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Afrikas geheimnisvolle Welten

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Afrikas geheimnisvolle Welten
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Der Luara-Wasserfall auf der Insel Bioko in einer Szene der Dokumentation «Afrikas geheimnisvolle Welten». Foto: Tania Escobar/Doclights GmbH /NDR/Arte Foto: dpa

In Afrika hat das Paradies viele Gesichter. Eine Arte-Doku zeigt faszinierende Aufnahmen von ungewöhnlichen Orten unter und über der Erde.


Berlin (dpa) - In einer Welt, in der scheinbar schon jeder gefüllte Suppenteller auf Instagram veröffentlicht worden ist, mag man es kaum glauben: »In Afrika gibt es noch heute Gebiete, die bisher nur wenigen bekannt sind und noch nie gefilmt wurden.« Mit diesem Satz wirbt Arte für seinen Doku-Zweiteiler »Afrikas geheimnisvolle Welten« am Donnerstag. »Im Herzen des Vulkans« (Teil 1) beginnt um 20.15 Uhr, im Anschluss um 21.00 Uhr folgt »Die Insel der Affen« (Teil 2).

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Paviane stehen zunächst im Mittelpunkt - zu sehen ist eine Familie, die in der sengenden Hitze mit großer Trockenheit noch enger zusammenhalten muss als sonst. Heimisch sind sie hier trotzdem, mitten im Herzen von Kenia, am Rande des Kraters des Mount Suswa im Rift Valley. In Acht nehmen müssen sie sich vor den Tüpfelhyänen oder afrikanischen Wildhunden, die ihrerseits ein beachtliches Sozialverhalten an den Tag legen. Ein junges, hinkendes Tier mit gebrochener Vorderpfote wird von seiner Rotte unterstützt.

Aber auch unter Tage, in einem Krater kilometerlangen Höhlensystemen, gibt es Leben, zum Beispiel in Gestalt der Großohrigen Riesen-Bulldogfledermaus. Selbst Paviane sind hier zu finden, denn die Höhlen bieten Schutz vor Feinden. Vor dem Schlafengehen fängt mancher Affe eine der ausschwärmenden Fledermäuse als Fleisch-Happen, andere der Flugtiere werden im Dämmerlicht mühelos von Falken geschnappt. Die kleinen, aber wehrhaften Klippschliefer (sie erinnern an Murmeltiere) hingegen lassen die ansonsten pflanzenfressenden Paviane in Frieden.

Die preisgekrönten Autoren Ivo Nörenberg und Oliver Goetzl geben spannende Einblicke in das Tag- und Nachtleben der afrikanischen Wildnis und zeigen dazu atemberaubend schöne Bilder. Dank Spezialkameras präsentieren sie beeindruckende Szenen aus dem Nachtleben der Tiere und geben, wie nebenbei, Informationen über die geologische Entwicklung der Region und die klimatischen Bedingungen.

Auf der Insel Bioko, vor der Küste Zentralafrikas gelegen, beobachten sie erstmals ganz nah das Leben der vom Aussterben bedrohten Drills - diese ebenso seltene wie scheue Affenart gehört zu den Mandrillartigen und lebt dort in den Regenwäldern.

Es gibt weitere ungewöhnliche Perspektiven und Begegnungen, wie eine Familie aus Löffelhunden, die zwei verschiedene Würfe versorgen muss, mit einem Vater und zwei Müttern. Beide Filme sind glücklicherweise nur sparsam mit Musik unterlegt, einige Tiere bekommen Namen, während so mancher Kommentar (»Ein magischer Ort voller Wunder«) ein wenig zu schwülstig ausfällt. Geschenkt - die warme Erzählung von Kaspar Eichel - deutsche Stimme von Robert Redford - leitet den Zuschauer launig und sicher durch das Geschehen. So ist es faszinierend zu sehen, wie Gefahren bei Tag und Nacht von den Tieren überstanden werden und das Leben über und unter der Erde immer wieder neu erwacht.

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