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Jahresausstellung des Kunstvereins Traunstein mit Zwölf-Stunden-Performance

Acht verschiedene Ausstellungsorte

Konzeptkünstler Helmut Mühlbacher will durch zwölfstündiges, ununterbrochenes Laufen im Stadtpark einen kreisrunden Trampelpfad schaffen.

Viel hat sich der Kunstverein Traunstein für seine Offene Jahresausstellung vorgenommen, die am Mittwoch, 5. Juli, um 19 Uhr mit Grußworten von Oberbürgermeister Christian Kegel und dem Vorsitzenden Herbert Stahl im Stadtpark eröffnet wird.


Zu diesem Zeitpunkt wird der Traunsteiner Konzeptkünstler Helmut Mühlbacher bereits sieben Stunden seiner auf zwölf Stunden angelegten Performance »…and you?« absolviert haben. Er will – unterstützt durch Künstler und Gäste der Ausstellungseröffnung – durch zwölfstündiges, ununterbrochenes Laufen im Stadtpark einen kreisrunden Trampelpfad schaffen.

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Während seines beharrlichen Rundgangs wird er immer wieder mit Passanten in Kontakt treten und sich beim gemeinsamen Gehen über das Verhältnis von Konsum und Kunst austauschen. Die Folge dieses permanenten Kreislaufs wird sein, dass sich eine deutlich sicht- und fühlbare Spur in die Rasenfläche des Parks eingräbt. Gleichzeitig bringt Mühlbacher 500 selbst bedruckte Kulturbeutel mit kleinen Textkärtchen bestückt in Umlauf, die das Thema der Performance zuspitzen und – von Passanten im gesamten Stadtraum getragen – ein markantes Zeichen setzen für den kritischen Diskurs über Kunst und Kultur heute. Die zwei Rundgänge sind am 5. und am 14. Juli jeweils von 12 bis 24 Uhr im Stadtpark Traunstein geplant.

An insgesamt acht verschiedenen Ausstellungsorten über die gesamte Innenstadt verteilt werden außerdem Werke von Künstlern zu sehen sein. »STATTBESETZUNG.kunstimöffentlichenraum« lautet das Motto der jurierten Präsentation. Die Künstler waren aufgefordert, sich mit Projekten, Aktionen und Kunstwerken zu beteiligen, die eine Auseinandersetzung mit den aktuellen Bedingungen, Abläufen, Mängeln und Chancen von sozialen Gemeinschaften, dem Zusammenleben und der Kommunikation bieten.

Mit Rathaus (Alte Wache), Landratsamt, der evangelischen Auferstehungskirche und der katholischen Pfarrkirche Hl. Kreuz wurden mit Absicht Örtlichkeiten gewählt, die repräsentativ für die Gemeinschaft von Menschen in der Stadt und im Landkreis sind. Installationen und künstlerische Arbeiten auf dem Stadtplatz, im Stadtpark und am Areal Klosterkirche/Städtische Galerie interpretieren diese zentralen Orte des Zusammenkommens neu, und lassen dadurch Vertrautes und Gewohntes in einem anderen Licht erscheinen.

Dies gilt auch für die zahlreichen temporären Veranstaltungen wie Performances, Künstlergespräche, Theateraufführungen und kirchlichen Predigten, welche die Wahrnehmung und das Bewusstsein für das große Potenzial künstlerischer Stellungnahmen und Äußerungen in den Fokus rücken und erklärtermaßen das persönliche und konstruktive Gespräch und den Austausch der Menschen miteinander zum Zentralthema der Ausstellung machen. Die Teilhabe und die Auseinandersetzung mit wichtigen Fragen der Gegenwart möglichst vieler Menschen ist die Hoffnung für das ambitionierte Großprojekt des Kunstvereins.

Die Ausstellung »STATTBESETZUNG.kunstimöffentlichenraum« des Kunstverein Traunstein dauert bis zum Ende der Chiemgauer Kulturtage am 30. Juli. Übersichtspläne mit den Ausstellungsorten, Öffnungszeiten und Einzelveranstaltungen liegen im Rathaus, im Landratsamt und den beteiligten Kirchen aus oder können auf den Internetseiten des Traunsteiner Kunstvereins und der Städtischen Galerie eingesehen werden.