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Alles andere als ein Schock

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Michael und Tobias Regner beim Konzert ihrer Band »Kulturschock« im Cafe Weinmüller in Siegsdorf. (Foto: Kewitsch)

Es ist ja mittlerweile ein altbekanntes Bild: Kulturzeit im Weinmüller. Das Lokal ist voll, die Luft trägt die Wortfetzen durch den Raum, man lacht, ist vergnügt. Die kleine Bühne auf der linken Seite scheint geradezu zu frohlocken: Gleich geht’s los. Konzertzeit im Weinmüller. Die Band »Kulturschock« mit Tobias Regner war zu Gast, es konnte losgehen.


Geggo Maier am Cajon peitschte ein, Tobias an der Gitarre war trotz seiner DSDS-Berühmtheit niemand, der sich in den Vordergrund drängte. Sein Zitat: »ich wollte keinen Ferrari, ich wollte eine CD« ist überliefert und belegt die charakterlichen Wurzeln des Bohlen-Song Contest Gewinners. Bruder Michi und Veronika Maier am Mikrofon machten die – so nennen sie sich nicht selten selbst – Kapelle komplett. »Free falling«, »Let it rain« und so mancher weitere Gassenhauer waren die Vorbereitung auf eine lange Nacht.

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Nicht sofort kam die Menge im Weinmüller auf Touren, ab und an war es Hansi Reiter, der seine Gäste animierte, anfeuerte und mitriss. Doch mit fortlaufenden Hits, »Purple Rain«, »Mercy« oder »Walkin on sunshine«, kam immer mehr Leben in die Bude. So liest es sich dann im Nachgang auf der eigenen Homepage von »Kulturschock« wenig verwunderlich: »danke für den genialen Abend, es war eine Herausforderung an die Räumlichkeit, aber ein gelungener Auftritt – die Kapelle wird sich auf alle Fälle in geraumer Zeit wieder einblenden«.

Spätestens bei »Fürstenfeld« und dem folgenden absolut genialen »Sex on Fire« war es dann wieder einmal mehr soweit: Kochkessel-Atmosphäre, chronisches Tanzbeinschwingen und Feierstimmung auf allen Ebenen. Der Einpeitscher Reiter hatte es wieder einmal geschafft.

Der Sound hätte sogar etwas lauter und griffiger sein können, doch der musikalischen Qualität tat das keinen Abbruch. Tobi und seine Mitstreiter lieferten spielfreudig und in Überlänge ein breites Repertoire an Songs und Hits. Handgemachter Gitarrensound und mehrstimmiger Gesang, mitreißender Rhythmus und wohlklingende Melodien gingen bei dieser Art von »Kulturschock« direkt vom Gehörgang in die Beine. In dieser feinen »Unplugged«-Formation verhalfen sie Rockklassikern und Chart-Hits der Gegenwart souverän zu neuem Glanz. Kurzum: sympathisch, authentisch, echt und griffig, der »Kulturschock« zeigte sich ganz von seiner angenehmen Seite. Udo Kewitsch