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»Alles im ROTEN Bereich«

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Die Bodeninstallation in der Ausstellung »Alles im ROTEN Bereich« von Franz Xaver Angerer, hinten die hohen Skulpturen »Unbekannter König« und »Unbekannte Königin«. (Foto: Giesen)

Seit neun Jahren veranstaltet die Privatschule Dr. Kalscheuer in Traunstein in jedem Herbst eine Ausstellung mit Werken eines Künstlers aus der Region, um den Schülern die zeitgenössische Kunst näher zu bringen, aber auch um die Schule für Kunstinteressierte zu öffnen.


Organisiert von dem Künstler und Kunsterzieher der Schule, Rudi Pflügl, zeigt die Schule heuer Werke des weithin bekannten Bildhauers und Künstlers Franz Xaver Ange-rer aus Inzell. Das beeindruckende Ausstellungsprojekt »Alles im ROTEN Bereich«, das speziell für den Ausstellungsraum der Schule konzipiert worden ist, befasst sich mit den Alpen – der jetzigen Situation und ihrer Zukunft. Der Künstler beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Alpen und bezog sie auf die unterschiedlichste Art und Weise in seine künstlerische Arbeit mit ein. Bei ausgedehnten Touren mit dem E-Bike entstanden zum Beispiel großartige Farbfotografien aus verschiedenen Jahren, die die Veränderung der Alpen dokumentieren. Durch natürliche Erosionen, Felsstürze, Lawinen oder Verwitterung, aber auch durch menschliche Eingriffe wie Schneekanonen, infrastrukturelle Erschließungen oder touristische Nutzung sind sie laufend dabei, sich zu verändern.

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Absoluter Blickfang ist inmitten des Raumes eine große rechteckige Bodeninstallation: auf einer großen Spiegelfläche erheben sich bizarre, rote und schwarze Holzbruchleisten – einzelne Holzteile, die beim Fällen eines Baumes zurückbleiben. Diese Teile wurden gebrannt, Sand gestrahlt und lackiert. Umgeben ist die Installation von verschiedenen Skulpturen Franz Xaver Angerers, zum Beispiel »Unbekannter König« und »Unbekannte Königin«, die für die reiche Sagenwelt in den Alpen stehen. Be-sonders eindrucksvoll ist auch der »Wanderpokal für internationale Konflikte und Umweltzerstörung«, den Angerer Mitte der 1990er Jahre geschaffen hat: Aus Stacheldraht und Kirschbaumrinde sind auf der Weltkugel, die an ein Atomei erinnern mag, die verschiedenen Erdteile dargestellt. Alle angewandten Techniken des Künstlers beeinflussen sich gegenseitig. So sind Angerers Arbeiten ein dauerndes Wechselspiel zwischen Holzarbeiten, Grafiken und Fotografien.

Bei der gut besuchten Vernissage erklärte Angerer seine Arbeiten. Seine Botschaft ist es, dass nichts so bleibt wie es ist und dass der Mensch gerade in der Alpenregion gut darauf achten sollte, der Natur so wenig wie möglich zu schaden. Bei ihrer Entstehung vor 400 Millionen Jahren seien die Alpen noch so hoch wie der Himalaya gewesen und doppelt so lang wie heute, sagte der Künstler.

Franz Xaver Angerer, Jahrgang 1953, hat eine Lehre zum Maschinenbauer absolviert, wandte sich aber schon früh der Kunst zu. Seit 1988 lebt und arbeitet er in Inzell und Hammer bei Siegsdorf, wo er 2009 seine Atelier-Galerie »Kunstgetriebe« eröffnet hat. Ergänzt wird die Präsentation durch Arbeitsplakate von Schülern, die sich im Unterricht eingehend mit den unterschiedlichen Einflüssen auf die Alpen auseinandergesetzt haben.

Geöffnet ist die Ausstellung in der privaten Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer an der Weckerlestraße 17 in Traunstein bis 6. November, freitags und sonntags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr. Christiane Giesen

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