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»All you need is love«

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Nicht schlechter als das Original: »Twist & Shout« mit (v. l.) Tony Kishman, John Brosnan, Carmine Grippo und Howard Arthur im Salzburg Congress. (Foto: Heel)

Auch wenn ihre Ära nur knapp zehn Jahre währte, die Beatles sind mit Sicherheit die berühmteste Band aller Zeiten. Jetzt hat im ausverkauften Salzburg Congress die amerikanische Showband »Twist & Shout« mit ihrem Beatles-Musical »All you need is love« für echtes Beatles-Feeling gesorgt, haben Howard Arthur (John Lennon), Tony Kishman (Paul McCartney), John Brosnan (George Harrison) und Carmine Grippo (Ringo Starr) die Beatles wieder zum Leben erweckt und so gekonnt wie stimmungsvoll mehr als 30 ihrer unsterblichen Hits gespielt. Und dabei durchaus den Eindruck erweckt, dass die Fab Four aus Liverpool hier leibhaftig auf der Bühne stehen würden, zumal die stimmliche Ähnlichkeit verblüffend war. Dazu wurde in kleinen szenischen Darstellungen und Episoden die Geschichte der Beatles erzählt, moderiert von dem deutschen Schauspieler Frank Kessler, verbunden mit historischem Bildmaterial im Hintergrund.


Schnell und abwechslungsreich inszeniert, konnten wir im ersten Akt z. B. miterleben, wie die Band ihre ersten Auftritte in Hamburg absolvierte, wo sie zeitweise unter dem Namen The Beat Brothers auch als Begleitband von Tony Sheridan fungierte. Hier entstand 1961 mit Sheridan auch die erste gemeinsame Single »My Bonnie«, produziert von Bert Kaempfert (»Strangers in the night«) für Polydor. Aufgrund dieses Engagements darf Kaempfert als Entdecker und erster Produzent der Beatles gelten, allerdings zeigte er anschließend kein Interesse mehr an ihrer Musik und ließ sie ohne Gegenleistung ziehen, um »ihrer musikalischen Zukunft nicht mehr im Wege zu stehen«. So kamen 1962 Manager Brian Epstein und Produzent George Martin ins Spiel, und mit ihnen gelang den Beatles dann der große Durchbruch.

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Eine Episode, knapp und präzise wiedergegeben von Frederic Böhle als Bert Kaempfert und Ian Wood als Brian Epstein. Zu den Klängen von »Ticket to ride« folgten wenig später Eindrücke von der Amerika-Tournee der Beatles und Ausschnitte aus ihrem Auftritt in der »Ed Sullivan Show«, der zu Rekord-Einschaltquoten geführt hatte.

Doch die Beatles blieben nicht auf der Stelle stehen, ihre Musik veränderte sich weiter. Der zweite Akt zeigte nach einem Zwischenspiel mit »Yellow Submarine«, wie das 1967 erschienene Album »Sgt. Pepper's lonely hearts club band«, eine Platte, die die Pop- und Rockmusik prägte wie keine andere zuvor, ihre Karriere in neue Bahnen lenkte, von »Revolution« bis hin zu »All you need is love«. Doch die Erfolgsgeschichte endete für die Fans viel zu früh: Ende Januar 1969 spielten die Beatles zum letzten Mal gemeinsam live auf dem Dach ihres Apple-Studios in London, kurze Zeit später gab Paul McCartney die Auflösung der Beatles bekannt.

Dass sie in den Herzen ihrer Fans weiterleben, bewies der umjubelte Auftritt der »Twist & Shout«-Musiker, die nicht nur Erinnerungen weckten, sondern auch genuines Beatles-Feeling verbreiteten. Einfach wunderbar. Wolfgang Schweiger