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Allgemeinheit für Naturschutz sensibilisieren

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Der Leiter des Nationalparks Berchtesgaden, Dr. Roland Baier (r.), überreichte dem bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber die Studie über Akzeptanz in den bayerischen Nationalparks. (Foto: Vietze)

Berchtesgaden – »Der Nationalpark Berchtesgaden hatte ein erfolgreiches Jubiläumsjahr«, sagte Thorsten Glauber, bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, am Montag bei der Nationalpark-Beiratssitzung im »Haus der Berge«. Umso mehr sei der Nationalpark-Beirat in Zukunft gefordert, wenn die Biodiversität erhalten bleiben soll. 50 Teilnehmende sprachen über zwei Zukunftsprojekte: gezielte Besucherlenkung und Förderung wissenschaftlicher Projekte im Nationalpark.


Beim Jahresrückblick freute sich Umweltminister Glauber über die hohe Akzeptanz des Nationalparks Berchtesgaden. Im Jubiläumsjahr erzielte die Naturanlage einen neuen Besucherrekord. »Ich finde es großartig, dass der hohe Zuspruch auch über den Landkreis hinausgeht«, so Glauber.

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Akzeptanz sei ein wichtiges Anliegen für alle Teilnehmenden gewesen. Jedem sollte schließlich die Natur offen stehen. Berchtesgaden habe eine gelungene Akzeptanz. Eine Umfrage zeigte, dass 91 Prozent der Berchtesgadener Bevölkerung hinter ihrem Nationalpark stehen (wie berichtet). Das sei ein gutes Zeichen im Kampf gegen Klimawandel und Artenschwund. Der Tourismusrekord bringe aber neue Gefahren mit sich. Demnach thematisierte der Nationalpark-Beirat, wie man Besucher lenken könne, damit Naturschutz und Biodiversität weiterhin bestehen. Einerseits sei die erhöhte Besucherzahl gut für den Tourismus. Andererseits gebe es damit verbunden eine höhere Fahrlässigkeit der Besucher. »Die Gefahr ist natürlich viel höher, dass sich Gäste abseits der Wege aufhalten oder nachts Naturschutzgebiete begehen«, erklärte Glauber. Die Allgemeinheit müsse für den Naturschutz sensibilisiert werden. Durch Lenkung und Bildung sollen Gäste die Arten beherzigen. Nicht nur die Nationalparkverwaltung, sondern alle seien für den Erhalt der Biodiversität gefordert.

Nationalparkleiter Dr. Roland Baier teilte einen wichtigen Lösungsansatz zur Besucherlenkung mit: Vernetzung. Durch enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Vereinen habe der Nationalpark eine bessere Besucherübersicht. »Die Gemeinden, die BGLT und der Alpenverein unterstützen uns bereits. Diese Unterstützung soll auch die hohe Akzeptanz wahren«, so Baier.

Geplant sei die Einführung eines Buchungssystems. Dieses Buchungssystem soll Besuchern ermöglichen, eine Schlafunterkunft in Hütten des Nationalparks zu bekommen. Zugleich soll auf diese Weise verhindert werden, dass Gäste der Biodiversität schaden.

Der Nationalpark-Beirat diskutierte zudem über die Förderung wissenschaftlicher Projekte im Nationalpark. »Die Partnerschaft mit der Technischen Universität München bietet großartige Möglichkeiten«, betonte Glauber. Die TU München möchte eine Borkenkäferstudie durchführen. Durch das Borkenkäfermanagement soll man wissenschaftlich ermitteln können, welche Auswirkungen diese Art auf umliegende Gebiete hat. Die Ergebnisse sollen aufzeigen, welche Maßnahmen zum Naturschutz notwendig sind.

Insgesamt äußerten sich alle Beteiligten positiv über diese Sitzung. »Die Sitzung verlief harmonisch und es gab viele positive Rückmeldungen. Besonders freute mich die hohe Kooperationsbereitschaft«, lobte Dr. Baier. Glauber stimmte dem zu. Patrick Vietze