im Bundesstaat Queensland abgesperrt. Foto: Cleo Fraser Foto: dpa

Cairns (dpa) - Das jüngste war erst 18 Monate alt. Acht Kinder sind in Australien in ihrem Haus ermordet worden. Die Mutter von sieben der Kinder kommt verletzt ins Krankenhaus. Wer steckt hinter der Tat?


Nur wenige Tage nach dem blutigen Geiseldrama von Sydney hat eine Familientragödie mit acht ermordeten Kindern Australien erschüttert. Polizisten fanden die Leichen der Kinder im Alter von 18 Monaten bis 15 Jahren am Freitag in einem Wohnhaus in einem Vorort von Cairns (Queensland) an der Nordostküste. Die Kinder waren erstochen oder erstickt worden. Sieben von ihnen waren Geschwister, das achte mit der Familie verwandt.

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Die 34 Jahre alte Mutter der sieben Kinder wurde mit Stichwunden gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Wie der Sender Sky News Australia berichtete, ist ihr Zustand stabil. Die Frau wurde von der Polizei befragt. Laut «Daily Telegraph» soll sie auf ihre psychische Gesundheit hin untersucht werden.

Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Die Polizei sprach von einem «sehr, sehr tragischen Fall». Sie machte deutlich, dass sie von einer Familientragödie ausgehe. «Es gibt überhaupt keine Anzeichen, dass hier Gefahr für die Nachbarschaft besteht», sagte Polizeiinspektor Russell Miller in der Nähe des Tatorts in Manoora, einer etwas heruntergekommenen Gegend. Er appellierte an jeden, der in den vergangenen Tagen mit der Familie Kontakt gehabt habe, sich zu melden.

Am Vormittag (Ortszeit) war ein Notruf mit dem Hinweis eingegangen, in dem Haus befinde sich eine verletzte Frau. Wie australische Medien übereinstimmend berichteten, soll ein bereits 20 Jahre alter Bruder der sieben Kinder die Polizei alarmiert haben. Die Beamten fanden die toten Kinder und die verletzte Frau. Auch ein Mann wurde ins Krankenhaus gebracht. Unklar blieb zunächst, ob es sich um den Freund der Mutter handelt, der dort ebenfalls gewohnt haben soll.

Eine Nachbarin sagte Reportern, sie habe am Morgen Schreie aus dem Haus gehört, aber nichts unternommen. Die Polizei sperrte die Straße ab und baute einen Sichtschutz um das Haus. Zunächst waren vor allem Gerichtsmediziner am Tatort, um Spuren zu sichern. Laut Sky News reisten auch Mitarbeiter des Nachrichtendienstes sowie Kindertrauma-Spezialisten an, um die Ermittlungen zu unterstützen. «Wir werden jeden Winkel ausleuchten», zitierte der Sender den Ermittler Bruno Asnicar.

Freunde, Nachbarn und Angehörige der Familie legten am Tatort Blumen und Kuscheltiere nieder und zündeten Kerzen an. Nachbarn bezeichneten die Frau als liebevolle Mutter, die sich immer um ihre Kinder gekümmert habe.

Australiens Premierminister Tony Abbott sagte: «Heute Nacht wird es in unserem Land Tränen und Gebete für diese Kinder geben.» Australien werde zurzeit «hart auf die Probe gestellt».

Das Land steht nach dem Geiseldrama von Sydney noch unter Schock. Dort hatte ein Extremist am Montag 17 Passanten stundenlang in einem Café terrorisiert. Die Polizei stürmte das Lokal nach 16 Stunden. Zwei Geiseln und der Täter kamen ums Leben. Der Mann hatte die Tat als Anschlag im Namen der radikalen muslimischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgegeben.

Polizeibericht

Bericht "Cairns Post"

Bericht Sky News Australia

Bericht Rundfunksender ABC

Facebook-Gruppe für Murray Street-Kinder

Bericht The Australian

Bericht Sydney Morning Herald

Bericht Daily Telegraph