»Alle sind wohlauf und motiviert«

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Er hat seine Tätigkeit im heimischen Trainerteam beendet: Manuel Schnurrer. (Foto: DSV)

Das Training läuft bereits wieder: Für die Skilangläufer des Stützpunkts Ruhpolding hat die Saisonvorbereitung bereits vor einigen Wochen begonnen. »Alle sind wohlauf und motiviert«, freut sich Frank Nitsch aus dem heimischen Trainerteam.

Auch mit der Einteilung der Sportler in die einzelnen DSV-Kader kann das Trainer-Team zufrieden sein. Dass Alexander Brandner (WSV Bischofswiesen) trotz seiner Teilnahme an der Junioren-WM und Sophie Lechner (TSV Marquartstein) nicht in den Kadern dabei sind, ändert nichts daran, dass sie zum heimischen Aufgebot gehören. Wichtiger als die Kader-Einteilung sei letztlich, dass sie optimal trainieren und ihre Leistung im richtigen Moment abrufen können.

Angeführt wird das heimische Team von den beiden WM-Teilnehmern Jonas Dobler (SC Traunstein) und Lucas Bögl (SC Gaißach). Sie gehören der Lehrgangsgruppe I a (Olympia-Kader) an, hinzu kommt im Förderkader Routinier Andreas Katz (SV Baiersbronn).

In der Lehrgangsgruppe I b (Perspektiv-Kader) sind bei den Herren Anian Sossau (SC Eisenärzt), Florian Knopf (SLV Bernau) und Albert Kuchler (SpVgg Lam) dabei. In der LG II a (Nachwuchs-Kader der Jahrgänge 2002 und 2003) ist der Stützpunkt nicht vertreten, in die LG II b (Jahrgänge 2004 und 2005) wurde erfreulicherweise Korbinian Fagerer (SV Oberteisendorf) aufgenommen.

Bei den Damen gehört Nadine Herrmann (Bockauer SV) zwar dem Förderkader an, kann aber an Lehrgangsmaßnahmen der LG 1a teilnehmen. In der Gruppe I b (Perspektiv-Kader) sind Alexandra Danner (SC Lenggries) und Kim Hager (SC/TV Gefrees) vom Stützpunkt vertreten. Erfreulich: Neu in der LG II a des Deutschen Skiverbandes konnten sich Charlotte de Buhr (SC Aising-Pang) und Lisa Zinecker (SV Oberteisendorf) je einen Platz sichern.

Auch Heiblerverlässt das Team

Inzwischen hat Fabian Heibler als Jugend-Trainer allerdings das Stützpunktteam verlassen. Als Nachfolger von Janik Werner war er mehrere Jahre der hauptverantwortliche Trainer für das Jugend-Team. Seine Stärke war es, die Sportler zu motivieren und ihnen den Weg in den Leistungssport zu ebnen! Dass es mit Charlotte de Buhr gerade eine Sportlerin aus seinem Team war, die sich in den nationalen Ranglisten ganz oben wieder fand, war zuletzt auch sein Verdienst.

Während Falk Göpfert (Reit im Winkl) weiter das Topteam anleitet, hat sich auf der Ebene darunter ein langjähriger Trainer verabschiedet: Manuel Schnurrer – zuletzt Disziplintrainer der LG I b bei den Damen – hat seine Tätigkeit aus familiären Gründen beendet, bleibt aber weiter in der Bundespolizeisportschule in Bad Endorf als Ausbilder tätig. »Das ist sehr schade. Ich hätte ihn gerne weiter in unserem Team gehabt, er ist ein sehr guter Trainer«, lobt Nitsch.

Nachfolger von Manuel Schnurrer im Stützpunkt-Trainerteam ist übrigens Philipp Sedran: »Er hat hier schon einmal als Praktikant während seiner Zeit als Sportwissenschafts-Student für ein paar Wochen gearbeitet und war zuletzt zwei Jahre Trainer in Oberhof. Jetzt hat er eine neue Perspektive gesucht. Weil wir für Manuel einen adäquaten Ersatz gesucht haben und der Kontakt zu Philipp nie ganz abgerissen ist, und er zudem aus der Nähe stammt, hat er am 1. April am Stützpunkt angefangen«, berichtet Nitsch sichtlich erleichtert.

Sedrans Vorgänger Schnurrer selbst kam 2002 als Aktiver an die Bundespolizeisportschule in Bad Endorf. 2006 schloss er seine Laufbahnausbildung bei der Bundespolizei ab und war anschließend noch mehrere Jahre aktiver Skilangläufer. Im Jahr 2011 »wechselte er die Seiten« und wurde Langlauftrainer in Endorf. In den vergangenen drei Jahren war er verantwortlich für die deutschen Juniorinnen – und ist mit seiner Bilanz sehr zufrieden: »Wir waren nach schwächeren Vorjahren jetzt in der Corona-Saison sehr erfolgreich, haben vier Medaillen bei der Junioren-WM (mit U 23, d. Red.) geholt. Das war eine starke Leistung, wir haben mit wenig Mitteln viel bis vielleicht sogar das Maximum herausgeholt«, freut er sich stellvertretend für das ganze deutsche Betreuerteam. Schließlich hätten zudem Friedrich Moch (WSV Isny) und Lisa Lohmann (WSV Oberhof) sogar bei der Erwachsenen-WM mitmischen können, »und Lisa Lohmann hat in ihrem ersten U-23-Jahr auch den Gesamtsieg im Continentalcup geschafft.«

Schnurrer selbst hatte seine sportliche Laufbahn eigentlich im Fußball begonnen – und ist diesem immer noch treu. »Als Schüler war ich sogar mal in der Bayern-Auswahl, aber dann habe ich mich für den Langlauf entschieden.« Da war er noch Feldspieler, doch zuletzt half der 34-Jährige beim TSV Übersee im Tor aus. »Ich komme ja aus einer Torwart-Familie, da hat sich das angeboten«, lacht er.

»Der 'Eisei'zieht halt«

Als Trainer beendete er nun seine Laufbahn, um »einfach nur normale Arbeitszeiten zu haben. Die Kinder brauchen doch ihren Papa«, so der Vater zweier Buben (9 und 6 Jahre alt). Im Langlauf freilich ist sein eigener Nachwuchs nicht aktiv: »Die sind beide zum Skispringen – der 'Eisei' zieht halt ...«, verweist er auf die großen Erfolge des Siegsdorfer Skispringers. Das Langlauf-Trainerteam will nun weiter versuchen, seine Athleten so zu fördern, dass deren Erfolge irgendwann auch einmal weitere Nachwuchssportler animieren ... who