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Tourismusverein Marktschellenberg organisiert Salzführung – Wiederholung am 9. August

Alles rund um die Sudpfanne

Die Kinder und Erwachsenen staunten nicht schlecht über die interessante Geschichte des Salzes in Marktschellenberg – und den intensiven Geschmack des Gourmet-Salzes. (Foto: privat)

Marktschellenberg – Bei einer Führung »rund um die Sudpfanne« in Marktschellenberg erfuhren die Teilnehmer Spannendes über das Weiße Gold.


Marianne Lenz hatte die Idee dazu. Umgesetzt wurde die Führung vom Tourismusverein Marktschellenberg und mit tatkräftiger Unterstützung des Salzbergwerkes Berchtesgaden und den Bergmännern Josef Hölzl, Stefan Sunkler, Josef Stangassinger und Georg Aschauer. Zur kürzlich stattgefundenen Premiere kamen fast 50 Gäste und einige Einheimische auf den Marktplatz, um den interessanten Ausführungen rund ums Salz zu lauschen.

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Um allen Teilnehmern einen guten Platz im Lesesaal der Gemeinde zu sichern, wurde die Gruppe geteilt. Marianne Lenz erklärte der ersten Gruppe am Standort der ehemaligen Saline, dort wo jetzt das Gebäude der Sparkasse steht, viel Wissenswertes über bekannte Marktschellenberger Bürger und die Geschichte des Salzvorkommens im Gebiet zwischen St. Leonhard, Rif und dem Tuval in Marktschellenberg. Bereits in den Jahren 1200 bis 1211 wurde die Pfanne zu Marktschellenberg errichtet. Das Weiße Gold spielte bis ins Jahr 1805 die Hauptrolle im Grenzort zu Österreich.

Auf der Ortsbrücke erfuhren die Zuhörer noch viele Einzelheiten zu den Bürgerhäusern in Marktschellenberg und zur Pfarrkirche St. Nikolaus. Alle, die sich den Namen des hl. Nepomuk, dem Schutzheiligen der Brücken und gegen alle Wassergefahren, nicht merken konnten, werden den Namen in Verbindung mit dem »Pumuckl« nicht mehr vergessen. Ein englischer Reiseleiterkollege, dem es genauso ging, machte kurzerhand bei einer Führung aus dem hl. Nepomuk den hl. Pumuckl, erzählte Lenz schmunzelnd.

Im Lesesaal der Gemeinde erwartete die Gäste eine von Rupert Hinterbrandner vorbereitete Präsentation alter Ansichten rund um Marktschellenberg. Lenz erläuterte umfangreich Hintergründe und stellte Ausflugsziele rund um den geschichtsträchtigen Ort vor. Einiges gab es auch über die ehemalige Zugverbindung Anfang des 20. Jahrhunderts zwischen Salzburg und Königssee zu erfahren. Auch Kaiser Karl und das »Riesending« durften nicht fehlen.

In der Zwischenzeit konnten die Teilnehmer an der Sudpfanne beim Salzsieden zusehen. Einige Kinder haben sich dabei vom intensiven Geschmack des Gourmet-Salzes überzeugt. Die Bergler beantworteten alle Fragen rund um die Entstehung von der Sole bis zum Pfannensalz.

Nach dem Tausch der beiden Gruppen hatten alle den gleichen Wissensstand über die Solegewinnung früher und heute und die Zusammensetzung des Haselgebirges. Jeder Teilnehmer erhielt ein Säckchen naturreines selbstgesottenes Siedesalz aus der Pfanne Marktschellenberg, einen kleinen Salzstein, einen kleinen Salzstreuer sowie Kostproben des neuen handgeschöpften Bergkräutersalzes und Brotzeitsalzes.

Der lehrreiche Vormittag klang bei Kaffee und Kuchen, vorbereitet von den Frauen des Tourismusvereins, auf dem schattigen Plätzchen vor dem Veranstaltungspavillon am Marktplatz aus.

Für die Führung ist eine Wiederholung am Mittwoch, 9. August, geplant. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Marktplatz Marktschellenberg. Anmeldung bei der Touristinfo in Marktschellenberg unter Telefon 08650/98883-0. fb