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Alice Merton veröffentlicht Debütalbum »Mint«

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Alice Merton
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Alice Merton ist ihr eigener Boss. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa

Alice Merton schafft es mit dem eingängigen »No Roots« bis in die US-Charts. Mehr als zwei Jahre nach der ersten Single folgt nun das Debütalbum. Auch hier singt die die in Berlin lebende Weltbürgerin über ihr Leben ohne feste Wurzeln


Berlin (dpa) - Als Alice Merton Ende 2016 ihre Debütsingle »No Roots« veröffentlicht, ahnt sie nicht, dass es der Urknall ihrer Karriere ist.

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Der Song läuft in Werbespots eines Mobilfunkanbieters, steigt in die US-Billboard-Charts ein und bringt die in Berlin lebende Merton in die Late-Night-Shows von Jimmy Fallon und James Corden. Dazu kommen mehrere Musikpreise. Jetzt hat sie ihr erstes Album »Mint« herausgebracht.

Darauf befindet sich auch ihr Indierock-Ohrwurm »No Roots«, mit dem die heute 25-Jährige damals auf volles Risiko geht: Nachdem die großen Plattenfirmen an dem Song herummäkeln, gründet Merton mit ihrem Manager schließlich ihr eigenes Label - unter großem finanziellen Druck. Doch der Plan geht auf, auch ihr erstes Album produziert und organisiert die Songwriterin in Eigenregie.

»Das macht mich sehr stolz. Ich habe das Gefühl, dass es keinen großen Druck gibt. Da ist niemand oben, der darauf achtet, wie gut das Album läuft«, sagt die Vollblutmusikerin der Deutschen Presse-Agentur. »Ich bin sehr selbstkritisch. Aber ich habe gelernt, dass man vieles nicht erzwingen kann. Man kann nicht planen, ob ein Song zum Hit wird. Darum muss man einfach die Musik machen, auf die man stolz und die ehrlich ist.«

Auf den elf Songs beschäftigt sich Merton vor allem mit ihrem im wahrsten Sinne des Wortes bewegten Leben. Sie wird in Frankfurt am Main geboren, wächst in der kanadischen Provinz auf und zieht als 13-Jährige mit ihren Eltern (die Mutter ist Deutsche, der Vater Engländer) nach München. Dort besucht sie direkt ein Gymnasium, obwohl sie kaum Deutsch spricht.

»Ich fand es sehr schwierig. Ich habe mich im Unterricht oft einsam gefühlt. Wenn du nicht viel verstehst, ist es auch nicht einfach, gute Noten zu bekommen.« Schon »No Roots« handelt davon, sich nirgendwo zuhause zu fühlen. In »Homesick« erinnert sich Merton an schmerzhafte Erfahrungen aus der Kindheit und Jugend.

Dort heißt es gleich zu Beginn auf Englisch: »Ich war das neue Kind, hatte Angst vor Hunden und dem Wetter. Ich war nie auf Klassenausflügen, weil ich Angst hatte, meine Mutter und meinen Vater zu verlieren.« Nach dem Umzug nach Deutschland sei sie lange sauer auf ihre Eltern gewesen. Später zieht sie selbst mehrfach um, beendet die Schule in England und studiert in Augsburg und Mannheim.

Dort lernt sie an einer Bushaltestelle ihren späteren Manager Paul Grauwinkel kennen. Die beiden wohnen während der Zeit in der Popakademie zusammen im Wohnheim, heute in Berlin. In »2 Kids« beschreibt Merton die tiefe Freundschaft der beiden.

Musikalisch bleibt die Echo-Gewinnerin, die vor ihrer Solokarriere mehrere Songs für das Berliner Produzentenduo Fahrenhaidt einsingt, ihrem Stil treu. Sie verpackt nachdenkliche Texte in positive Up-Tempo-Nummern und nutzt immer wieder E-Gitarren, Bässe und Drums. Ihre Liebe zur US-Rockband The Killers ist dabei unverkennbar. Mit »Honemymoon Heartbreak« gelingt Merton aber auch eine powervolle Ballade.

Seit zwei Jahren wohnt die Sängerin und Geschäftsfrau nun in der Hauptstadt, an der sie besonders die Vielfältigkeit und Dichte an Musik und Kultur mag. Auf Dauer angekommen sieht sie sich allerdings noch immer nicht. »Ich würde gerne mal eine Zeit in Paris leben. Und Los Angeles. Und Sydney. Aber auch in Portland.«

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